Private Platanen-Pflanzung an der Kreisstraße 18
38 Platanen müssen weg

Nottuln -

Die Kreisverwaltung Coesfeld hat über die Zukunft der von Günther Ring privat gepflanzten Platanen an der Dülmener Straße (K 18) entschieden: 22 der insgesamt 60 Bäume dürfen dort stehen bleiben.

Mittwoch, 20.11.2013, 20:11 Uhr

Dabei handelt es sich um Bäume, die in einem ausreichenden Abstand zur Straße stehen (zum Beispiel im Ortseingangsbereich), und um Bäume, die durch eine bereits vorhandene Leitplanke gesichert sind. 38 Platanen werden aber entfernt. Sie landen nicht im Müll, sondern werden verpflanzt zu den Berufskollegs Richard von Weizsäcker in Lüdinghausen und Pictorius in Coesfeld , wurde gestern bekannt.

Günther Ring aus Rorup, der von den Westfälischen Nachrichten die Entscheidung erfuhr, zeigte sich überrascht. „Dass irgendetwas passieren wird, war mir klar. Aber ich hatte erst nächste Woche damit gerechnet“, sagte Ring.

Nächste Woche sind die Platanen auf Antrag der Grünen-Fraktion (wir berichteten) ein Thema im zuständigen Fachausschuss des Kreistages. Allerdings scheint der Einfluss der Politik recht gering zu sein. „Die Sachentscheidung ist ein Geschäft der laufenden Verwaltung“, betonte Kreissprecher Alois Bosman auf Nachfrage unserer Zeitung. Entscheidung und Entscheidungsbegründung gibt die Kreisverwaltung daher dem Fachausschuss zur Kenntnis, aber nicht zur Abstimmung.

In ihrer Sachverhaltsdarstellung erläutert die Kreisverwaltung: „Der größte Anteil der Platanen (ca. 46 Stück) wurde im Herbst 2012 bzw. im Frühjahr 2013 in das Bankett der K 18, Dülmener Straße , in einem Abstand von zwei bis drei Meter gepflanzt. Allerdings erfolgten schon Ende 2011 die ersten Anpflanzungen (14 Stück) in die radwegseitige Böschung in einem ausreichenden Abstand. Da es sich hier ausschließlich um einige wenige, unmittelbar an der Ortslage von Nottuln stehende Bäume handelte, wurden diese als ‚Spende‘ betrachtet und in die Unterhaltung des Kreises übernommen.“

38 Platanen müssen wegen des zu geringen Abstandes zur Straße und wegen des nicht abgesicherten Standortes aber verpflanzt werden. Die Kreisverwaltung betont, dass es sich um Bäume von minderer Qualität und Wuchsentwicklung handele, die nur bedingt für eine Alleenbepflanzung geeignet seien. Nur durch mehrjährige Pflegearbeiten ließen sich die Bäume auf einen entsprechenden Qualitätsstandard bringen. Daher sei auch die Verpflanzung der Bäume in die zwischen Graben und Radweg vorhandene Böschung keine sinnvolle Lösung. da eine mindestens dreijährige Pflege erforderlich sei und langfristig der Radweg durch die Wurzeln geschädigt werde.

Die zu diesem Thema immer wieder diskutierte „Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ (RPS) nennt für Straßentypen wie die K 18 Abstände von Bäumen zur Fahrbahn von mindestens 4,50 Meter. Weil der Kreis schon bei anderen Neuanpflanzungen diese Richtlinie beachtet hat, habe sie mittlerweile verbindlichen Charakter, so die Auffassung der Kreisverwaltung.

Auch wenn die Entscheidung nun gefallen ist, will Günther Ring dennoch in der kommenden Woche die Diskussion im Fachausschuss verfolgen. „Ich habe natürlich bis zuletzt gehofft, dass alle Bäume dort stehen bleiben können“, meinte Ring im WN-Gespräch. „Aber mir ist auch klar, dass ich keine Einflussmöglichkeiten habe.“ Und: „Ich kann auch den Kreis Coesfeld verstehen, dass er das Haftungsrisiko nicht eingehen will und kann.“

Ich habe natürlich bis zuletzt gehofft, dass alle Bäume  dort stehen bleiben können.

Günther Ring, Baumspender
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