Planungsfehler bei Umgehungsstaße
Peinliche Panne für den Landesbetrieb Straßenbau NRW

Nottuln -

„Das ist ein echter Schildbürgerstreich“, sagen Monika und Josef Hinsenhofen und schütteln ungläubig die Köpfe. Aber es ist keineswegs ein lustiger Streich, der dem Nottulner Ehepaar an der Straße Am Vogelbusch gespielt wird. Und es sind auch nicht die Schildbürger, die dafür verantwortlich sind, sondern der Landesbetrieb Straßenbau NRW.

Mittwoch, 19.02.2014, 08:02 Uhr

Der „Streich“ ist in diesem Falle die neue Vogelbusch-Brücke, die über die Trasse der zukünftigen Umgehungsstraße Nottuln (B 525) gebaut wird. Deren Rampe würde dafür sorgen, dass die Hinsenhofens weder ihre Scheune mit Garage gegenüber dem Wohnhaus noch die Zufahrt zum neben dem Haus liegenden Gebäude nutzen könnten. Die künftige Rampe wird deutlich über dem jetzigen Geländeniveau liegen. Platz, die unterschiedlichen Höhen anzugleichen, ist nicht vorhanden. Durch die Rampe zur neuen Brücke werden quasi die Zufahrten zum Grundstück der Eheleute Hinsenhofen zugebaut.

„Gewundert haben wir uns schon, als wir den Baufortschritt des Brückenteils sahen,“ erzählt Josef Hinsenhofen. „Aber wir sind ja keine Experten und dachten, das wird schon stimmen, wenn die das so bauen.“ Und laut Plan stimmt es ja auch.

Anschaulich: Monika Hinsenhofen zeigt es am Baum, der an der Garage steht. So hoch wird die neue Rampe sein. Abstand zum Garagentor: keine zwei Meter.

Anschaulich: Monika Hinsenhofen zeigt es am Baum, der an der Garage steht. So hoch wird die neue Rampe sein. Abstand zum Garagentor: keine zwei Meter. Foto: Iris Bergmann

Die Krux jedoch ist, dass der Plan nicht stimmt. Das haben vor kurzem einige Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau NRW im Zuge der Straßenvorbereitung beim Vergleich der tatsächlichen Höhen mit dem Plan entdeckt, bestätigt Projektleiter Reiner Weidekemper , der gestern zusammen mit seinen Kollegen Heinrich Mühlenkamp und Willi Jansen einen Ortstermin am Vogelbusch wahrnahm, um gemeinsam mit Familie Hinsenhofen nach Lösungen zu suchen. Auch Dipl. Ing. Bernd Pieper von der Gemeinde Nottuln war dabei: „Wir übernehmen ja später die Straße und wollen uns als Gemeinde natürlich informieren und davon überzeugen, dass alles richtig gemacht wird“, betont er. Schließlich müsse die Gemeinde die Belange ihrer Bürger vertreten.

Jetzt geht es darum, eine gute und vernünftige Lösung für Familie Hinsenhofen zu finden. Und da ist der Landesbetrieb in der Pflicht. „Wir sind für diesen Fehler verantwortlich“, gibt Weidekemper zu. Leider würden bei großen Projekten „immer mal wieder“ solche Planungspannen passieren. „Wir werden jetzt bei uns im Haus die Lage besprechen, die planerischen Möglichkeiten prüfen und wollen eine akzeptable Lösung finden“, verspricht er.

Auch Familie Hinsenhofen hat sich schon Gedanken gemacht und ist durchaus offen für Vorschläge. Selbst einem Abriss der Scheune mit der Garage würde sie zustimmen, wenn denn an anderer Stelle hinter dem Haus die Gebäude wieder aufgebaut werden.

Die Familie hofft natürlich, „dass Straßen NRW dann auch alle Kosten dafür übernimmt“. Immerhin habe man mit der Umgehungsstraße direkt am Haus entlang schon eine große Beeinträchtigung hinzunehmen, fügt Monika Hinsenhofen wehmütig hinzu.

Wir sind für diesen Fehler verantwortlich.

Reiner Weidekemper, Projektleiter

Das ist ein echter Schildbürgerstreich.

Monika und Josef Hinsenhofen
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