100-Tage-Bilanz des Dettener Dorfladens
„Lebendiger Dorfmittelpunkt“

Schapdetten -

Der „Dettener Dorfladen“ ist seit 100 Tagen in Betrieb. Ein guter Anlass, einmal nachzuhaken, wie sich die genossenschaftliche Einrichtung etabliert hat.

Samstag, 07.06.2014, 12:06 Uhr

Unser Redakteur Frank Vogel sprach darüber und über die Perspektiven mit Hugo Sandmann , Vorstandsmitglied der Bürgergenossenschaft Dettener Dorfladen , und Inge Emschove vom Dorfladen-Team.

Für wie viel Euro kaufen Sie im Monat hier ein?

Hugo Sandmann (lacht) : Für zu viel! Das kann man an mir unschwer erkennen. Ich kaufe meinen häuslichen Bedarf, bis auf Dinge die ich hier nicht bekomme, fast ausschließlich in unserem Dorfladen ein. Ich führe nicht Buch. Es dürften 200 bis 250 Euro im Monat sein.

Wie zufrieden sind Sie nach 100 Tagen?

Hugo Sandmann: Als Kaufmann darf man sich nie zufrieden zurücklehnen. Stillstand ist Rückgang. Doch ist es ein sehr gutes Gefühl zu spüren, dass der Dorfladen von unseren Schapdettener Mitbürgern so gut angenommen und immer mehr zum lebendigen Dorfmittelpunkt wird.

Wie sieht es denn wirtschaftlich aus?

Hugo Sandmann: Dank des großen ehrenamtlichen Einsatzes vieler Mitbürger ist es uns gelungen, unseren Dorfladen ansprechend zu gestalten und dabei den Kostenrahmen einzuhalten. Es konnten sogar einige zusätzliche Investitionen getätigt werden. Die Volksbank mit ins Boot zu nehmen, war eine gute Idee. Beide Parteien befruchten sich gegenseitig. Auch trägt es zur Minimierung der laufenden Kosten bei. Die solide Finanzlage lässt uns zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Wie zufrieden sind die Kunden, nachdem die erste Euphorie abgeklungen sein dürfte?

Inge Emschove: Man kann schon einen leichten Kundenrückgang feststellen. Das war zu erwarten. Gibt uns aber auch zu denken. Bei dem ein oder anderen unserer Mitbürger wird die Messlatte der Ansprüche an den Dorfladen sehr hoch gelegt. Das Team ist neu zusammengekommen und muss sich erst mal einarbeiten und finden. Die erforderliche Zeit sollte man ihm geben.

Hugo Sandmann: Etwas Geduld und Verständnis stünde jedem gut zu Gesicht, zumal es um das Wohl unser aller „Dettener Dorfladen“ geht.

Was haben Sie seit der Eröffnung verändert?

Inge Emschove: Wir haben schnell festgestellt, dass die Kühlkapazität für die Frischeprodukte nicht ausreichend war und deshalb eine entsprechende Kühlzelle eingebaut. Die Produktpalette haben wir im Rahmen des Möglichen auf die Kundenwünsche abgestimmt.

Und was hat sich bewährt?

Inge Emschove: Nicht mit den Discountern in Wettbewerb zu treten, sondern auf die persönliche Bedienung unserer Kunden mit Frischeprodukten regionaler Lieferanten, wie Aufschnitt und Backwaren, zu setzen. Die Gärtnerei des Stiftes Tilbeck beliefert uns seit Kurzem mit frischem Gemüse und Salat. Auch unsere gemütliche Café-Ecke wird immer mehr zum Treffpunkt vieler Mitbürger.

Was haben Sie als nächstes ins Auge gefasst?

Hugo Sandmann: Zurzeit sind wir dabei, die räumlichen und technischen Voraussetzungen zu schaffen, ab dem 1. Juli die Wohngruppen des Stiftes Tilbeck mit den Produkten des täglichen Bedarfs zu beliefern. Wir versprechen uns davon eine bessere Auslastung unseres Dorfladens und eine Festigung unserer Geschäftsplattform. Es stärkt auch die gute nachbarschaftliche Beziehung zwischen dem Stift Tilbeck und Schapdetten .

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