„Ein Herz für Senegal“
„Mir gefällt das Leben hier sehr“

Schapdetten -

Antoine Ndione und Gabriel Tine wollen in ihrer Heimat Deutsch unterrichten. Um Deutschland besser kennenzulernen sind die beiden Senegalesen jetzt hier zu Gast bei dem Verein „Ein Herz für Senegal“.

Mittwoch, 20.08.2014, 21:08 Uhr

Der Verein „Ein Herz für Senegal“ hat zwei angehende Lehrer zu Gast (v.l.): Vereinsmitglied Andrea Mönstermann, Kassenführer Martin Cauvet, Antoine Ndione, stellvertretender Vorsitzender Reinhard Schriever sowie Gabriel Tine.
Der Verein „Ein Herz für Senegal“ hat zwei angehende Lehrer zu Gast (v.l.): Vereinsmitglied Andrea Mönstermann, Kassenführer Martin Cauvet, Antoine Ndione, stellvertretender Vorsitzender Reinhard Schriever sowie Gabriel Tine. Foto: Daniela Reichert

Lang ist die Liste mit Terminen, Besichtigungen und Besuchen, die Antoine Ndione und Gabriel Tine vor sich haben. Viel wollen die beiden Senegalesen, die über den Verein „Ein Herz für Senegal “ nach Schapdetten gekommen sind, erleben. Viel möchten sie kennenlernen und verstehen. Die Lebensweise der Bundesbürger mit ihren Werten, Bräuchen und Ritualen, die sie fast nur aus Büchern kennen, wollen sie verinnerlichen.

Vor rund einer Woche sind Antoine Ndione und Gabriel Tine aus Thies, der drittgrößten Stadt Senegals, östlich von Dakar , angekommen. Sie haben sich eingewöhnt und mit ihrer Umgebung vertraut gemacht. „Mit gefällt das Leben hier sehr“, sagt Gabriel Tine. Er lehnt sich in seinem Stuhl zurück und blickt nach draußen, in den Garten von Reinhard Schriever . Hier, beim stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins „Ein Herz für Senegal“, wohnen Antoine Ndione und Gabriel Tine die nächsten sechs Wochen.

„Es ist sehr lustig und ziemlich viel Stimmung im Haus“, berichtet Schriever. Allerdings müsse man vieles erklären, vieles sei neu für die Senegalesen. „Aber das spielt sich ein.“

Für Antoine Ndione ist Deutschland kein unbekanntes Terrain. Der 31-Jährige, der an der Universität in Dakar Germanistik studiert hat, war bereits drei Mal in der Bundesrepublik. Zweimal erhielt er ein Stipendium. In Saarbrücken absolvierte er sein Austauschsemester. Ab Oktober unterrichtet Ndione Deutsch an einem Gymnasium in seiner Heimat. Bis dahin will er noch viel aus dem Leben der Deutschen aufsaugen.

„Die Rücksichtnahme und Disziplin der Menschen hier beeindruckt mich sehr. Wir werden von sehr kompetenten und freundlichen Menschen begleitet.“ Tine nickt zustimmend: „Die Leute sind offen, nett und sehr gastfreundlich.“ Deutschlehrer zu werden, ist auch sein Ziel. Der 28-Jährige studiert derzeit noch an der Uni in Dakar Germanistik. „Wenn alles gut läuft, bin ich in zwei Jahren fertig.“

Jetzt, nach den Ferien, sollen die Senegalesen auch die weiterführenden Schulen in Nottuln, Senden sowie im Kreis Coesfeld besuchen – gegebenenfalls auch unterrichten. „Antoine und Gabriel sollen so viel wie möglich von unserem Leben mitnehmen und an die jungen Menschen in ihrer Heimat weitergeben“, betont Kassenführer Martin Cauvet. „Wenn sie Deutsch unterrichten, können sie etwas Reales aus ihrem Leben erzählen.“

Neben dem deutschen Schulalltag sind auch Ausflüge nach Bamberg, Köln, ins Ruhrgebiet und nach Münster geplant. Neben dem Besuch vieler Sehenswürdigkeiten sind ein Krankenhausbesuch sowie eine Besichtigung der Stadtwerke Münster angesetzt. Nicht alles klappt. „Wir improvisieren auch viel“, sagt Schriever. Schmunzelnd sieht er seine Gäste an: „Wir planen senegalesisch, von Tag zu Tag.“ Antoine Ndione und Gabriel Tine gleitet ein Lächeln über die Gesichter.

Es geht nach draußen. Die jungen Männer schlüpfen schnell in Winterjacken, Strickschal und Wollmütze. An das frische, feuchte, deutsche Augustwetter haben sie sich noch nicht gewöhnt. „Das ist ganz schön kalt“, sagt Gabriel Tine. „Fast so wie bei uns im Winter“, ergänzt Antoine Ndione und fröstelt ein wenig.

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