Theater-AG des Gymnasiums
„Da haben wir wieder den Kopf-Salat“

Nottuln -

Ein tolles Bühnenbild und witzig-spritzige Dialoge: die Bearbeitung des Turandot-Märchens, die die Theater-AG des Gymnasiums Nottuln präsentierte, hatte es in sich.

Sonntag, 24.08.2014, 21:08 Uhr

Vor großartigem Bühnenbild spielte die Theater-AG des Gymnasiums ihre Version des Märchens von der grausamen und zickigen Prinzessin Turandot.
Vor großartigem Bühnenbild spielte die Theater-AG des Gymnasiums ihre Version des Märchens von der grausamen und zickigen Prinzessin Turandot. Foto: Dieter Klein

Dass ein Wolf die Oma frisst, dass Hänsel und Gretel die alte Hexe verbrennen, solche Handgreiflichkeiten kennt man aus deutschen Märchen. Dass aber auch die orientalischen „Märchen aus 1001 Nacht“ wenig zimperlich sind, beweist die Geschichte um Turandot, eine ebenso schöne wie grausame Prinzessin, Typ Paris Hilton , am Hofe der Kaiserin von China . So gesehen am Freitagabend im Forum des Gymnasiums , aufgeführt von den Schülerinnen der Theater-AG.

Länger als ein Jahr ließ Regisseur Ralf Melzow sein Ensemble Texte und Körpersprache üben, bevor er die jungen Damen vor das prachtvolle Bühnenbild stellte.

Der einzige männliche Teilnehmer, Roman Rommerswinkel, sei hier genannt, weil er nur sehr kurzlebig und sprachlos mitwirkt. Denn gleich zu Beginn des ersten Aktes führen ihn zwei Henkersknechte vermummt hinter die Bühne, wo alsbald ein Schrei und ein Schatten vermuten lassen, dass Prinzessin Turandot auch diesen Bewerber um ihre Hand kopflos hat machen lassen.

„Eine üble Geschichte, diese Marotte meiner Tochter, jeden Bewerber um Hand, Titel und Thron, der nicht schlau genug ist, drei schwierige Rätsel zu lösen, enthaupten zu lassen“, ärgert sich die Kaiserin. Und als man ihr den Kopf des Unglücklichen – hier einen Weißkohl – zeigt, spricht sie erschüttert: „Da haben wir wieder den Kopf-Salat.“

Regie und Schauspielerinnen verstehen es prächtig, das unmögliche Benehmen des verzogenen Balgs am Hofe in Peking ironisch auf die Spitze zu treiben. Szenenapplaus, als die Göre sich beschwert: „Ach, die Männer sind ja so dumm. Wir Frauen sind doch das klügere Geschlecht.“ Was ein paar Hofdamen dazu ermuntert, sogleich anzukündigen, ein wenig shoppen gehen zu wollen.

Da meldet sich mit Prinz Kalaf ein neuer Aspirant für das Beil des Henkers. Doch „ach und whow“ bei den Hofschranzen, der Prinz löst sämtliche Rätselfragen richtig. Verzichtet nun aber seinerseits auf die Hand der empörten Zicke. Das Volk – im Forum – verlangt (per gesenktem Daumen) die sofortige Hinrichtung des Prinzen. Die Schauspielerinnen monieren: „Nein, so läuft das nicht. Das gäbe ja kein Happy-End.“

Folglich kriegen sie sich doch. Friede und Freude im Saal wie auf der Bühne. Und am kaiserlichen Hof hat die Prinzenköpferei nun endlich ein Ende gefunden. Jetzt müssen nur noch die „Peking-Enten“ um ihren Hals fürchten.

Die Mädchen der Theater-AG hatten sichtlich ihren Spaß. Das Publikum auch.

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