Lesung in der Stiftsbuchhandlung
Humorvolle Hommage an die Heimat

Nottuln -

Sabrina Janesch stellte in Nottuln ihr neues Buch „Tango für einen Hund“ vor.

Freitag, 14.11.2014, 18:11 Uhr

Sabrina Janesch (Mitte) mit Kornelia und Gerd Maschmann und ihrem neuen Roman.
Sabrina Janesch (Mitte) mit Kornelia und Gerd Maschmann und ihrem neuen Roman. Foto: Daniel Loewe

„Es fühlt sich schon ein bisschen so an, wie nach Hause zu kommen“, beschrieb Sabrina Janesch das Gefühl bei ihrer dritten Lesung in der Nottulner Stiftsbuchhandlung von Kornelia und Gerd Maschmann . Bei ihrem Besuch am Donnerstag präsentierte Janesch den zahlreich erschienenen Gästen ihren neuen Roman „Tango für einen Hund“, der im Sommer im Berliner Aufbau-Verlag erschienen ist.

Die mehrfach preisgekrönte Autorin hatte bereits ihre Romane „Katzenberge“ und „Ambra“, in denen die deutsch-polnische Geschichte im Fokus steht, in Nottuln vorgestellt. Dieses Mal nimmt Janesch ihre Leser mit auf ein literarisches Roadmovie der ungewöhnlichen Art – quer durch ihre norddeutsche Heimat. „Film ab!“

Wir lernen den 17-jährigen Abiturienten Ernesto Schmitt (den Vornamen verdankt er der elterlichen Verehrung für Ernesto „Che“ Guevara) kennen, der ein Filmhochschulstudium anstrebt, aber durch widrige Umstände 200 Sozialstunden ableisten muss. Dies bedeutet gleichzeitig das Aus für die angestrebte Argentinienreise, bei der Aufnahmen für die Aufnahmeprüfung der Filmhochschule entstehen sollten. Stattdessen bleibt er allein in Semmenbüttel zurück, mitten im Herzen des Nirgendwo. Die Eltern sind ebenso verreist wie sein Schwarm Frida.

Doch dann steht Onkel Alfonso vor der Tür. Und der Deutsch-Argentinier ist nicht allein, im Schlepptau hat er Astor Garcilaso de la Luz y Parra, einen furchteinflößenden Rassehund. Dieser soll zu einer Hundeschau nach Bad Diepenhövel gebracht werden. Und damit beginnt ein humorvoller und unterhaltsamer Parforceritt quer durch die norddeutsche Pampa.

Die Geschichte ist so skurril, wie sie klingt, die Charaktere dabei so ungewöhnlich wie liebenswert.

„Der Roman ist trotz aller Überzeichnung auch eine Hommage an meine Heimat Niedersachsen“, sagte Janesch, die aus Gifhorn am Rande der Lüneburger Heide stammt.

Den Zuhörern gefiel es, Sabrina Janesch musste in gemütlicher Runde noch zahlreiche Fragen beantworten und Bücher signieren. Eine gelungene Lesung und sicher auch ein heiterer Lesestoff für die meist grauen Novembertage.

Bei der letzten Lesung in der Stiftsbuchhandlung in diesem Jahr wird es noch einmal spannend: Hans-Peter Boer stellt im Dezember Kommissar Kattenstrohts achten Fall „Wüstung“ vor.

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