Gedenken an Auschwitz
„Unmenschlichen Umgang nie wieder dulden“

Nottuln -

Auf Einladung von Friedensinitiative und Gemeinde Nottuln gedachten Bürger der Ermordung Nottulner Juden durch den NS-Terror.

Dienstag, 27.01.2015, 19:01 Uhr

Zu einer Gedenkviertelstunde hatten die Gemeinde Nottuln und die Friedensinitiative Nottuln aus Anlass des Holocaust-Gedenktages eingeladen.
Zu einer Gedenkviertelstunde hatten die Gemeinde Nottuln und die Friedensinitiative Nottuln aus Anlass des Holocaust-Gedenktages eingeladen. Foto: Robert Hülsbusch

„Vor allem die Jugend muss erfahren, wie barbarisch und unmenschlich der Umgang mit den Juden damals war und welches Leid diese Familien ertragen mussten.“ Im Rahmen einer Gedenkviertelstunde aus Anlass das Holocaust-Tages erinnerte der stellvertretende Nottulner Bürgermeister Paul Leufke auch an die 13 ermordeten Juden aus Nottuln . Er verwies auf die Gedenktafel an der von-Aschebergschen Kurie, auf der die Namen der Ermordeten stehen. Paul Leufke: „Diese Gedenktafel ist eine Mahnung an uns alle, dass wir so einen unmenschlichen Umgang nie wieder dulden“.

Leufke berichtete, dass er vor Jahren die Gedenkstätte Bergen-Belsen besucht habe: „Wer diese Gedenkstätte gesehen hat, die Bilddokumentationen, die Massengräber mit über 25 000 Toten, der bekommt ein wenig Gespür für das unendliche Grauen, das in diesen Lagern herrschte.“

Der stellvertretende Bürgermeister dankte ausdrücklich der Friedensinitiative Nottuln (FI), die immer wieder an diese menschenunwürdige und grausame Vergangenheit erinnere. Diese hatte zusammen mit Bürgermeister Peter Amadeus Schneider zu dieser Erinnerungsveranstaltung eingeladen.

Ingeborg Bispinck-Weigand begrüßte für die FI die teilnehmenden Bürger, darunter auch Vertreter des Rates. „Erinnern heißt, sich mit dem Jetzt, mit dem Heute zu beschäftigen“, führte Bispinck-Weigand aus und verwies ebenfalls auf die Gedenktafel. Dort heißt es: „Den Opfern von Staats-Terror und Gewalt, den Kriegsgefangenen und Vermissten, den Geschundenen und Vergewaltigten!“

Auch heute, jeden Tag, erlebten Menschen Staatsterror und Gewalt, würden Menschen gefangen genommen, geschunden, vergewaltigt, getötet. Heute sei es unsere Verantwortung, nicht wegzusehen, sondern sich für Frieden und Gewaltfreiheit zu engagieren. Ingeborg Bispinck-Weigand: „Lassen Sie uns hier in Nottuln über alle Parteigrenzen hinweg für ein friedliches Miteinander einsetzen, für ein Klima des gegenseitigen Verstehens gemeinsam eintreten.“ Auch das herzliche Willkommen für Menschen in Not, für Menschen, die fliehen müssten, gehöre dazu.

Mit mahnenden Worten von Primo Levi, Auschwitzüberlebender, vorgetragen von Brigitte Balmer-Landwehr, schloss die Gedenkveranstaltung: „Denkt, dass dieses gewesen, diese Worte gebiete ich euch, ins Herz schärft sie Euch ein . . .“

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