Tourismusmarketing
Scharmützel wegen des „höchsten Punktes im Münsterland“

Nottuln/Ibbenbüren -

Zwischen Nottuln und Ibbenbüren hat sich einmal mehr eine Diskussion über den „höchsten Punkt im Münsterland“ entwickelt.

Dienstag, 09.06.2015, 01:06 Uhr

Wahrzeichen seit über 100 Jahren: Der Longinusturm (32 m) auf dem Gipfel des Westerbergs (187,61 ü. NN) in den Nottulner Baumbergen.
Wahrzeichen seit über 100 Jahren: Der Longinusturm (32 m) auf dem Gipfel des Westerbergs (187,61 ü. NN) in den Nottulner Baumbergen. Foto: Frank Vogel

Richtig neu ist die Kabbelei nicht, unterhaltsam aber immer wieder. Zwischen Ibbenbüren und Nottuln hat sich abermals ein Scharmützel um den „höchsten Punkt im Münsterland “ entwickelt.

Ibbenbüren verweist auf seine Halde Rudolfschacht, auf der die Reste des Bergbaus mittlerweile auf einer Höhe von 201 Meter ü. NN gestapelt werden. Und einige Meter sollen noch dazukommen. Ibbenbüren nennt sich daher seit 1999/2000 stolz „Das Hoch im Münsterland“, ein Slogan für die Tourismuswerbung.

Nottuln verweist dagegen auf „das Höchste im Münsterland“ und führt den natürlich entstandenen Westerberg in den Baumbergen mit einer Gipfelhöhe von 187,61 Meter ü. NN ins Feld. Und dann ist da noch der 32 Meter hohe Longinusturm, das Wahrzeichen. Gipfel und Turm zusammen kommen auf 219,61 Meter ü. NN . . .

Christian Wermert, Tourismusbeauftragter der Gemeinde Nottuln und aktiv in der Touristischen Arbeitsgemeinschaft ( TAG ) Baumberge, reagiert auf die Frage nach der Rivalität zwischen Ibbenbüren und Nottuln mit Unverständnis: „Was soll der Quatsch!“, meinte Wermert am Montag im WN-Gespräch. Gleichwohl musste er sich kürzlich zu diesem Thema einer Medienanfrage aus Ibbenbüren stellen. Aufgrund eines Wikipedia-Hinweises, wonach die Baumberge-Kommunen angeblich gegen den Ibbenbürener Slogan „Das Hoch im Münsterland“ Klage geführt hätten, griffen die dortigen Medien das Thema auf.

Allerdings: „Das mit der Klage stimmt nicht“, betont Wermert. Deutlich macht er auch, dass er vom Ibbenbürener Slogan und seiner Werbewirksamkeit wenig hält. Auch über die geografische/geologische Zugehörigkeit Ibbenbürens zum Münsterland könne man diskutieren. Das hat Wermert auch gegenüber den Ibbenbürenern zum Ausdruck gebracht.

André Hagel , Wirtschaftsförderer der Stadt Ibbenbüren, soll darauf mit Schmunzeln reagiert haben. Er findet den Slogan nach wie vor toll. Und weil die Halde Rudolfschacht ja noch einige Meter mehr wachsen soll, kann sich Hagel eine Spitze in Richtung Nottuln nicht verkneifen: „Da können die Baumberge einpacken.“

Der Longinusturm

Nach den Erfahrungen von Christian Wermert spielen die genaue Höhe der Baumberge und die Frage, ob sie der höchste (natürliche) Punkt im Münsterland sind, bei den Touristen keine Rolle. Mit dieser Diskussion werde viel Wind um nichts gemacht, meint Wermert. Die im Herzen des Münsterlandes liegende Baumberge-Region mit den Kommunen Nottuln, Havixbeck, Billerbeck, Rosendahl und Coesfeld überzeuge mit ihrer landschaftlichen Schönheit, den vielen Erholungsangeboten und der guten Infrastruktur. Während zum Beispiel Billerbeck sich als „Perle der Baumberge“ und Havixbeck als „Tor der Baumberge“ verstehen, möchte Nottuln vor allem mit seiner Lebensqualität punkten. „Nottuln – einfach lebenswert“, lautet daher auch der aktuelle Slogan. Oder wie es bei der TAG heißt: „Nottuln ist ein Bilderbuchort im Herzen des Münsterlandes.“

Und die Debatte über den höchsten Punkt im Münsterland? Christian Wermert winkt ab: „Ich gestehe den Ibbenbürenern gerne ihre Abraumhalde zu.“

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