Integriertes Klimaschutzkonzept
Viele Ideen für eine klimafreundliche Mobilität

Nottuln -

Die erste Bürgerwerkstatt im Rahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes war ein Erfolg. Viele Ideen wurden entwickelt.

Sonntag, 14.06.2015, 08:06 Uhr

Verschließbare Fahrradboxen wie am Bahnhof wünschen sich die Bürger auch an anderen Stellen.
Verschließbare Fahrradboxen wie am Bahnhof wünschen sich die Bürger auch an anderen Stellen. Foto: Iris Bergmann

Gute Resonanz auf die erste Bürgerwerkstatt im Rahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes: Zum Thema „Klimafreundliche Mobilität“ waren insgesamt 16 Bürgerinnen und Bürger gekommen. „Das hat mich wirklich sehr gefreut“, sagte Projektleiterin Carolin Dietrich von infas enermetric, die den Abend mit einem Input-Vortrag zum Thema Mobilität in Nottuln eröffnete.

Anschließend wurde sehr rege diskutiert. „Und die Bürger haben tolle Ideen mit eingebracht“, war die Diplom-Geographin begeistert. Themen der Diskussion waren insbesondere die Nahmobilität (Radverkehr), der ÖPNV (Busanbindungen), der Bürgerbus, aber auch innovative Mobilitätsformen wie das Carsharing.

Beim Thema Radverkehr wurden insbesondere die schlechte Qualität der Radwege und fehlende sichere Abstellmöglichkeiten für Räder kritisiert. Eine Idee war es, Fahrradboxen, wie es sie am Appelhülsener Bahnhof gibt, auch an anderen Stellen – etwa am Rhodeplatz – zu errichten. Zudem wurde auf fehlende Information hingewiesen: „Die meisten wissen zum Beispiel gar nicht, dass Radfahrer auf der Dülmener Straße zusammen mit den Pkw auf der Straße fahren dürfen, weil der Radweg nicht mehr der Norm entspricht“, berichtete eine Teilnehmerin. Hier hätten die Baumwurzeln das Pflaster hochgedrückt, und der Radweg sei viel zu schmal.

Beim Thema ÖPNV wurden vor allem die schlechten Verbindungen in die einzelnen Ortsteile zu den Randzeiten angesprochen: „Wenn man abends von Appelhülsen nach Nottuln zu einer Kulturveranstaltung fahren will, kommt man zwar hin, aber nicht mehr weg. Man muss deshalb immer das Auto nehmen.“ Als Idee kam hier eine Mitfahrerbörse für Kulturveranstaltungen auf, die an die neue Homepage der Gemeinde angedockt werden könnte.

Als Alternative zum eigenen Auto und zum ÖPNV wurde auch das Thema Carsharing angesprochen. Dabei gab es erste Überlegungen, ein ähnliches Projekt wie in Havixbeck durchzuführen, indem die Grundfinanzierung eines Carsharing-Fahrzeugs durch die Verwaltung getragen wird, die das Auto als Dienstfahrzeug nutzt. Ein ortsansässiges Autohaus in Nottuln würde gerne eines seiner Hybrid-Fahrzeuge für eine dreimonatige Testphase zur Verfügung stellen. „Das könnte ein tolles Leuchtturm-Projekt im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes werden“, fand Carolin Dietrich. Weitere Gespräche zum Thema Carsharing sind deshalb geplant.

Weiterhin waren den Teilnehmern geschlossene Mobilitätsketten wichtig. So werden die meisten Personen, die per Bahn in Appelhülsen anreisen, immer noch mit dem Auto abgeholt. Die RVM überlege, den TaxiBus von Appelhülsen nach Nottuln zu gut besetzten Zeiten auch fest – ohne Voranmeldung – fahren zu lassen, erklärte RVM-Pressesprecher Markus Kleymann.

Gemeinde und infas enermetric laden alle Interessierten zur nächsten Bürgerwerkstatt „Planen, Bauen, Sanieren“ am Donnerstag (18. Juni) von 19 bis 20.30 Uhr ins Bürgerzentrum nach Appelhülsen ein. Themen werden dann unter anderem sein: Sanieren im Bestand, Energieeffizienz im Neubau und Erneuerbare Energien.

Unter www.nottuln.de kann man sich für die Werkstatt anmelden, aber auch bei der Klimaschutzbeauftragten Petra Bunzel, ✆ 0 25 02/9 42-3 48, oder Carolin Dietrich. ✆ 0 25 71/ 5 88 66-25; Mail: CDietrich@infas-enermetric.de

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