Margarate Rehm
„Mir geht´s einfach gut dabei“

Nottuln -

Sie ist Gärtnerin für Gemüsebau – und sie ist es aus Leidenschaft: Margarete Rehm ist Prüfungsbeste im Berufsschulbezirk.

Freitag, 10.07.2015, 08:07 Uhr

Margarete Rehm hat ihre Ausbildung in der Bioland-Gärtnerei von Reinhard Neiteler mit Bravour bestanden. Jetzt zieht es sie weiter, um Erfahrungen in anderen Betrieben zu sammeln.
Margarete Rehm hat ihre Ausbildung in der Bioland-Gärtnerei von Reinhard Neiteler mit Bravour bestanden. Jetzt zieht es sie weiter, um Erfahrungen in anderen Betrieben zu sammeln. Foto: Ulla Wolanewitz

Mit Zierpflanzen hat Margarete Rehm keinen Vertrag. Dafür umso mehr mit Gemüse. Vor allem mit dem frischen Gemüse aus den Baumbergen, das auf umsichtig gepflegten Ackerflächen oder im Gewächshaus reifen durfte und, das sie – zum Teil in Handarbeit – selbst angepflanzt hat. Seit Ende Juni hat die 23-Jährige den Gesellinnenbrief als Gärtnerin für Gemüsebau in der Tasche. Aber nicht nur das. Mit einem Notendurchschnitt von 1,0 erhielt sie im Berufsschulbezirk Münster sogar die Auszeichnung als Jahrgangsbeste.

Das freut natürlich auch ihren Ausbilder, Reinhard Neiteler , den Inhaber der Bioland-Gärtnerei Neiteler, die mit ihrem Gemüse- und Obstangebot auch auf dem münsterschen und dem Nottulner Wochenmarkt vertreten ist. Dass ihr der Beruf viel körperlichen Einsatz abverlangt, stört die frisch gebackene Fachfrau nicht. Eine Arbeit wie diese erspart die Muckibude, und „mir geht´s einfach gut dabei“, sagt sie, gesteht aber gleichzeitig, dass der Einsatz im Tomatengewächshaus bei den höllisch-heißen Temperaturen in der letzten Woche oder Rosenkohl im Schnee zu ernten ihr schon einiges abverlangt haben.

Aber nein, sie beschwert sich nicht. Schließlich hat sie sich ja bewusst für diese Ausbildung entschieden, „weil ich in meinem Elternhaus mit ökologischem Gedankengut aufgewachsen bin. Dieser Beruf ist sinnvoll und macht einfach Spaß“, ergänzt die ehemalige Waldorfschülerin.

In dem Ausbildungsbetrieb auf dem Baumberg ist es Usus, dass jeder alles machen muss. Bodenbearbeitung, Pflanzen veredeln und hegen und pflegen, Maschinen bedienen, Traktor fahren. „Da muss man sich dann eben reinfuchsen. Ist ja auch ´ne schöne Herausforderung“, erklärt sie begeistert. In diesen Tagen ist die „Presstopfmaschine“ des Öfteren ihre Kollegin, mit der sie Fenchel, Porree, Sellerie, Radicchio, Kürbisse, sämtliche Kohl- und Salatarten aussät. Drei Wochen später sind die zarten Pflänzchen soweit, dass sie ins Freiland gesetzt werden können.

Die Bioland-Gärtnerei Neiteler fand Margarete Rehm bei ihrer Auswahl als Ausbildungsbetrieb besonders attraktiv, „weil hier die Jungpflanzen selber herangezogen werden“. Vielleicht gehört auch deshalb das Veredeln der Tomaten zu ihren besonderen Vorlieben. Das erfordert viel Geduld und Fingerfertigkeit. Schließlich will dabei der zwei Millimeter große Stängel der Wurzelsorte mit dem der Edelsorte zusammengepfropft werden. Gleichermaßen viel Sorgfalt fordert das rote Gemüse dann auch in der ersten Wachstumsphase. „Luftfeuchtigkeit bis zu 90 % und Kunstlicht. Zu heiß oder zu kalt darf es nicht sein. Für ausreichend Schatten muss gesorgt werden“, erklärt Reinhard Neiteler als Meister seines Fachs und Bewirtschafter von sechs Hektar Freilandfläche und 3500 Quadratmetern Gewächshaus.

Nur noch wenige Wochen ist Margarete Rehm hier anzutreffen, denn es zieht sie in die Ferne. Die Bewerbungen laufen, weil „es eben auch gut ist, andere Betriebe kennenzulernen“. Ein Studium ist langfristig auch nicht ausgeschlossen. Fest steht, dass sie ihrem Beruf treu bleibt. Und damit setzt sie sicher auf das richtige Pferd, denn, so betont Reinhard Neiteler, „in unserer Branche haben gute Fach- und Führungskräfte in der Zukunft gute Chancen, weil sie Mangelware werden.“

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