Kunst im Rathaus
Resonanz von Bild und Erfahrung erkennen

Nottuln -

Erlesene Wechselspiele zwischen Eindruck und Abbildung, aber auch zwischen Themen und Technik nutzt der Biologe und Künstler Manfred Hesse in seinen Werken.

Montag, 03.08.2015, 21:08 Uhr

Biologe und Künstler Manfred Hesse zeigt kontrastreiche Architektur wie im Hintergrund und das Spiel der Natur wie in der Hand fortan im Rathaus.
Biologe und Künstler Manfred Hesse zeigt kontrastreiche Architektur wie im Hintergrund und das Spiel der Natur wie in der Hand fortan im Rathaus. Foto: Lukas Splitthoff

Kerzenscheinrot schimmert das Licht in verzerrter Wirklichkeit aus dem gotischen Sakralbau. Daneben hängt derselbe Bau, aber zu anderer Zeit, nämlich in der frühen Morgendämmerung. Schon der erste Blick erkennt den Gegensatz, den Kontrast. Und genau dieses erlesene Wechselspiel zwischen Eindruck und Abbildung, aber auch zwischen Themen und Technik nutzt der Biologe und Künstler Manfred Hesse aus Havixbeck , um seine Faszination für Natur und Architektur künstlerisch umzusetzen.

Rund 20 Kunstinteressierte kamen am Sonntagmorgen zur Ausstellungseröffnung „Wahrnehmungen“ im Rahmen der von Ulli Messing betreuten Kulturreihe „Kunst im Rathaus “, um die meist meeresbiologisch geprägten und sehr aufwendigen Drucke Hesses nach kurzer Einführung zu besprechen.

Bürgermeister Peter Amadeus Schneider begegnete der bisher im Amt ungesehenen Kunstform mit der philosophischen Frage, welche Realität man denn nun sähe, und schärft zugleich den Blick auf den vermittelten Prozess im Bild. In der wirklichkeitsnahen und gegenstandsfernen Darstellung sieht Schneider „die Möglichkeit, die künstlerische Wahrnehmung mit anderen zu teilen“. Manfred Hesse lade dazu ein, mit etwas Assoziation und Abstraktion die „eigene Resonanz von Bild und Erfahrung“ in seiner Kunst zu erkennen, eben das Puzzle der Eindrücke aus der grafischen Reduktion im Kopf wieder zusammenzusetzen.

Seine Werke zum Thema „Meer“ aus Hoch- und Tiefdrucken ergänzt Wolfgang Hesse außerdem um teils surreale Acrylmalereien aus der Perspektive eines Naturwissenschaftlers. Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. September und ist zu den bekannten Öffnungszeiten im Obergeschoss des Rathauses zu sehen.

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