Gymnasium
„Die tollste Bio-Stunde des Jahres“

Nottuln -

„Das war die informativste und tollste Bio-Stunde des Schuljahres“, waren sich die Schüler einig. Der adlige Hai-Forscher Josef (Jupp) Baron Kerckerinck zur Borg war zu Gast.

Sonntag, 31.01.2016, 19:01 Uhr

Haiforscher Josef (Jupp) Baron Kerckerinck zur Borg räumte mit vielen Vorurteilen gegenüber Haien auf. Sein Vortrag im Gymnasium Nottuln fesselte Schüler und Lehrer.
Haiforscher Josef (Jupp) Baron Kerckerinck zur Borg räumte mit vielen Vorurteilen gegenüber Haien auf. Sein Vortrag im Gymnasium Nottuln fesselte Schüler und Lehrer. Foto: Dieter Klein

Haie – die Schrecken der Meere! Mörder und Menschenfresser? „Alles Unsinn, Schlagzeilen ohne Wahrheitsgehalt“, berichtete gestern der Haiforscher Josef (Jupp) Baron Kerckerinck zur Borg den Schülern des Nottulner Gymnasiums. Sein Hai-Vortrag im Forum war ein Geschenk an die Schule, die übrigens auch von der Tochter des früheren Steveraners besucht wird.

„Das war die informativste und tollste Bio-Stunde des Schuljahres“, waren sich die Schüler bald einig. Der adlige Hai-Forscher zeigte dazu teils atemberaubende, teils erschreckende Fotos und Filmausschnitte. Die Ausbeute von mehr als 150 Tauchgängen in allen Weltmeeren. Die meisten davon vor den Bermudas.

Aus seinen Erfahrungen mit allen möglichen Arten von Haien – wie Zitronenhaien, Walhaien, Hammerhaien oder den berüchtigten weißen Haien – schloss von Kerckerinck: „Man muss die Körpersprache der Haie beobachten und erlernen. Die Tiere sind unglaublich neugierig. Stellen sie aber die Brustflossen nach unten, zeigen sie Aggressivität. Dann sollte man sich ganz ruhig verhalten, nicht herumstrampeln oder gar wegschwimmen. Im Gegenteil: Immer den Blickkontakt mit den Haien suchen, bis sie sich dann gelangweilt davonmachen.“ Für den experten ist klar: „Der Mensch gehört nicht in das Beuteschema dieser Tiere. Dumm ist es dagegen, Haie aus der Hand füttern zu wollen. Das könnte Arme oder Beine kosten. Viele Taucher, die das versucht haben, wurden gebissen, verloren Arme oder Beine und starben an Blutverlust. Gefressen jedoch wurden sie nie.“

Der international bekannte Hai-Schützer machte keinen Hehl aus seiner Verbitterung über die asiatische Vorliebe, Haie zu fangen und ihnen dann vielfach noch bei lebendigem Leib die Flossen abzuschneiden. Unter Japanern und Chinesen gelten Haiflossen als Delikatesse. „Nur aus diesem Grund werden pro Jahr rund 100 Millionen Haie brutal abgeschlachtet.“

In diesem Zusammenhang beklagte von Kerckering auch die zunehmende Verschmutzung des „Lebensraums Meer“. So erfuhren die Schüler: „Zwei Drittel unseres blauen Planeten sind von Wasser bedeckt. Das wiederum produziert rund die Hälfte des lebensnotwendigen Sauerstoffs für uns Menschen. Nur wir sind zum Meer wenig liebevoll und entsorgen unzählige Mengen an Plastik darin.“ Als Beweis zeigte er Fotos von elendig verendeten Walen, Robben, Schildkröten und Seevögeln. „Die Tiere kennen nicht den Unterschied zwischen treibenden Quallen und Plastiktüten. Die verhungern mit vollem Magen an unverdaulichem Plastik.“

Ebenso schrecklich: „Im Pazifik schwimmt eine Plastikmüll-Halde von der Größe Indiens. Und ähnlich große Dreck-Inseln wurden auch schon im Atlantik gesehen und fotografiert. Dadurch kommt es, dass gut 80 Prozent aller Fische Plastik im Magen haben. Irgendwann essen wir also unsere eigenen Abfälle.“

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