Regierungspräsident Klenke vor Ort
Integration Thema Nummer eins

Nottuln -

Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke hat die Gemeinde Nottuln besucht und sich mit Verwaltung und Politik über aktuelle Themen ausgetauscht. Und in Schapdetten war er auch.

Freitag, 26.02.2016, 08:02 Uhr

Im Dettener Dorfladen 
Im Dettener Dorfladen  Foto: Dieter Klein

„Diese Gemeindebesuche sind von sehr großem Nutzen. Im unmittelbaren Gespräch erfährt man mehr als beim Aktenstudium.“ Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke war am Donnerstag in Nottuln. Wieder, muss man sagen. Denn erst im Dezember hatte er sich die Erstaufnahmeunterkunft in der ehemaligen Hauptschule angesehen (wir berichteten). Am Donnerstag war Klenke im Rathaus, um unterschiedliche Dinge mit Bürgermeisterin Manuela Mahnke sowie den Spitzen von Verwaltung und Fraktionen zu besprechen. „Aber natürlich war unser Hauptthema die Integration der Flüchtlinge“, erklärte er.

Aus der ersten Phase der Notaufnahmen sei man heraus. Entscheidend sei nun, dass die Kommunen Wohnraum schaffen für die, die länger bleiben. Dabei sollte man keine ausschließlich von Asylbewerbern bewohnten Viertel schaffen. „Das erschwert die Integration.“ Positiv bewertete er die von Verwaltung und Politik gemeinsam getragene Linie, nachhaltig und städtebaulich vernünftig zu bauen.

Der andere wesentliche Punkt für die Integration der Asylbewerber sei, dass diese Deutsch lernen. „Die Unternehmer sagen mir, dass sie die Leute gebrauchen können, wenn sie entsprechend beruflich nachqualifiziert werden“, sagt Klenke. Doch ohne Sprachkenntnisse werde das nicht funktionieren.

Natürlich war am Donnerstag auch das Schulwesen in der Gemeinde Nottuln ein Thema. Eine gutes Schulangebot sei ein wichtiger Standortfaktor, betonte Klenke. Und: „Man muss das Heft des Handelns frühzeitig selbst in die Hand nehmen, ehe einem ein anderer sagt, was man zu tun hat.“ Die Daruper Grundschule mache genau das, verwies die Bürgermeisterin auf das Konzept der Naturschule. Damit hebe sie sich von anderen Schulen ab und werde auch interessant für Familien, die nicht in Darup selber wohnen.

Kaum Hoffnung auf eine größere bauliche Entwicklung können sich die beiden kleinen Ortsteile machen. Die Zersiedlung solle verhindert, Bauland nur für den eigenen Bedarf geschaffen werden, verwies Klenke auf den Landesentwicklungsplan. Immerhin: In der jetzigen Situation, in der Wohnraum geschaffen werden muss, gehe man pragmatisch an diese Dinge heran.

Beim Thema Windenergie habe die Bezirksregierung – in der Regel im Konsens mit den Kommunen – mit dem aktualisierten Regionalplan ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt seien die Kommunen am Zug. In Nottuln werde man das Thema wieder aufgreifen, versprach Manuela Mahnke. „Wir haben aber im Augenblick andere Dinge zu tun, die dringender sind.“

Zum Abschluss seines Gemeindebesuches machte Klenke dann noch einen Abstecher nach Schapdetten. Der Bürgergenossenschaft Dettener Dorfladen hatte er bei der Verleihung des Schlaun Preises, bei der Klenke die Laudatio gehalten hatte, versprochen, noch mal vorbeizukommen. Dieses Versprechen löste er jetzt ein. „Ich finde es toll, dass die Leute anpacken und was für ihren Ort tun. Das ist sehr westfälisch gedacht.“

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