Kindernothilfe Nottuln
Kampf gegen Hungersnot

Nottuln -

Die Lage ist katastrophal: Haiti leidet. Und auch das Bildungszentrum „Stiftung Johannes Paul II“ in Jacmel ist betroffen. Doch die Kindernothilfe ist zur Stelle.

Dienstag, 31.05.2016, 22:05 Uhr

Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau: Auf diese Weise können sich die Menschen im Bildungszentrum „Stiftung Johannes Paul II“ über Wasser halten.
Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau: Auf diese Weise können sich die Menschen im Bildungszentrum „Stiftung Johannes Paul II“ über Wasser halten. Foto: Kindernothilfe Nottuln

Seit sechs Jahren betreut die Kindernothilfe Nottuln e.V. das Bildungszentrum „Stiftung Johannes Paul II“ in Jacmel auf Haiti. Dort sind bisher viele Spendengelder aus Nottuln eingesetzt worden. In den vergangenen Wochen nun hat die Kindernothilfe besorgniserregende Nachrichten aus Haiti erhalten, wie sie in einer Pressemitteilung berichtet:

Eine Reihe von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Turbulenzen hat die gesamte haitianische Bevölkerung im vergangenen Jahr weiter verarmen lassen. Um rund 15 Prozent nahm die Zahl der hungernden Menschen im Land zu. Von den 10 Millionen Einwohnern müssen 3,5 Millionen mit nur 2 Dollar pro Tag auskommen. „Das spürt man natürlich auch in dem von Nottuln aus unterhaltenen Bildungszentrum“, weiß Erich Rump von der Kindernothilfe.

Kindernothilfe unterstützt Haiti

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In einem Land, das 80 Prozent seiner Konsumgüter aus dem Ausland importiert, hat die Regierung darüber hinaus noch die Einfuhr der 23 wichtigsten Verbrauchsgüter an der Grenze zur Dominikanischen Republik verboten. Die Preise stiegen in einigen Fällen um bis zu 60 Prozent an, und gleichzeitig fiel die haitianische Landeswährung um 33 Prozent gegenüber dem US-Dollar, und die Inflation stieg in den letzten sechs Monaten von 7 auf 13 Prozent.

Strukturelle Ursachen kommen hinzu, vor allem die lang anhaltende Dürre, die jetzt schon über sechs Monate anhält und damit 55 Prozent der Ernte zerstört. Das von Nottuln aus unterstützte Projekt liegt in Jacmel, und der Ort ist einer der am stärksten von der Hungersnot betroffenen Region in Haiti.

So wie jede Familie, die in eine Verarmung rutscht, erlebt auch das Bildungszen­trum die gleichen Konsequenzen: alle Rücklagen müssen aufgebraucht werden. Deshalb hat die Leitung des Bildungszentrums entschieden, kurzfristig eine Agrarfläche anzupachten, um dort einen Großteil der benötigten Lebensmittel selbst anzubauen. Dadurch sollen die Ausgaben für Lebensmittel verringert werden und mittel- und langfristig sogar nur noch eigene Produkte (Obst und Gemüse) im Bildungszentrum, also in der dortigen Schule und dem dazugehörigen Internat, verwendet werden.

Für die Schaffung des landwirtschaftlichen Betriebes mussten kurzfristig Geldmittel zur Verfügung gestellt werden. „Die Kindernothilfe hat sich deshalb entschlossen, spontan mit einem Betrag in Höhe von 25.000 Euro das neue landwirtschaftliche Projekt zu unterstützen“, so Rump.

Eine größere landwirtschaftliche Fläche in den Bergen vor Jacmel ist angepachtet worden. Dort werden bereits Lebensmittel produziert. „Da es in den Bergen regnet und diese Region nicht von der Dürre betroffen ist, ist die Lebensmittelproduktion klimatisch nicht gefährdet“, weiß Rump. „Wir gehen davon aus, dass der einmalig zur Verfügung gestellte Betrag sinnvoll und nachhaltig eingesetzt ist.“

Durch dieses Projekt ist der Schul- und Internatsbetrieb des Bildungszentrums mit den täglichen Schulspeisungen gesichert. Die meisten Schüler im Projekt erhalten dort ihre einzig tägliche Mahlzeit.

Die Kindernothilfe bedankt sich bei allen Spendern für deren großzügige Hilfe und Unterstützung und werde, verspricht sie, wie bisher, die Spenden wirkungsvoll einsetzen.

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