Wirtschaftsförderin Andreja Urosevic
„Eine ganz spannende Aufgabe ist das hier“

Nottuln -

Sie ist seit Dezember im Amt und hat sich als erste Aufgabe die Kontaktpflege auf die Agenda geschrieben: Andreja Urosevic, Nottulns erste Wirtschaftsförderin. Die heimischen Unternehmer hat sie als selbstbewusst, kritisch, hart arbeitend und heimatverbunden kennengelernt.

Freitag, 24.06.2016, 07:06 Uhr

Andreja Urosevic in ihrem neuen Büro in der Von-der-Reck-Straße 9. Dort ist sie aber zurzeit eher selten anzutreffen. Denn die 36-jährige Wirtschaftsförderin der Gemeinde ist derzeit viel bei den Unternehmen unterwegs, um sich bekannt zu machen und diese kennenzulernen.
Andreja Urosevic in ihrem neuen Büro in der Von-der-Reck-Straße 9. Dort ist sie aber zurzeit eher selten anzutreffen. Denn die 36-jährige Wirtschaftsförderin der Gemeinde ist derzeit viel bei den Unternehmen unterwegs, um sich bekannt zu machen und diese kennenzulernen. Foto: Frank Vogel

Wirtschaftsförderung, das ist schon immer ihr Thema gewesen. Erst im Studium, dann in der freien Wirtschaft bei einem großen Dienstleister, bei dem sie zu den Themen Standortentwicklung und Expansion in ganz Europa unterwegs war. Und jetzt „von der anderen Seite“ – im öffentlichen Dienst. Andreja Urosevic ist seit Dezember als erste Wirtschaftsförderin der Gemeinde Nottuln tätig. Und sie ist begeistert: „Eine ganz spannende Aufgabe ist das hier.“

Zunächst hatte die 36-Jährige, die in Düsseldorf Geschichte und Geografie mit dem Schwerpunkt Wirtschafts- und Stadtgeografie studiert hat und dort auch heute noch wohnt, ihr Büro in der Domherrengasse. Seit Ende April ist sie an der Von-der-Reck-Straße 9 ansässig (Seiteneingang zur Gerburgis-Apotheke). Von montags bis freitags ist sie dort zu erreichen. Zumindest telefonisch über den Anrufbeantworter. „Ich rufe zurück“, verspricht Andreja Urosevic. „Aber zurzeit bin ich einfach viel unterwegs.“

Und genau so soll es sein. Die Wirtschaftsförderin hat vier Themenfelder, die sie bearbeitet: Die Kommunikation mit den Unternehmen, die Unterstützung bei Expansionsplänen, aber auch die Vermarktung von Gewerbeflächen sowie die Beseitigung von Leerständen und die Neuansiedlung von Firmen auf dem Gemeindegebiet.

„Das sind Aufgaben, die wir noch schärfen müssen und die mit der ganzen Verwaltung geleistet werden müssen“, erklärt Andreja Urosevic, dass sie sich als Schnittstelle für diese Themenfelder versteht, als Lotsin. „Die Spezialisten sitzen in unseren Fachbereichen. Spezifische Angebote etwa zur Unternehmensgründung gibt es bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Coesfeld. An diese und weitere Stellen kann ich die Interessenten vermitteln, wenn klar ist, was genau sie wünschen.“

Schwerpunkt ihrer Arbeit sei im Moment aber, sich bei den heimischen Unternehmen bekannt zu machen, diesen zu erklären, wo die Gemeinde helfen kann, vor allem aber zu erfahren, was die Wünsche der Unternehmen sind.

Über 70 Firmen habe sie bereits besucht und festgestellt: „Wir haben hier vor Ort eine bunte Mischung von Unternehmen und Branchen, da sind die Bedarfe sehr unterschiedlich.“ Oft gehe es um Bestandsschutz, Kundenbindung und Nachfolgeregelungen und natürlich um Rahmenbedingungen, die diese Themen sowohl positiv wie auch negativ beeinflussen.

Andreja Urosevic sammelt die Informationen, um eine Datenbasis zu schaffen, von der aus sie Angebote entwickeln kann. „Die Leute haben hier keine Scheu, die Dinge beim Namen zu nennen“, hat sie festgestellt. „Und das ist förderlich, um etwas zu bewegen.“

Auf Dauer möchte sie über die Kontaktpflege hinaus Veranstaltungen anbieten, die der Information der Unternehmer dienen. „Mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises stehe ich in engem Austausch und möchte deren Referenten und Themen auch nach Nottuln holen.“

Die Nottulner Unternehmen, so hat die Wirtschaftsförderin in ihren Gesprächen und Recherchen festgestellt, seien „unheimlich stark“, die Unternehmerinnen und Unternehmer „selbstbewusst, kritisch und hart arbeitend“. Und sie seien emotional eng verbunden mit dem Heimatort, hätten das Bewusstsein, Teil der Gemeinde und für diese da zu sein. Ehrenamtliches Engagement wie auch Sponsoring seien Zeichen dafür. „Das hat viel damit zu tun, dass wir hier viele Familienunternehmen haben, die in der Gemeinde verwurzelt sind und sich ihr verbunden fühlen.“

Das Vorhandene zu sichern, ist eines. Das andere ist, die Gemeinde wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Beim Thema Neuansiedlungen weiß Andreja Urosevic aus Erfahrung, dass man als Gemeinde aktiv werden muss. „Ich gehe da gezielt auf die Expansionsabteilungen der Unternehmen zu.“ Denn: „Nottuln ist nicht allein auf weiter Flur. Auch die anderen Kommunen wollen die Firmen für sich gewinnen. Da muss man sich anbieten, wenn man nicht zurückfallen will.“

Die Gemeindeverwaltung und die Unternehmerschaft in Nottuln werden in Zukunft noch enger zusammenrücken, prognostiziert sie: „Schließlich haben wir alle ein gemeinsames Ziel: Die Gemeinde und die einzelnen Ortsteile als zukunftsfähige Wirtschaftsstandorte zu festigen.“

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