Zurück aus Togo in Afrika
„Das ist eine ganz andere Welt“

Nottuln -

Diese Eindrücke wird Marcel Hinkerohe nicht vergessen. Der 21-jährige Nottulner war drei Wochen lang im Rahmen eines Hilfsprojekt des Overberg-Kollegs Münster in Togo/Westafrika.

Mittwoch, 27.07.2016, 07:07 Uhr

Marcel Hinkerohe mit Kindern des Aids-Zentrums „Vivre dans l’espérance“ und mit Dr. Atchou Essousso, der die Gäste willkommen hieß.                           
Marcel Hinkerohe mit Kindern des Aids-Zentrums „Vivre dans l’espérance“ und mit Dr. Atchou Essousso, der die Gäste willkommen hieß.                            Foto: Sammlung Marcel Hinkerohe

So ganz ist er noch nicht wieder zu Hause in Nottuln angekommen. Zwar kehrte Marcel Hinkerohe am Mittwoch vergangener Woche aus Togo zurück und befand sich bereits am Donnerstag als Mitglied der Nottulner Feuerwehr im Einsatz gegen den Starkregen, doch gedanklich hat er seinen Besuch in Togo noch nicht völlig verarbeitet. So intensiv sind die Eindrücke, die der 21-Jährige Nottulner bei seinem dreiwöchigen Einsatz in Dapaong im Rahmen des Hilfsprojekt des Overberg-Kollegs Münster gewonnen hat.

„Das ist eine ganz andere Welt“, betont der junge Mann. Ihn erstaunten die sehr lebensfrohen Einwohner dieses westafrikanischen Staates, die sich ihre Lebensfreude trotz der Armut und Not erhalten haben. „Die Freundlichkeit der Leute uns gegenüber und auch untereinander“, so erlebte es der Nottulner, „steht in keinem Vergleich zum Verhalten hierzulande.“

Marcel Hinkerohe gehörte zu den Teilnehmern der ersten Projektfahrt des Overberg-Kollegs Münster nach Togo. Sieben Studierende, zwei Lehrkräfte sowie eine Schulseelsorgerin des Weiterbildungskollegs lernten persönlich Land und Leute kennen, besuchten Einrichtungen und engagierten sich vor Ort in Dapaong, wo die ehemalige Schulseelsorgerin, Schwester Christa, seit drei Jahren lebt und arbeitet.

Marcel Hinkerohe zurück aus Togo

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  • Der 21-jährige Nottulner Marcel Hinkerohe reiste im Rahmen eines Hilfsprojekts des Overberg-Kollegs Münster nach Togo.

    Foto: Sammlung Marcel Hinkerohe
  • Der 21-jährige Nottulner Marcel Hinkerohe reiste im Rahmen eines Hilfsprojekts des Overberg-Kollegs Münster nach Togo.

    Foto: Sammlung Marcel Hinkerohe
  • Der 21-jährige Nottulner Marcel Hinkerohe reiste im Rahmen eines Hilfsprojekts des Overberg-Kollegs Münster nach Togo.

    Foto: Sammlung Marcel Hinkerohe
  • Der 21-jährige Nottulner Marcel Hinkerohe reiste im Rahmen eines Hilfsprojekts des Overberg-Kollegs Münster nach Togo.

    Foto: Sammlung Marcel Hinkerohe
  • Dr. Atchou Essousso, der an der Uni Münster promovierte, hieß die Gäste in der „Fondation Piscare“ willkommen.

    Foto: Sammlung Marcel Hinkerohe
  • Der 21-jährige Nottulner Marcel Hinkerohe reiste im Rahmen eines Hilfsprojekts des Overberg-Kollegs Münster nach Togo.

    Foto: Sammlung Marcel Hinkerohe
  • Der 21-jährige Nottulner Marcel Hinkerohe reiste im Rahmen eines Hilfsprojekts des Overberg-Kollegs Münster nach Togo.

    Foto: Sammlung Marcel Hinkerohe

Nach einem kurzem Aufenthalt in Togos Hauptstadt Lomé war die Gruppe über „teilweise abenteuerliche Wege“ mit dem Bus fast 700 Kilometer in die nördlichste Stadt des Landes gefahren. „In erster Linie haben wir mitgeholfen und gemeinsam gearbeitet“, fasst Marcel Hinkerohe die Zeit zusammen, in denen die jungen Deutschen dort den Eine-Welt-Gedanken praktiziert haben. So haben sie unter anderem mit den Jugendlichen vor Ort Modernisierungsarbeiten in der Bibliothek durchgeführt und Gartenanlagen gepflegt. Beim Besuch des Aids-Zentrums „Vivre dans l’espérance“ haben sie einen Nachmittag mit Kindern und Jugendlichen gebastelt. „Teilweise sind die Kinder als Babys in die Mülltonne gesteckt worden“, erfuhr der Nottulner beim Besuch im Aids-Waisenhaus, in dem der überwiegende Teil der Bewohner im Alter bis zu zehn Jahren bereits mit dem Aids-Virus infiziert ist.

Besonders für die togolesischen Mädchen habe der Besuch auch Ansporn sein wollen, sich schulisch weiterzubilden, weiß Marcel Hinkerohe. Er erzählt, dass dort der Wert der Frauen in erster Linie nach der Zahl ihrer Kinder gemessen werde, weshalb die Ausbildung der Mädchen und jungen Frauen sehr vernachlässigt werde. Deren Bildung ist der Organisation „Yarse“, eine Gemeinschaft zur Förderung der Frau in Dapaong, ein besonders Anliegen

Als Vertreter der „Fondation Piscare“ hieß die Besucher auch Dr. Atchou Essousso willkommen, der nach seinem Magisterstudium in Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Graduate School of Politics der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promovierte.

„Piscare“ stammt aus dem Lateinischen, bedeutet „fischen“ und spiegelt die Philosophie der Stiftung wider, die lautet: „Wenn ein Mann hungrig ist, ist es besser, ihn zu lehren zu fischen, als ihm einen Fisch zu geben.“

Beim Aufarbeiten des Besuches wird sich die Gruppe aus dem Münsterland nun Gedanken machen, wie es weitergehen soll mit der Hilfe. Angedacht sind etwa eine Schulpartnerschaft, so Marcel Hinkerohe, und wahrscheinlich jährliche Meetings der Helfer hierzulande und in Dapaong. Zeitnah begleiten können Interessierte die Arbeit im Internet (http: //overberg-kolleg.de/kollegleben/projekte).

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