Tansania
Unvergessliche Eindrücke

Nottuln -

Zwölf Tage war eine Gruppe aus Nottuln in Tansania und besuchte Schwester Dr. Raphaela Händler. Nach 38 Stunden Anreise war man am Ziel.

Freitag, 29.07.2016, 20:07 Uhr

Ankunft vor dem St.-Scholastika-Konvent in Mtwara (v.l.): Sr. Raphaela Händler, der Fahrer des Busses, Wilm Schmitz, Angelika Schmitz, Paula Emmelmann, Karsten Fiedler, Wilma Räkers, Elke Weßendorf, Simon Beumer, Margret Hattrup, Birgit Wember, Gabi Mense-Viehoff und Hugo Hattrup.
Ankunft vor dem St.-Scholastika-Konvent in Mtwara (v.l.): Sr. Raphaela Händler, der Fahrer des Busses, Wilm Schmitz, Angelika Schmitz, Paula Emmelmann, Karsten Fiedler, Wilma Räkers, Elke Weßendorf, Simon Beumer, Margret Hattrup, Birgit Wember, Gabi Mense-Viehoff und Hugo Hattrup. Foto: Hugo Hattrup

Vollgepackt mit unvergesslichen Eindrücken, umfassenden Informationen und jeder Menge Souvenirs ist die elfköpfige Nottulner Reisegruppe aus Tansania zurückgekehrt. Auf Initiative des Aktionskreises Joao Pessoa und auf Einladung der aus Nottuln stammenden Missionsbenediktinerin Schwester Dr. Raphaela Händler war die Gruppe für zwölf Tage nach Tansania aufgebrochen. Neben einigen Mitgliedern des Aktionskreises gehörten der Gruppe drei Schüler sowie drei Lehrpersonen des Gymnasiums Nottuln an, das mit seinen Sponsorenläufen einer der Hauptunterstützer der Arbeit von Sr. Raphaela ist.

Nach einer fast 38-stündigen Anreise – ein Anschlussflug war um sieben Stunden verschoben worden – und einer achtstündigen Busfahrt über rund 560 Kilometer von Dar es Salaam in den Süden Tansanias kamen die Nottulner kurz nach Mitternacht in Ndanda an.

Dort begann gleich am nächsten Morgen das Programm nach einer sehr herzlichen Begrüßung durch die fast ausschließlich einheimischen Schwestern des Konvents. Einer Besichtigung der Räumlichkeiten mit Kapelle, Bibliothek und vielem mehr schloss sich ein Besuch der Lehrwerkstätten im großen Komplex der Benediktinerabtei an.

Hier werden junge Tansanier in verschiedensten Berufen wie etwa als Kfz-Mechaniker, in der Landwirtschaft und in Bauhandwerken ausgebildet und beschäftigt. Für alle wird ein Lohn über dem landesüblichen Niveau inklusive Sozialversicherung gezahlt. Besonders beeindruckt waren die Besucher von der großen Schreinerei, in der Wohnmöbel und insbesondere Schulbänke gefertigt werden, sowie von der sehr leistungsfähigen Druckerei und Buchbinderei, die von einem engagierten deutschen Ordensbruder geleitet wird. Überraschend fanden die Nottulner, dass hier mit modernen Computern und Programmen auch ansprechende Layouts erstellt werden.

Am Nachmittag folgte ein kurzer Trip zum oberhalb der Abtei gelegenen klaren Bergsee, aus dem nicht nur sauberes Trinkwasser für Abtei, Konvent und Krankenhaus gewonnen, sondern mit Hilfe einer Turbine auch Strom erzeugt wird. Gern nahmen zumindest einige Besucher die Möglichkeit wahr, mit den Äbten und dem Priester darin zu schwimmen.

Besuch mit Sr. Raphaela bei einer Familie in einem Buschdorf.

Besuch mit Sr. Raphaela bei einer Familie in einem Buschdorf. Foto: Hugo Hattrup

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen von UZIMA, was mit „Leben“ übersetzt werden kann. Die Organisation hat sich vor Jahren auf Initiative von Sr. Raphaela und anderen gegründet, um AIDS-Kranken zu helfen und über HIV aufzuklären. Inzwischen ist das Programm deutlich ausgeweitet worden. Eine Präsentation und die unmittelbare Teilnahme an der Arbeit der dort Engagierten füllten den Tag.

Tags darauf wurde das Krankenhaus in Nyangao – in der Nähe von Ndanda gelegen – besucht, ein Hospital, das von Sr. Raphaela mit aufgebaut wurde und in dem sie jahrelang als Chefärztin gearbeitet hat. Spannend war zu sehen, wie eine leistungsfähige tansanische Klinik aussieht und mit wie einfachen Mitteln effektive Hilfe geleistet werden kann.

Sonntag ging es weiter nach Mtwara zum Strandhaus der Schwestern am Indischen Ozean. Endlich die Möglichkeit, ein wenig zu entspannen und die bereits gesammelten Eindrücke zu verarbeiten, denn am nächsten Tag war das Programm wieder sehr voll.

Zunächst besuchte die Gruppe die von Sr. Raphaela vor zehn Jahren gegründete „Aquinas Secondary School“, einer Sekundarschule mit 420 Schülerinnen und Schülern mit angegliedertem Wohnheim. Nachmittags wurde es dann ein wenig historisch dank der Besichtigung des kolonialen Verwaltungssitzes von „Deutsch Ostafrika“ in Mikindani.

Am nächsten Tag besichtigte die Gruppe die von den Schwestern betriebene und durchaus modern eingerichtete Tagesklinik „St. Mary‘s Dispencary“. Hier würden sich sogar die Teilnehmer der Gruppe behandeln lassen. Nach einer improvisierten Audienz beim Bischof standen noch Visiten des von Sr. Raphaela errichteten Kindergartens und einer ebenfalls von ihr initiierten Grundschule, die sich noch im Bau befindet, auf der Agenda.

Am Mittwoch hieß es in aller Frühe, Abschied von Sr. Raphaela zu nehmen, denn mit dem Flug nach Arusha im Norden Tansanias folgte der eher touristische Teil der Reise. Untergebracht in einer sehr afrikanisch anmutenden Zeltlodge, folgten zwei Tage mit Safaris im „Lake Manyara Nationalpark“ und im Ngorongoro-Krater voller intensiver Eindrücke in unmittelbarer Nähe zur wilden afrikanischen Tierwelt. Ein Besuch eines Massaidorfes sowie eines von seiner Führung und Einrichtung sehr beeindruckenden Waisenhauses rundeten das Programm ab, bevor der lange Rückflug in die Heimat begann.

Alle Reiseteilnehmer sind sich einig: Es war eine schöne, informative und beeindruckende Reise. Diejenigen, die bereits vor fünf Jahren dort waren, können von einem positiven und manchmal überraschenden Fortschritt der Projekte berichten.

Durch die Teilnahme an einigen Gottesdiensten und Vespern, durch Gebete und Gesänge bei den Mahlzeiten wurde deutlich, woher sich die Benediktinerinnen die Kraft für ihre Arbeit holen. Sehr beeindruckend war für die Besucher auch die Mitfeier des Sonntagsgottesdienstes in der Abteikirche: festlich bunt gekleidete Einheimische in den voll besetzten Bänken und ein mitreißender rhythmischer Chor.

Was sicher auch deutlich in Erinnerung bleiben wird, ist die herzliche Aufnahme bei den Schwestern in Ndanda und Mtwara, die gute Versorgung sowie Unterbringung und nicht zuletzt die gemeinsamen fröhlichen Abende.

Sr. Raphaela lässt alle Nottulner grüßen und bedankt sich ganz herzlich für die vielfältige Unterstützung.

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