Fall in Schapdetten
Podenco-Rüden Santo vergiftet

Schapdetten -

Der Rüde Santo der Familie Jentsch aus Schapdetten ist eingeschläfert worden, bevor er qualvoll an einer Vergiftung verenden musste. Die Suche nach dem Gift, das auch für andere Tiere gefährlich werden könnte, verlief bislang erfolglos.

Freitag, 19.08.2016, 06:08 Uhr

Santo, der hübsche Podenco-Rüde, bereicherte das Leben der Familie Jentsch aus Schapdetten. Nun wurde das Tier offensichtlich vergiftet.
Santo, der hübsche Podenco-Rüde, bereicherte das Leben der Familie Jentsch aus Schapdetten. Nun wurde das Tier offensichtlich vergiftet. Foto: Ralf Jentsch

Santo war der Name des hübschen Podenco, der das Familienleben von Ralf und Elke Jentsch aus Schapdetten bereicherte. Sie hatten ihn aus Spanien zu sich geholt, um ihn vor dem Tod auf der Straße zu retten und ihm hier ein schönes Hundeleben zu bieten. Aber nun ist Santo tot – vergiftet.

Anfang der Woche war Elke Jentsch wie immer mit dem munteren Vierbeiner „Gassi“ gegangen im Bereich des Schapdettener Sportzentrums, dort wo das Tier auch ohne Leine laufen darf. Da Santo von Haus aus sehr gerne fraß, achteten die Jentschs darauf, dass er unterwegs nichts aufnahm. Und obwohl Elke Jentsch nichts aufgefallen war, muss der Hund dennoch etwas gefressen haben. Denn einige Zeit später zeigte Santo erste Krankheitsanzeichen.

„Wir sind dann sofort zum Tierarzt“, so Ralf Jentsch . Nach eingehender Untersuchung wies die Symptomatik eindeutig auf eine Vergiftung hin, sehr wahrscheinlich durch Schneckenkorn. „Die Tierärztin hat es bestätigt“, so Ralf Jentsch. „Wenn das Gift erst einmal in den Darmtrakt eingedrungen ist, gibt es keine Rettung mehr.“ Und so war es dann auch für Santo. Er musste eingeschläfert werden, um ihm einen qualvollen Tod zu ersparen.

Die Eheleute taten dann genau das Richtige: Sie setzten sich mit dem Ordnungsamt in Verbindung und schilderten ihren Verdacht, dass im Bereich um das Schapdettener Sportzentrum Gift ausgelegt sein könnte. „Wir sind dem sofort nachgegangen und haben Außendienstmitarbeiter nach Schapdetten geschickt“, erklärt Stefan Pollender, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung der Gemeinde Nottuln. Die Mitarbeiter hätten die beschriebenen Bereiche akribisch abgesucht, jedoch nichts gefunden. „Wir haben keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefahr“, so Stefan Pollender. Aber: „Wir bitten Hundehalter, nicht nur in Schapdetten, sondern im gesamten Gemeindegebiet um erhöhte Aufmerksamkeit.“

Der zweite Weg führte Familie Jentsch dann zur Polizei. „Wenn ein Tier nachweislich vergiftet wurde, ist das ein Straftatbestand, der verfolgt wird“, bestätigt Ralf Storcks von der Pressestelle der Polizei Coesfeld, dass das Ehepaar richtig gehandelt hat. Weit verbreitet sei die Ansicht, dass es „nur“ eine Sachbeschädigung sei, wenn ein Tier zu Schaden kommt. Das stimme nur bedingt, so Storcks. Tiere, zu denen ein enger sozialer Kontakt besteht, wie es bei Hunden und Katzen der Fall ist, gelten nicht mehr als „Sachen“.

Storcks rät allen Tierbesitzern, auf jeden Fall Anzeige zu erstatten, wenn dem Tier durch Fremdverschulden etwas passiert, auch deshalb, weil die Polizei dann auch die anderen Hundehalter warnen könne. Außerdem werde Meldung an die Kollegen in den Bezirksdienststellen gemacht, die dann mit erhöhter Aufmerksamkeit ihre Gebiete abfahren.

Für Santo selbst kommt das zu spät, aber „vielleicht können wir ja die anderen Hundehalter in Schapdetten sensibilisieren und ihnen raten, aufmerksam zu sein“, hofft Ralf Jentsch. Damit nicht weiteren vierbeinigen Familienmitgliedern Santos Schicksal widerfährt.

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