Tansania: Uzima-Projekt
Lebenswichtige Unterstützung

Nottuln -

Das Uzima-Projekt, an dem Schwester Raphaela Händler in Tansania mitarbeitet, ist für die Bevölkerung ausgesprochen wichtig. Es verbindet die Themen Gesundheit und Bildung miteinander.

Samstag, 22.10.2016, 07:10 Uhr

Ein Hausbesuch bei einem von Aids betroffenen Jungen und seiner Großmutter. Die deutschen Gäste begleiteten ein Teammitglied des Uzima-Projekts und die Volunteers.
Ein Hausbesuch bei einem von Aids betroffenen Jungen und seiner Großmutter. Die deutschen Gäste begleiteten ein Teammitglied des Uzima-Projekts und die Volunteers. Foto: Birgit Wember

Die Reisegruppe, die im Juli Schwester Raphaela Händler in Tansania besuchte, lernte dort an einem Tag auch ein Projekt kennen, das beide Pfeiler des Engagements von Sr. Raphaela in Afrika in sich vereint: Gesundheit und Bildung. Darüber berichten Angelika Schmitz , Birgit Wember und Paula Emmelmann und laden gleichzeitig zum Tansania-Abend, der am Samstag (22. Oktober) um 19.30 Uhr im Pfarrheim stattfindet, ein:

„Uzima ist Leben“, so formulierte es Elvis Joseph Miti, der engagierte Leiter des Uzima-Projekts in Ndanda, bei unserem Besuch. Man kann Uzima auch mit „Fülle des Lebens“ übersetzen, und die Fülle des Lebens spürten wir Besucher an diesem Tag deutlich. Nicht nur die Begrüßung durch das Leitungsteam mit Gesang und Tanz fiel äußerst herzlich aus, auch die Vorstellung der Arbeit durch eine mitreißende Power-Point-Präsentation zeigte die Fülle des Lebens: Fürsorge, Hilfe für Kranke, Aufklärung, das Streben nach Bildung und Eigenständigkeit – und überall spiegelte sich eine ansteckende Lebensfreude wider.

Das Ziel des Projekts ist die Bekämpfung von AIDS durch den Aufbau von drei Säulen: Home-Based Care, Jugendprävention, Waisenkinder und Kinder in schwierigen Situationen.

Home-Based Care beinhaltet die häusliche Unterstützung und Pflege von Kranken. Geleistet wird diese Arbeit von Volunteers, ausgebildeten Freiwilligen, die aus den Dörfern stammen und in die Familien gehen, um HIV-Patienten, aber auch Patienten mit anderen chronischen Erkrankungen zu betreuen und ihre Familien zu stärken.

Seit 2009 ist ein weiterer Baustein dazugekommen: Home-Based Care für chronisch kranke Kinder. Auch hier fanden sich ausreichend Freiwillige, die sich mit großer Motivation fortbildeten und ihre verantwortungsvolle Aufgabe übernahmen.

2014 starteten die Verantwortlichen des Uzima-Projekts ein weiteres Programm: Palliative Care. Hier geht es um körperliche und seelische, also ganzheitliche Betreuung der Kranken.

Auch diese zwei Zwillingspärchen werden im Rahmen des Uzima-Projektes betreut.

Auch diese zwei Zwillingspärchen werden im Rahmen des Uzima-Projektes betreut. Foto: Birgit Wember

Wir Besucher durften die Volunteers bei ihrer Arbeit begleiten. Als die einzelnen Gruppen nach knapp zwei Stunden wieder zusammenkamen, war jede erfüllt von intensiven Begegnungen. Wir waren beeindruckt, mit welchem Engagement die Freiwilligen ihre Aufgaben bewältigen. Wir hatten erlebt, wie sehr Patienten und Familienmitglieder auf ihren Besuch und damit auf ihre Hilfe, ihre Ratschläge warteten. Aber auch die Freundlichkeit, die Dankbarkeit, die den Volunteers und auch uns Besuchern entgegengebracht wurden, und die Gelassenheit, mit der Armut und Krankheit ertragen werden, hinterließ bei allen tiefe Spuren.

Sr. Raphaela Händler ist Ärztin, und von daher lag der Fokus ihrer Arbeit in Afrika im medizinischen Bereich: Aufbau von Krankenhäusern und von Basisgesundheitsprogrammen. Hier im Uzima-Projekt verwirklicht sie seit 2006 eine weitere wichtige Erkenntnis im Kampf gegen AIDS: die gezielte und tabufreie Aufklärung der Kinder und Jugendlichen. Dazu besuchen die Mitarbeiter von Uzima sowohl die öffentlichen Grundschulen als auch die Sekundarschulen, um Schüler und Lehrer zu erreichen und mittels Rollenspielen, Vorführungen, Gesprächen, Gruppenarbeiten etc über die Infektionskrankheit, deren Prävention und neue Möglichkeiten der Therapie zu informieren.

Auch hier waren wir eingeladen, die Mitarbeiter zu begleiten. Die mit viel Verve, Schauspieltalent und Überzeugungskraft vorgetragenen Szenen zogen nicht nur die Schüler, sondern auch uns Gäste in den Bann. Bei aller Ernsthaftigkeit des Anliegens kamen Humor und Lebensfreude nie zu kurz.

In den „Jugendtreffs“, die Uzima neu aufbaut, sollen die Heranwachsenden nicht nur die wichtige Möglichkeit haben, sich auszutauschen, sondern auch zu lernen, ihr Leben eigenständig und selbstbewusst in die Hand zu nehmen. In diesem noch kleinen Baustein im großen Uzima-Projekt hat Sr. Raphaela besonders die jungen Mädchen und Frauen im Blick.

Wir wünschen dem Leitungsteam und den Freiwilligen von Uzima gutes Gelingen für ihre weitere Arbeit, die so wertvoll für die Menschen vor Ort ist.

Zum Thema

Wer das Uzima-Projekt in Tansania unterstützen möchte, kann Spenden auf das folgende Konto überweisen: Missions-Prokura Tutzing, für Sr. Raphaela Händler, Stichwort: Uzima; IBAN: DE72 7025 0150 0430 5709 86.

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