Gemeindewerke Nottuln
Chemikalie TFA im Trinkwasser entdeckt

Nottuln -

Im Trinkwasser ist die Chemikalie TFA nachgewiesen worden. Allerdings in einer sehr geringen Konzentration, wie die Gemeindewerke mitteilen. Was bedeutet das für die Verbraucher?

Montag, 19.12.2016, 21:12 Uhr

Der chemische Stoff TFA ist in geringen Mengen auch im Nottulner Rohwasser entdeckt worden. Das von den Gemeindewerken gelieferte Wasser kann aber weiter ohne Einschränkungen genutzt werden.
Der chemische Stoff TFA ist in geringen Mengen auch im Nottulner Rohwasser entdeckt worden. Das von den Gemeindewerken gelieferte Wasser kann aber weiter ohne Einschränkungen genutzt werden. Foto: Ludger Warnke

Nachdem bekannt wurde, dass der chemische Stoff Triflouracetat (TFA) aufgrund industrieller Einleitungen im Trinkwasser einiger Wasserversorger an Neckar und Rhein sowie aktuell in Nachbarwasserwerken nachweisbar ist, haben die Gemeindewerke Nottuln umgehend Untersuchungen auf TFA im Trinkwassernetz Baumberg und im Rohwasser des Wasserwerkes Nottuln durchführen lassen. „Im Bereich des Versorgungsgebietes Baumberg, das mit Trinkwasser der Gelsenwasser AG versorgt wird, sind 2 Mikrogramm pro Liter und im Rohwasser des Wasserwerkes Nottuln 3,2 Mikrogramm/L nachgewiesen worden“, teilten die Gemeindewerke gestern mit. Dennoch könne das von Gemeindewerken gelieferte Trinkwasser für alle Zwecke wie gewohnt ohne Einschränkungen verwendet werden.

Nach Information der Gelsenwasser AG sei nach der derzeitigen Datenlage davon auszugehen, dass die TFA-Belastung des Trinkwassers aus dem Wasserwerk Haltern aus der flächenhaften Anwendung von Pflanzenschutzmitteln stammt – nicht aus industriellen Einleitungen, berichten die Gemeindewerke weiter. Um diese Einschätzung abzusichern, sind dort umfangreiche weitere Analysen in Arbeit. Auch die Ursächlichkeit der TFA-Belastung im Nottulner Rohwasser ist noch nicht geklärt.

Für Stoffe, die wie TFA nicht mit einem Trinkwassergrenzwert belegt sind, hat das Umweltbundesamt (UBA) ein System allgemeiner Vorsorgewerte entwickelt. Sie werden als GOW (gesundheitliche Orientierungswerte) beziehungsweise VMW (Vorsorge Maßnahmenwerte) bezeichnet. GOW und VMW dienen in erster Linie der vorsorglichen Vermeidung von Belastungen ohne unmittelbaren Gefahrenbezug, erläutern die Gemeindewerke. Die Werte werden aufgrund unvollständiger Datenbasis mit hohen Sicherheitszuschlägen abgeleitet. So besteht selbst bei Überschreitung des GOW im Trinkwasser kein Anlass zu konkreter Besorgnis, wohl aber zu verbesserter Vorsorge. Das Umweltbundesamt überprüft derzeit die allgemeinen Vorsorgewerte für TFA auf Basis neuerer Untersuchungen.

Wenn Triflouracetat (TFA) als nicht mehr wirksames Abbauprodukt aus Pflanzenschutzmitteln ins Trinkwasser gelangt, hat das Umweltbundesamt einen derzeitigen GOW von 1 Mikrogramm/L festgelegt. Bei der Ableitung von gesundheitlichen Orientierungswerten sind ausreichende Sicherheitsspannen berücksichtigt. Da der GOW im Trinkwasser „Baumberg“ mit 2 Mikrogramm pro Liter und im Rohwasser Nottuln mit 3,2 Mikrogramm pro Liter lediglich moderat überschritten ist, besteht nach dem GOW-Konzept selbst bei drei- bis zehnfacher Überschreitung keine gesundheitliche Besorgnis, berichten die Gemeindewerke. Zudem wird das Nottulner Wasser mit Coesfelder Wasser, in dem keine Belastung nachweisbar ist, über den Hochbehälter gemeinsam in das Versorgungsnetz Nottuln eingespeist.

Der Vorsorge Maßnahmenwert (VMW) gibt an, ab welcher Konzentration zeitnah Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Aufnahme von Stoffen zu verringern. Er liegt für TFA mit 10 Mikrogramm/Liter deutlich über den aktuell gemessenen Trinkwasserkonzentrationen.

Trifluoracetate sind aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften (sehr gut wasserlöslich, mobil und stabil) bei der Trinkwasseraufbereitung praktisch nicht entfernbar. Zur grundsätzlichen Vermeidung müssen daher Umweltauflagen im Gewässer- und Ressourcenschutz greifen, betonen die Gemeindewerke. Behörden, Wasserversorger und Pflanzenschutzmittelhersteller diskutierten derzeit über Lösungen.

Was ist TFA?

Trifluoracetate (TFA) sind Salze der Trifluoressigsäure. Häufig werden die Verbindungen vereinfachend auch als „Trifluoracetat“ bezeichnet. Diese können aus unterschiedlichsten Quellen wie Einleitungen aus industriellen Herstellungsprozessen (zum Beispiel Synthese von Kältemitteln), Einträgen aus dem Abbau verschiedener Kunststoffe und aus dem Abbau von Pflanzenschutzmitteln stammen. Quelle: Gemeindewerke Nottuln

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