90. Geburtstag und „Steinerne Hochzeit“
„Es war Liebe auf den ersten Blick“

Appelhülsen -

Das können nicht viele Ehepaare feiern: Agnes und Franz Haverbeck sind seit 67,5 Jahren verheiratet. Steinere Hochzeit!

Mittwoch, 28.12.2016, 06:12 Uhr

Seit 67,5 Jahren verheiratet: Franz und Agnes Haverbeck aus Appelhülsen. Sie begeht heute ihren 90. Geburtstag.
Seit 67,5 Jahren verheiratet: Franz und Agnes Haverbeck aus Appelhülsen. Sie begeht heute ihren 90. Geburtstag. Foto: Dieter Klein

Am 28. Dezember feiert Agnes Haverbeck ihren 90. Geburtstag. Und nur wenige Tage später – am 4. Januar – mit ihrem Ehemann Franz das seltene Fest der „Steinernen Hochzeit “. Das heißt: Die beiden sind seit 67,5 Jahren miteinander verheiratet.

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich Agnes Haverbeck. „Ich arbeitete nach der Schulzeit in einer Nottulner Bäckerei , später dann in der Strumpffabrik Rhode . Doch noch während meiner Zeit als Bäckerei-Verkäuferin lernte ich den Franz kennen und lieben. So heirateten wir 1948 in Karthaus.“

Franz Haverbeck, der während der letzten Kriegsjahre auf einem Minensucher in der Ostsee gedient hatte, stieg nach seiner Heimkehr direkt in das Friseurgeschäft seiner Eltern ein. Und da Vater Johann auch noch als Obermeister die Friseurinnung leitete, war es für den jungen Gesellen klar, 1952 seine Friseur-Meisterprüfung abzulegen.

Fleißige Jahre folgten. Zuerst die Selbstständigkeit in einem Geschäft in Lüdinghausen. Ab 1959 arbeitete Franz Haverbeck dann in Appelhülsen, wo im Jahre 1970 der Einzug in den eigenen Neubau an der Bahnhofstraße erfolgte. Eine tückische Berufskrankheit zwang ihn aber, seinen eigenen Betrieb vorzeitig aufzugeben und zu verpachten.

Neben dem „Ehe-Rekord“ hält Franz Haverbeck auch noch den bei der Freiwilligen Feuerwehr. Hier ist der heute 91-Jährige seit 77 Jahren Mitglied. Seit nunmehr 31 Jahren in der Ehrenabteilung.

Zwei Kinder, ein Enkel und zwei Urenkel gehören inzwischen zu den Haverbecks. Viel Zeit für Hobbys hat der agile Appelhülsener aber nicht. Seitdem seine Agnes schwer seh- und geh-beeinträchtigt ist, kümmert er sich liebevoll um sie. „Einen Pflegedienst brauchen die beiden nur, um Medikamente zu besorgen“, erzählen die Kinder stolz. Franz Haverbeck kauft ein, kocht und kümmert sich ansonsten rund um die Uhr um seine Frau.

„Ja“, nickt sie dankbar und greift zärtlich nach seiner Hand. „Ohne ihn wäre das Leben schrecklich. Er pflegt mich, wo er kann. Und weil ich nicht mehr viel sehen kann, liest er mir morgens aus der Zeitung vor. Und der schöne Weihnachtsbaum, dessen helle Lichter ich noch erkennen kann, ist auch sein Werk. Danke, Franz.“

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