Menschen
Sahnehäubchen des Berufslebens

Nottuln -

In seiner Uniform kennt ihn wohl jeder: Polizeihauptkommissar Bernhard Bolte vom Bezirksdienst Nottuln. Zum 1. Februar geht der 61-Jährige in den Ruhestand. Zeit für eine Bilanz.

Samstag, 14.01.2017, 12:01 Uhr

So werden ihn die Nottulner nicht mehr sehen: Ein letzes Mal blickt Polizeihauptkommissar Bernhard Bolte aus der Tür des Polizeipostens auf das Treiben im Ort. Zum 1. Februar geht er in den Ruhestand.
So werden ihn die Nottulner nicht mehr sehen: Ein letzes Mal blickt Polizeihauptkommissar Bernhard Bolte aus der Tür des Polizeipostens auf das Treiben im Ort. Zum 1. Februar geht er in den Ruhestand. Foto: Ludger Warnke

Es waren vier Jahre, in denen er als Bezirksbeamter in Nottuln tätig war. Der geringste Teil seiner langen Dienstzeit. Und doch war diese Zeit prägend: „Die Jahre in Nottuln waren das Sahnehäubchen meines Berufslebens “, erzählt Polizeihauptkommissar Bernhard Bolte , der nun zum 1. Februar in den Ruhestand geht. „Ohne sie würde mir etwas fehlen“, gesteht der 61-Jährige, der seit 1978 mit seiner Frau und der heute erwachsenen Tochter in der Baumberge-Gemeinde lebt. Denn in diesen vier Jahren hat er seinen Heimatort noch einmal ganz besonders intensiv kennengelernt. „Als Polizeiposten ist man ja auch so etwas wie eine Sozialstation“, erzählt er mit einem Schmunzeln.

An solche Erfahrungen mag der junge Polizeischüler Bernhard Bolte beim Dienstantritt am 1. Oktober 1975 in der Polizeischule Stukenbrock bei Paderborn noch nicht gedacht haben. Die Ausbildung dort und auch in Selm-Bork meisterte der Nottulner souverän. Seine erste Dienststelle war das Polizeipräsidium Münster, wo er zunächst im Streifendienst und dann als Einsatzleiter tätig war. Von 1981 bis 1984 folgte ein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt, danach arbeitete Bolte als Dienstgruppenleiter eineinhalb Jahre im Bereich Ahaus/Gronau. 1986 folgte der Wechsel zur Kreispolizei Coesfeld. Hier war er von Anfang an als Dienstgruppenleiter tätig, bekämpfte unter anderem die Straßenkriminalität. Dann folgten die vier Jahre in seiner Heimatgemeinde Nottuln.

Was er erlebt hat? „Als Polizeibeamter erlebt man viele schöne, aber auch viele traurige Sachen“, erzählt er. Konkrete Details darf er natürlich nicht ausplaudern. Dienstgeheimnis!

Noch gut kann er sich aber daran erinnern, als er nach dem Mauerfall 1990 die Partnerpolizeibehörde in Straußberg besuchte, um dort beim Aufbau neuer Polizeistrukturen zu helfen. „Das war ein Eintritt in eine andere Welt.“ Als er einmal mit einem Kollegen dort eine voll besetzte Kneipe betrat, verstummten schlagartig die Gespräche, die ganze Atmosphäre veränderte sich. „Da habe ich die jahrelange Angst der Menschen gespürt“, erzählt Bolte.

Als Bezirksbeamter in Nottuln hat er die Aufgaben übernommen, mit denen wohl jeder Bezirksbeamte zu tun hat: Ermittlungsarbeit vor Ort, Kontrollen bei den Waffenbesitzern, Vollstreckung von Haftbefehlen, aber auch Besuche in Schulen und Kindergärten, Verkehrserziehung, um nur einige Aufgaben zu nennen. Was ihm aber wirklich nachhaltig aufgefallen ist: In Nottuln engagieren sich ganz viele Menschen mit Herzblut für andere. „Ob die Menschen in der Flüchtlingshilfe, in der Jugendarbeit, am Runden Tisch oder die Frauen vom Kolping-Handarbeitskreis, alle sind für mich Helden des Alltags“, sagt Bernhard Bolte mit großem Ernst. In einer solchen Gemeinde die letzten vier Berufsjahre gearbeitet zu haben – ein Sahnehäubchen.

Bezirksdienst

Der Polizeibezirksdienst in Nottuln wird auch künftig von zwei Beamten ausgeübt. Als Nachfolger von Bernhard Bolte hat Polizeihauptkommissar Wendelin Rölle nun Polizeioberkommissar Jürgen Reers (58) als neuen Partner bekommen. Der Coesfelder verfügt über eine langjährige Berufserfahrung.

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