Chorus Cantemus
Feuerwerk der musikalischen Freuden

Nottuln -

Der Chorus Cantemus hat mit einem begeisternden Konzert seine besonderen Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Und auch die musikalischen Mitstreiter glänzten.

Montag, 30.01.2017, 20:01 Uhr

Der Meisterchor Chorus Cantemus und das Kourion-Orchester boten unter der Gesamtleitung von Thomas Drees ein mitreißendes Konzert in der Nottulner Pfarrkirche.
Der Meisterchor Chorus Cantemus und das Kourion-Orchester boten unter der Gesamtleitung von Thomas Drees ein mitreißendes Konzert in der Nottulner Pfarrkirche. Foto: Benedikt Voß

Grün, lila, rot und da – plötzlich gelb! So zerplatzen die pyrotechnischen Kunstwerke zu Neujahr am Nachthimmel. Ein Freudenfeuer ist es und eines, das die bösen Geister vertreiben soll, damit das neue Jahr glücklich verlaufen möge. Glücklich konnte sich jetzt schon schätzen, wer am Sonntagnachmittag in der St.-Martinus-Kirche in Nottuln zum Neujahrskonzert des Chorus Cantemus gekommen war. Unter Leitung von Kantor Thomas Drees und mit der instrumentalen Unterstützung des Kourion-Orchesters Münster sowie mit Manfred Schwendner an der Orgel und Sopranistin Maike Delcour brannten die Musiker ein wahres Feuerwerk der musikalischen Freuden ab.

Bunt gespickt mit Highlights aus dem Chorrepertoire, bot das Konzert den zahlreichen Zuschauern ein faszinierendes Unterhaltungsprogramm, zu dem Moderator Thomas Witulski so manches Hintergrundwissen präsentierte. Er ordnete die Werke und Komponisten geschichtlich und künstlerisch ein und kündigte sie standesgemäß an.

Wie kaum ein anderer habe Johann Sebastian Bach es verstanden, das biblische Wort und die Musik miteinander zu verknüpfen. Sein Werk „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ von 1712 komponierte Bach für Quartett, Chor, Orgel und Orchester. So kamen die Zuhörer bereits ganz zu Beginn in den vollen Genuss sämtlicher Musiker. Im Quartett sangen Carolin Olbrich (Sopran), Corinna Prior (Alt), Arndt Johanning (Tenor) und Wolfgang Beckmann (Bass).

Zweifellos der Höhepunkt und das Herzstück des musikalischen Nachmittags war das bekannte „Magnificat“ des modernen Komponisten John Rutter. Hier verschmelzen Klassik und Moderne zu einer einzigartigen Liaison. Beeindruckend umgesetzt von Sängern und Instrumentalisten, ist es ein Stück, das seine Dramaturgie durch rasche Tempowechsel, feine Piano-Passagen und gewaltige Forten erzielt. Die achtstimmige Komposition schöpft dabei aus der musikalischen Schatztruhe des Orchesters, der Orgel und – nicht zuletzt – des Solo-Soprans. Meisterlich zu Gehör gebracht von Solistin Maike Delcour, hätte man sich einige Soli mehr von Rutter gewünscht. Die wunderbare Stimme war wie das berühmte Salz in einer äußerst schmackhaften Suppe. Es war eine mitreißende Inszenierung auf höchstem Niveau, bravourös dargebracht von Chor, Orchester, Organist und Solistin.

Großartige Solistin: Maike Delcour glänzte mit ihrer Sopranstimme.

Großartige Solistin: Maike Delcour glänzte mit ihrer Sopranstimme. Foto: Benedikt Voß

„Larghetto religioso“, das Orgelsolo des Komponisten Tauno Marttinen, gespielt von Manfred Schwendner, bildete den ruhigen Kontrapunkt zu Rutters Werk, bevor Mozarts „Laudate Dominum“ für Chor, Solo-Sopran und Orchester wieder etwas schwungvoller anzuhören war. „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Rudolf Mauersberger und „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy bildeten den Abschluss des Programms. Beide Stücke sind reine A-cappella-Werke, in denen der Meisterchor Chorus Cantemus sein Können nochmals unter Beweis stellen konnte. Jede Emotion kosteten die Sängerinnen und Sänger gefühlvoll aus und hinterließen eine Gänsehaut beim Zuhören.

Stehende Ovationen brandeten auf, als das Publikum seiner Begeisterung endlich Ausdruck geben durfte und den Musikern für ihre einzigartige Leistung dankte. Chor und Instrumentalisten wurden jedoch erst in den frühen Abend verabschiedet, nachdem sie zwei Zugaben abgeliefert hatten. Das musikalische Feuerwerk zum neuen Jahr, das sie in der Pfarrkirche entzündet hatten, brannte an diesem Abend sicherlich in so manchem Ohr weiter.

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