Amtsgericht Coesfeld
Paar wegen gemeinschaftlichen Betruges vor Gericht

Nottuln/Coesfeld -

Wegen gemeinschaftlichen Betruges, unter anderem in Nottuln, muss sich Paar, das gemeinsam mit sieben Kindern in Niederkassel lebt, vor Gericht verantworten.

Samstag, 25.02.2017, 12:02 Uhr

Das Amtsgericht Coesfeld. 
Das Amtsgericht Coesfeld.  Foto: Dieter Klein

Vor dem Schöffengericht der 3. Strafkammer beim Amtsgericht Coesfeld begann in dieser Woche ein Prozess mit ungewissem Ausgang. Wegen gemeinschaftlichen Betruges, unter anderem in Nottuln, muss sich Paar, das gemeinsam mit sieben Kindern in Niederkassel lebt, vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39-jährigen Mann und der 40-jährigen Frau „vier Fälle gewerbsmäßiger Täuschung unter Verwendung gefälschter Urkunden und falscher Führerscheine“ vor.

Laut Anklageschrift soll das Paar am 18. Mai 2014 bei einem Nottulner Gebrauchtwagenhändler vorstellig geworden sein und dort unter Vorhalt gefälschter Papiere ein nagelneues Wohnmobil im Wert von 36.000 Euro für einen dreiwöchigen Urlaub gemietet haben. Für Kaution und Miete hinterlegte das Paar 2700 Euro.

Nur wenige Tage später sei dieses Wohnmobil dann als vermeintliches „Schnäppchen“ im Internet angeboten worden und habe dort auch prompt einen Käufer gefunden.

Der Vermieter des Wohnmobils wartete vergeblich auf die Rückgabe des Fahrzeugs. Als die Mietzeit abgelaufen und das Wohnmobil nicht zurückgekehrt war, stellte der Nottulner Strafanzeige bei der Polizei in Dülmen.

In Dülmen befindet sich auch der Wohnmobil-Händler, bei dem der Nottulner Vermieter das Fahrzeug erworben hatte. Bei diesem Dülmener Händler meldete sich nun der Internetkäufer wegen fehlender Einrichtungen und Bescheinigungen. Bei der Überprüfung des ganzen Sachverhaltes fiel der Schlamassel auf, die Polizei stellte das Wohnmobil erst einmal sicher.

Laut Anklage hat das aus Südosteuropa stammende Pärchen zwischenzeitlich in der Hocheifel bei einem Wohnmobil-Vermieter ein neues Fahrzeug angemietet – wieder mit gefälschten Papieren. Auch dieses Fahrzeug sei dann kurz darauf im Internet zum Kauf angeboten worden.

Der Internetkäufer dieses Wohnmobils bekam aber Zweifel und schaltete die Polizei ein. Bei der Fahrzeugübergabe in Castrop-Rauxel nahm die Polizei das Pärchen dann fest.

Nun trafen sich alle vor der Richterbank des Coesfelder Amtsgerichtes wieder. Während draußen die Narren tobten, gab es im Saal 3 nur lange Gesichter. Denn nicht alle Zeugen erkannten die beiden auf der Anklagebank als die Täter von vor vier Jahren wieder. Außerdem war immer wieder die Rede von einem „dritten Mann“. Er soll das Duo gefahren haben.

Dazu kam, dass beide Verteidiger intensiv nachfragten und auf mögliche Widersprüche der Zeugen hinwiesen.

Der Vorsitzende Richter brach schließlich die Verhandlung ab. Ein weiterer Prozesstermin wird folgen.

Für den Nottulner Wohnmobilvermieter ist der Schaden beträchtlich. Wie bei der Verhandlung bekannt wurde, verlor er vor dem Landgericht Münster seine Ansprüche auf das von ihm vermietete Wohnmobil. Der Internetkäufer durfte es behalten.

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