Gymnasium Nottuln
„Das passt zu unserer Schule“

Nottuln -

Das Gymnasium ist sich sicher: Das Schulprofil der UNESCO-Projektschulen und der Name Rupert Neudeck stellen eine ideale Kombination dar.

Dienstag, 28.03.2017, 07:03 Uhr

Der Mitgründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck, steht inmitten von Kindern an Bord des Rettungsschiffes Cap Anamur (undatierte Aufnahme). Die Schulkonferenz des Gymnasiums hat sich für ihn als Namensgeber ausgesprochen.
Der Mitgründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Rupert Neudeck, steht inmitten von Kindern an Bord des Rettungsschiffes Cap Anamur (undatierte Aufnahme). Die Schulkonferenz des Gymnasiums hat sich für ihn als Namensgeber ausgesprochen. Foto: dpa

Überrascht zeigt sich das Gymnasium über das Vorgehen des Nottulners Dr. Hans Jürgen Schönhauser, der in einem Schreiben an den Gemeinderat den Namen „Gymnasium Martinum“ für die Schule ins Gespräch gebracht hat (wir berichteten). Dieser Vorschlag wie auch die inhaltlichen Beweggründe dafür hätten den schulischen Entscheidungsgremien frühzeitig vorgelegen, wie es auch weitere Vorschläge gab, betonte Schulleiter Holger Siegler gegenüber den WN. Und: „In intensiver Würdigung aller Argumente, auch derer von Herrn Dr. Schönhauser, haben sich alle Gremien mit sehr hohen Zustimmungswerten bis zur Einstimmigkeit für den Vorschlag ‚ Rupert Neudeck ‘ entschieden.“

Auf der Grundlage dieser Beschlüsse der Schulgremien hat das Gymnasium auch den Antrag an die Gemeinde gestellt, die Schule in „Rupert-Neudeck-Gymnasium Nottuln “ umzubenennen. Über diesen Antrag berät morgen Abend (Mittwoch) der Schul- und Sozialausschuss in öffentlicher Sitzung (19 Uhr, Forum Gymnasium).

In ihrem Antrag erinnert die Schule daran, dass sich unter der Moderation der stellvertretenden Schulleiterin Jutta Glanemann die aus Eltern, Schülern und Lehrern bestehende Zukunftswerkstatt der Schule mit Lösungen für eine zukunftsweisende Schulenwicklung befasst habe. Dabei sei deutlich geworden, dass vom Gymnasium eine hohe Integrationskraft ausgehe und die Schule mit einem großen politischen und sozialen Engagement verbunden werde. So ist das Nottulner Gymnasium schon heute Referenzschule von „Zukunftsschulen NRW“ (Sprachförderung für Flüchtlinge), praktiziert das Polit-Café, den Schüler- und Bürgerhaushalt, ist Agenda-Schule bei „Schule der Zukunft“, Fairtrade-Schule, unterstützt Nottuln als Klimakommune, zeigt soziales Engagement (beispielsweise Sponsorenlauf für AK Joao Pessoa, Schüler helfen Schülern, Afrika-Hilfe). Die Zukunftswerkstatt war sich einig, dass diese Stärken durch ein Schulprofil „und einen Namen, der dieses Profil aufgreift und bestärkt“, ausgedrückt werden sollten.

Schulleiter Holger Siegler betont im Antrag an die Gemeinde: „Die Zukunft braucht weltoffene, politisch kompetente und handlungsfähige Menschen mit Gestaltungskompetenz, die bereit sind, sich für zukunftsfähige Lösungen einzusetzen. Deswegen hat sich das Gymnasium Nottuln für das Profil der ‚UNESCO-Projektschulen‘ und für den Namen ‚Rupert Neudeck‘ entschieden.“ Unter dem Dach der UNESCO-Projektschulen ließen sich viele andere mögliche Profile vereinen und integrieren. „Wichtig ist es hier für das Gymnasium Nottuln, auch nach außen hin anzuzeigen, dass wir alle Begabungsprofile stärken und niemanden von unserer Schulgemeinde fernhalten wollen, was zum Beispiel durch ein stark sprachlich oder mathematisch-naturwissenschaftlich ausgerichtetes Profil eher der Fall wäre“, erläutert Siegler. Und: „Daraus ergibt sich für uns sachlogisch ein Name für die Schule, der diesen Zielen und Werten und den vielfältigen Aktivitäten unserer Schule Rechnung trägt.“

Kriterien für einen Namen seien unter anderem gewesen, dass dieser Name nicht schon anderweitig vor Ort verwendet werde, dass eine Identifikation mit dem Namensgeber möglich sei, diese Person durch ihr Leben und Werk spreche, aber nicht „übermenschlich“ wirket, dass der Name verschiedene „Denkrichtungen“ aus Religion, Politik, Gesellschaft entsprechend dem Schulprofil abdecke. Vor diesem Hintergrund fiel die Wahl auf Rupert Neudeck.

Schulleiter Holger Siegler: „Er steht für gelebte und kompromisslose Menschlichkeit, der sich nie mit Missständen abgefunden hat, sondern seine Aufgabe immer darin gesehen hat, einen praktischen Beitrag dazu zu leisten, die Not der Menschen zu lindern. Der Name Rupert Neudeck passt zu unserer Schule.“

Deshalb nun der Antrag an die Gemeinde, das Gymnasium umzubenennen. Holger Siegler: „Wir sind davon überzeugt, dass das Schulprofil der UNESCO-Projektschulen und der Name Rupert Neudeck für unsere Schule eine ideale Kombination darstellen – diese Überzeugung drückt sich nicht zuletzt in der überwältigenden Mehrheit in allen schulischen Gremien für diese Kombination aus!“

Rupert Neudeck

Rupert Neudeck (1939 – 2016) studierte Philosophie, Germanistik, Soziologie und Theologie. Er war Jesuit und arbeitete, nach seinem Austritt aus dem Orden und seiner Promotion an der WWU Münster, mehrere Jahre als Journalist. 1979 gründete er zusammen mit seiner Frau Christel und mit Unterstützung des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll das Hilfskomitee „Cap Anamur“, das sich bis heute weltweit für Flüchtlinge einsetzt. Neudeck erhielt zahlreiche Auszeichnungen und gilt als Vertreter einer radikalen Humanität. Gemeinsam mit Freunden aus dem Christentum und dem Islam gründete er 2003 die „Grünhelme“.

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