Kommunalpolitik
„Der Name ist wunderbar“

Nottuln -

Es ist ein Meilenstein in der Schulgeschichte. Das Gymnasium Nottuln bekommt einen eigenständigen Namen.

Donnerstag, 30.03.2017, 19:03 Uhr

Ein selten erlebter Moment in der Nottulner Kommunalpolitik: Ausschussmitglieder und Zuhörer erheben sich von ihren Plätzen und applaudieren begeistert.
Ein selten erlebter Moment in der Nottulner Kommunalpolitik: Ausschussmitglieder und Zuhörer erheben sich von ihren Plätzen und applaudieren begeistert. Foto: Ludger Warnke

Am Tag nach der historischen Namensentscheidung für das „Rupert-Neudeck-Gymnasium der Gemeinde Nottuln “ (wir berichteten) können Schüler, Lehrer und auch Eltern ihr Glück und ihre Freude immer noch kaum fassen. „Wir sind noch total euphorisiert“, erzählte stellvertretende Schulleiterin Jutta Glanemann am Donnerstagmorgen. In der Schule ist die Namensentscheidung vom Vorabend das Gesprächsthema Nummer 1. „Eine Welle der Begeisterung rollt durch unser Gymnasium“, freut sich Glanemann. Viele Menschen nehmen daran Anteil, freuen sich mit der Schule. „Wir haben schon ganz viele E-Mails mit Glückwünschen bekommen.“

Den Erfolg bei der Namenswahl hat sich die Schule mit sorgfältiger Vorbereitung erarbeitet. Das wurde auch am Mittwochabend im Schul- und Sozialausschuss der Gemeinde deutlich, der die politische Entscheidung über den künftigen Namen zu treffen hatte. In einer knapp 50-minütigen, sehr plausiblen und überzeugenden Präsentation informierten die Elternvertreter Andrea Quadt-Hallmann und Klaus Köttering, die Oberstufenschülerin Paula Emmelmann und stv. Schulleiterin Jutta Glanemann über die Arbeit der Zukunftswerkstatt, über die Herangehensweise zum neuen Schulprofil einer UNESCO-Projektschule und über die Auswahl des dazu passenden Namensgebers Rupert Neudeck .

Erfreulich: Die fünf weiteren UNESCO-Projektschulen im Münsterland sind begeistert von der Arbeit des Nottulner Gymnasiums und haben sich inspirieren lassen: Der nächste Internationale Projekttag der UNESCO-Schulen am 26. April 2018 wird sich im Münsterland mit Rupert Neudeck beschäftigen.

Deutlich machte das Gymnasium, dass sich alle Schulgremien entweder einstimmig oder mit sehr breiter Mehrheit für den Namen Rupert Neudeck ausgesprochen haben. Kleine Anekdote: Das Votum der Lehrerkonferenz war einstimmig. „Es war das allererste Mal, dass sich alle Lehrer unserer Schule einig waren“, schilderte Andrea Quadt-Hallmann mit einem Schmunzeln.

Die Schule hat natürlich im Vorfeld auch Kontakt zur Familie Neudeck aufgenommen. Sie hat keine Einwände, begrüßt die Namenswahl. Witwe Christel Neudeck schrieb dem Gymnasium: „Ihre Schule scheint mir genau zu dem zu passen, was er (Rupert Neudeck) gelebt hat!“

Auf die umfassende Präsentation, die immer wieder vom Beifall der Zuhörer begleitet worden war, reagierte die Politik mit einhelliger Anerkennung und großem Lob. „Bewundernswert“ und „vorbildlich“ nannte Silke Beckhaus (CDU) das Vorgehen des Gymnasiums. „Es wäre ein Schlag ins Gesicht der Schüler, Lehrer und Eltern, wenn wir dem Schulvorschlag nicht folgen würden“, meinte sie und signalisierte damit Zustimmung. Jutta Tiefenbach (UBG) zeigte sich „wahnsinnig beeindruckt“. Sie war begeistert vom Schulprofil („Das wird auch Nottuln gut tun“) und von dem Namen: „Wir freuen uns auf diesen Namen.“

„Respekt und Anerkennung“ sprach Klaus Kienle (Grüne) der Schule aus. „Sie gehen als Schule den richtigen Weg“, sagte er. Fraktionskollege Ludger Jaxy betonte: „Wir halten den Namen Rupert Neudeck für sehr gut gewählt und stimmen zu.“

„Hervorragende Arbeit“ attestierte Michael Volbers (SPD) dem Gymnasium. „Ich bin dafür“, machte er es kurz.

Britta Demming (FDP) lobte die „beeindruckende und überzeugende Vorgehensweise“ der Schule. „Der Name ist wunderbar. Er soll sich schnell herumsprechen.“

Angesichts dieser Stimmungslage fasste sich Dr. Hans Jürgen Schönhauser kurz. Er, der den Alternativvorschlag „Gymnasium Martinum“ ins Gespräch gebracht hatte, räumte mit Blick auf die vielen an der Sitzung teilnehmenden Schüler ein: „Die jungen Leute haben mich beeindruckt.“ Er könne sich zwar das Forum als Rupert-Neudeck-Saal in einem Gymnasium Martinum vorstellen, doch wenn die jungen Leute sich so sehr für ihren Vorschlag einsetzen, dann erinnere ihn das an ein Gespräch zwischen Kindern und Eltern. Und da sollten die Eltern nicht nur Verständnis zeigen, sondern im Endeffekt auch ihre Kinder unterstützen. Dafür erhielt er Beifall.

Die anschließende Abstimmung barg dann keine Überraschung mehr. Ohne Ausnahme stimmte der Ausschuss für den Namen „Rupert-Neudeck-Gymnasium der Gemeinde Nottuln“.

Ein Meilenstein in der Schulgeschichte. Im Forum brach lautstarker Jubel aus.

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