BI Südlich Lerchenhain
„Fäkalienwasser“ im Nonnenbach

Nottuln -

Die Bürgerinitiative Südlich Lerchenhain hat sich mit der Entwässerungssituation in Nottulns Süden beschäftigt. Sie sieht gefährliche Defizite und geht davon aus, dass sich diese mit dem Anschluss eines weiteren Wohngebietes verschärfen werden.

Dienstag, 09.05.2017, 07:05 Uhr

Vom Regenrückhaltebecken an der Kolpingstraße ist nicht viel zu sehen. Es liegt in der Erde und ist mit einem Deckel abgeschlossen (markiert durch die rot-weißen Pfosten).
Vom Regenrückhaltebecken an der Kolpingstraße ist nicht viel zu sehen. Es liegt in der Erde und ist mit einem Deckel abgeschlossen (markiert durch die rot-weißen Pfosten). Foto: Ludger Warnke

Mitglieder der Bürgerinitiative „Südlich Lerchenhain “ haben es selbst mehrmals im Jahr mit eigenen Augen gesehen: lange Fahnen von schmutzig-grauem, stinkendem Toilettenpapier, die am Absperrgitter vom Überlaufkanal des Regenrückhaltebeckens Kolping­straße hängengeblieben sind. Nicht am Gitter hängen bleibt das Wasser. Schmutzwasser, oder wie es die BI Südlich Lerchenhain nennt: „ Fäkalienwasser “. Dieses landet zwar verdünnt, aber ungehindert im Nonnenbach .

Eine Situation, die sich aus Sicht der BI zu verschlimmern droht. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass jedes weitere Baugebiet in Nottuln-Süd wie der jetzt geplante „Wohnpark südlich Lerchenhain“ die Schmutzfracht in den Nonnenbach vermehren wird. Diese Situation sei nicht tragbar. Zum einen wegen der Kinder, die dort häufig im Nonnenbach spielten, zum anderen aus ökologischen Gründen. Gerade in den Sommermonaten, wenn der Nonnenbach nur wenig Wasser führe, werde dies zum Problem. Denn das im Regenfall abgeschlagene Fäkalienwasser aus dem Regenrückhaltebecken sei mengenmäßig deutlich mehr als das Reinwasser des Baches.

Seitdem über ein neues Baugebiet neben dem heutigen Lerchenhain geredet wird, beschäftigen sich die in der BI mitwirkenden Bürger auch mit der Kanalisation und Entwässerung in ihrem Wohngebiet. Aus Sicht der Anlieger ist das Mischwasserkanalsystem in Nottuln-Süd bereits heute zu klein dimensioniert, der Anschluss eines neuen Wohngebietes an dieses Kanalsystem verschärfe die Probleme.

In den Fokus ihrer Betrachtungen haben die Bürger nun auch das vom Lippeverband an der Kolping­straße betriebene Regenrückhaltebecken genommen. Über die Erkenntnisse und Beobachtungen habe man die Untere Wasserbehörde beim Kreis Coesfeld, die Bezirksregierung Münster und den Naturschutzbund informiert, teilte die Bi mit.

Der Lippeverband Essen wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht jetzt zu der Situation am Regenrückhaltebecken äußern. Vielmehr verwies der Verbandssprecher auf die Sitzung des Betriebsausschusses am Donnerstag (11. Mai). An dieser Sitzung werden auch Vertreter des Lippeverbandes teilnehmen und informieren.

Der Sitzung sieht auch die Bürgerinitiative mit großer Erwartung entgegen (der öffentliche Teil beginnt um 19 Uhr im Forum des Gymnasiums). Angekündigt ist nämlich, dass die Entwässerungsplanung für das Neubaugebiet „Wohnpark Südlich Lerchenhain“ vorgestellt werden soll.

Betriebsleiter Peter Scheunemann informiert in der dazugehörigen Beschlussvorlage über die beiden wichtigsten Aufgaben, die die Planung lösen soll:

„1. Eine zusätzliche Belastung benachbarter Kanalisationsnetze durch die Ableitung des Schmutzwassers ist durch baulich-hydraulische Maßnahmen auszuschließen.

2. Die Ableitung des Niederschlagswassers ist durch ein separates Niederschlags-wassernetz mit Rückhaltung und gedrosselter Einleitung in ein Gewässer und damit unabhängig von benachbarten Kanalisationsnetzen umzusetzen.“

Ob diese Vorgaben eingehalten werden? Die Bürgerinitiative will ganz genau hinschauen.

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