Benefizkonzert
Singen und frieren

Appelhülsen -

Gänsehautatmosphäre in der Appelhülsener Kirche. Es gab tolle Musik zu hören. Für die Gäste aus den Philippinen war das deutsche Klima aber arg frisch.

Dienstag, 09.05.2017, 19:05 Uhr

Der philippinische Chor „Minstrels of Hope“ und der Jugendchor inCantare in der Appelhülsener Kirche.
Der philippinische Chor „Minstrels of Hope“ und der Jugendchor inCantare in der Appelhülsener Kirche. Foto: Corona Büning

„Bildung als Weg aus der Armut“, das sei das Ziel der „Minstrels of Hope“, wie Jörg Köchling erklärte. „Aber auch Gesang.“ Diesem Motto folgend, gab der philippinische Chor am Sonntagnachmittag gemeinsam mit dem heimischen Chor „inCantare“ ein Benefizkonzert in der Appelhülsener Kirche St. Mariä Himmelfahrt .

Das Konzert hatte unter ungünstigen Vorzeichen angefangen: Astrid Strege , die Leiterin von „inCantare“, fiel krankheitsbedingt aus. Aber Appelhülsens Kirchenmusik habe einen sehr breiten Kader, ähnlich wie der FC Bayern München, schmunzelte Köchling in seiner Begrüßung und präsentierte als Vertretung die „spontan von der Ersatzbank geholte“ Organistin und Leiterin der Steverlerchen, Kerstin Riegelmeyer.

So konnten die beiden Chöre doch noch problemlos singen, was sie auch voller Begeisterung taten. Vor etwa halb voller Kirche zeigten die „Minstrels“ stimmgewaltig und teilweise auch mit Tanzeinlagen ihr Können: Sie sangen Lieder aus ihrem Heimatland, Gospels, Musical-Hits, Musik von Bon Jovi und eine Vertonung des Angelus-Gebets mit gleicher Begeisterung. Auch das bekannte „Hallelujah“ von Leonard Cohen fehlte nicht und sorgte für Gänsehautatmosphäre in der Kirche.

Für Gänsehaut bei den musikalischen Gästen hingegen sorgte eher das deutsche Wetter. Sie sangen zwar in dünnen Rollkragenpullovern, aber wenn sie gerade nicht gefordert waren, wärmten sie sich lieber mit vorsorglich mitgebrachten Fleece-Decken.

Und auch die Sängerinnen von „inCantare“ ließen sich nicht lumpen und sangen einen kleinen, aber abwechslungsreichen Ausschnitt aus ihrem Repertoire. Zum Schluss sangen die beiden Chöre gemeinsam „We are the world“ und harmonierten so gut miteinander, dass man nicht merkte, dass sie vor dem Auftritt nur einmal gemeinsam geprobt hatten.

Mit dem endgültigen Schlusslied „Ich war noch niemals in New York“ zauberten die Musikerinnen und Musiker von den Philippinen den Zuhörern ein Lächeln auf die Gesichter.

Der Spendenerlös des Appelhülsener Konzertes geht an die Straßenkinderhilfe Kaibigan, die Kindern in Manila Wege aus der Armut bieten will. Die „Minstrels“, die die Situation dort aus eigener Erfahrung kennen, geben während ihrer etwa fünf Wochen in Deutschland etwa 50 Konzerte für diesen guten Zweck.

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