Kaplan em. Thomas Kathmann
Der Abschied fällt schwer

Nottuln -

Er wäre gerne geblieben, hätte gerne noch mit den Nottulnern seinen Glauben gelebt. Doch Kaplan Thomas Kathmann kann aus gesundheitlichen Gründen nicht weitermachen.

Freitag, 12.05.2017, 06:05 Uhr

Eine Szene aus dem Wirken von Kaplan em. Thomas Kathmann: Die Einsegnung der neuen Tribüne bei der DJK Grün-Weiß Nottuln.       
Eine Szene aus dem Wirken von Kaplan em. Thomas Kathmann: Die Einsegnung der neuen Tribüne bei der DJK Grün-Weiß Nottuln.        Foto: Patrick Schulte

Seinen Humor und seine Fröhlichkeit hat Thomas Kathmann nicht verloren. „Ich bin wahrscheinlich der einzige emeritierte Kaplan im ganzen Bistum“, schmunzelt er. Kapläne im Ruhestand, die gibt es in der Tat sehr selten. Seit dem 1. April ist Thomas Kathmann nicht mehr aktiv im Priesterberuf. Es sind gesundheitliche Gründe, die den Geistlichen dazu bewogen haben, den Bischof vorzeitig um die Versetzung in den Ruhestand zu bitten.

Krankheitsbedingt kann er den Beruf des Seelsorgers nicht mehr so ausüben, wie es sich für ihn gehört. Mit diesem Schicksal hadert Thomas Kathmann nicht. „Wissen Sie“, erzählt er und beugt sich dabei ein wenig nach vorne, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen: „Der Glaube hilft mir, das Beste daraus zu machen.“

Es ist Donnerstagmorgen, und Thomas Kathmann räumt seine Dachwohnung in der Schlaunstraße auf. Schließlich steht Ende des Monats der Umzug in seine alte Heimat Vechta zu Bruder und Vater an.

Der Abschied von Nottuln nach über zweijähriger Arbeit fällt ihm sichtlich schwer. „Ich habe Land und Leute lieb gewonnen. Der ganz Ort ist schön, ich fühle mich hier richtig wohl, ich fühle mich hier zu Hause.“

Bewusst hatte sich Kathmann, der erst den Beruf des Zimmermanns erlernte und am 12. Juni 2011 zum Priester geweiht wurde, für eine Kaplanstelle in einer ländlichen Gemeinde entschieden. Und seine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. „Ich habe das bekommen, was ich mir gewünscht habe“, dankt er für die Zeit.

Thomas Kathmann feierte in der Kirchengemeinde St. Martin nicht nur Messen, segnete Hochzeitspaare oder spendete Trost bei Trauerfeiern. Schwerpunktmäßig kümmerte er sich um die Jugend, arbeitete mit den Messdienern in Nottuln, Appelhülsen und Darup, mit den Sternsingern, den Pfadfindern und den Firmlingen. „Ich habe dass aber nie alleine gemacht, sondern da waren immer ganz viele, die mit mir die Arbeit geleistet haben. Denen möchte ich meinen ganz besonderen Dank aussprechen“, betont Kathmann.

Der leidenschaftliche Jäger (ein paar Gehörne zieren eine Wand im Wohnzimmer) denkt auch sehr positiv über das Seelsorgeteam. Er habe einen sehr positiven Rückhalt im Team verspürt, vor allem Dechant Caßens sei ihm ein guter Zuhörer und Berater gewesen.

Wenn Kathmann an seine Zeit in Nottuln denkt, sind es auch die vielen Kontakte und Gespräche mit den Menschen hier, an die er sich gerne erinnert. „Es war schön, beispielsweise beim Schützenfest die Leute noch näher kennenzulernen“, erzählt er. Genauso positiv habe er es gefunden, dass es auch Menschen gab, mit denen er gemeinsam beten und über den Glauben reden konnte.

Am Sonntag (14. Mai) wird sich Thomas Kathmann von der Pfarrgemeinde verabschieden. Im 11.15-Uhr-Gottesdienst wird er ein letztes Mal die Predigt halten. Dafür hat er sich das Jesus-Zitat „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6) ausgesucht. Thomas Kathmann möchte deutlich machen: Wohin der Weg einen Menschen auch führt, im Glauben an Gott ist es leichter, diesen Weg zu gehen.

Nach dem Gottesdienst lädt die Pfarrgemeinde zu einem Empfang ins Pfarrheim ein. Hier kann sich jeder auch persönlich von Thomas Kathmann verabschieden.

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