Verkehr in Nottulns Süden
„Planungsspaziergang“ mit den Anliegern

Nottuln -

Der Verkehr in Nottulns Süden ist eh schon nicht unproblematisch. Ein neues Baugebiet wird die Situation verschärfen. Die Gemeinde denkt über Lösungen nach - und will die Bürger einbeziehen.

Donnerstag, 11.05.2017, 20:05 Uhr

In den Nottulner Wohngebieten gilt Tempo 30. Doch nicht nur zu schnelle Autofahrer sind Anliegern ein Gräuel, auch der Durchgangsverkehr wird als zu hoch empfunden.
In den Nottulner Wohngebieten gilt Tempo 30. Doch nicht nur zu schnelle Autofahrer sind Anliegern ein Gräuel, auch der Durchgangsverkehr wird als zu hoch empfunden. Foto: dpa

Die Verkehrssituation in Nottuln-Süd zwischen Lerchenhain/Dülmener Straße und Steinstraße/Bodelschwingh­straße wird von vielen Anliegern kritisch gesehen. „Wir haben dort heute schon ein Problem“, betonte auch Fachbereichsleiter Karsten Fuchte von der Gemeindeverwaltung am Mittwochabend im Ausschuss für Gemeindeentwicklung. Das zweite Problem: „Es gibt keine eindeutig gute Lösung.“

Damit erinnerte Fuchte an die vor drei Jahren erarbeiteten Lösungsvorschläge für den Lerchenhain: Komplettsperrung von Straßen für Pkw, teilweise Sperrung durch Einrichtung von Einbahnstraßen oder gestalterische Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Alle drei Vorschläge stießen damals auf Zustimmung, aber auch auf Kritik.

Nun will die Gemeinde einen neuen Anlauf zur Verbesserung der Verkehrssituation unternehmen, da das neue Baugebiet „Südlich Lerchenhain“ zu einer „gewissen Verschärfung“ beitragen wird. Im Ausschuss präsentierte Fuchte ein Vorgehenskonzept, das eine möglichst umfassende Bürgerbeteiligung vorsieht. Danach wird die Verwaltung im Sommer mit interessierten Bürgern einen „Planungsspaziergang“ durch das Quartier veranstalten. Zum Abschluss findet ein Treffen an zentraler Stelle im Gebiet statt. Hier können die Bürger untereinander und mit der Verwaltung ins Gespräch kommen und ihre Meinung dokumentieren.

Im Anschluss werden alle Bewohner des Gebietes angeschrieben, und es wird ein Meinungsvotum abgefragt. Je nach Votum könnte eine Variante (zum Beispiel Sperrung/Einbahnstraßenregelung) im Rahmen eines Verkehrsexperiments für einen kurzen Zeitraum getestet und fachlich beobachtet werden.

Nach ihrem Abschluss wird die Testphase fachlich ausgewertet, geprüft und eine Vorzugsvariante ausgearbeitet. Die Ergebnisse sollen im Herbst der Politik vorgelegt werden.

Alle Fraktionen lobten dieses Vorgehen. Auch UBG-Fraktionsvorsitzender Jan Van de Vyle nannte es „hervorragend“, kritisierte aber, dass die Gemeinde bis heute den Ratsbeschluss aus 2013 zur Realisierung der Netzschlusslösung nicht umgesetzt habe. Was so viel heißen soll: Gäbe es diese innerörtlichen Entlastungsstraßen, würde sich manches heutige Problem gar nicht stellen.

Bei vier Gegenstimmen der UBG und einer Enthaltung der CDU begrüßte der Ausschuss das Vorgehen der Verwaltung.

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