„Südlich Lerchenhain“
Platz für rund 120 Wohneinheiten

Nottuln -

Drei Entwürfe sind im Gemeindeentwicklungsausschuss zum Baugebiet „Südlich Lerchenhain“ vorgestellt worden. Die Reaktionen der Politik waren kritisch bis zustimmend.

Donnerstag, 11.05.2017, 20:05 Uhr

Drei Entwürfe des neuen Baugebietes „Südlich Lerchenhain“ hat das Stadtplanungsbüro erarbeitet. Die Unterschiede liegen in der Straßenführung und der Zahl der Grundstücke und Gebäude. Die große rechteckige Fläche am unteren Ende des Plangebietes markiert jeweils das notwendige Regenrückhaltebecken.
Drei Entwürfe des neuen Baugebietes „Südlich Lerchenhain“ hat das Stadtplanungsbüro erarbeitet. Die Unterschiede liegen in der Straßenführung und der Zahl der Grundstücke und Gebäude. Die große rechteckige Fläche am unteren Ende des Plangebietes markiert jeweils das notwendige Regenrückhaltebecken. Foto: WoltersPartner Architekten & Stadtplaner GmbH

Das neue Baugebiet „Südlich Lerchenhain“ wird voraussichtlich Platz für rund 120 Wohneinheiten bieten. Diese Zahl als „grobe Richtschnur“ nannte Städteplaner Carsten Lang (Wolters­Partner Architekten & Stadtplaner GmbH) am Mittwochabend im Ausschuss für Gemeindeentwicklung. Mehrfamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser sowie das klassische, frei stehende Einfamilienhaus sollen möglich sein. „Wir haben versucht, möglichst viele Wohnformen unterzubringen“, betonte Lang, der dem Ausschuss und rund 100 interessierten Bürgern insgesamt drei Entwürfe für das Baugebiet präsentierte.

Allen Entwürfen gemein ist: Die Mehrfamilienhäuser sind an der Seite zur Dülmener Straße hin platziert, um das Verkehrsaufkommen besser bewältigen zu können. Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser sind dann im rückwärtigen Teil des Gebietes. Ebenfalls bei allen Entwürfen gleich ist die Haupterschießung. Über einen neuen Kreisverkehr im Bereich Dülmener Straße/Elisabeth-Selbert-Straße soll das Baugebiet angeschlossen werden. Schließlich: Alle drei Entwürfe beinhalten ein Regenrückhaltebecken, was zwingend erforderlich ist, und lassen die Möglichkeit zu, das Baugebiet noch einmal um ein Drittel zu erweiteren.

Unterschiede gibt es bei der weiteren Straßenplanung und damit beim Zuschnitt und der Anzahl der Grundstücke. Grund dafür: Im Baugebiet befinden sich bereits zwei Kanaltrassen. Während der eine Kanal am Rande des alten Wohngebietes Lerchenhain verläuft und unproblematisch ist, verläuft der andere Kanal mitten durch das Baugebiet, wobei er mehrmals seine Richtung ändert. In Variante 1 (im Foto die linke Planung) liegen private Grünflächen über dem Kanal. Über einen Grundbucheintrag müsste die Gemeinde absichern, dass dieser Bereich nicht überbaut wird. In den Varianten 2 und 3 (im Foto die mittlere und rechte Planung) liegen Straßen über der Kanaltrasse. Das macht es für die Gemeinde wesentlich einfacher, bei einer Sanierung an den Kanal heranzukommen.

Durch die unterschiedlichen Straßenkonzepte ergeben sich zwischen 92 und 97 Baugrundstücke. Das Architekturbüro rechnet bei den vier bis sechs Mehrfamilienhäusern mit sechs Wohneinheiten je Gebäude. Hier könne auch öffentlich geförderter Wohnraum entstehen.

Die Reaktionen der Politik auf diese Entwürfe waren kritisch bis zustimmend. Klaus Kienle von den Grünen erklärte, man wünsche sich eine größere Zahl von Mehrfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern. Es gelte, bezahlbaren Wohnraum für möglichst viele zu schaffen.

„Vorsichtig positiv“ ist die Haltung der CDU , wie Fraktionssprecher Hartmut Rulle erklärte. Kritisch sieht die CDU die Verkehrssituation und die bislang fehlenden Parkplätze. Informationsbedarf gebe es bei der Frage, welcher Wohnraum wirklich nachgefragt werde.

SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Gausebeck freute sich, dass öffentlich geförderter Wohnraum möglich ist. Die Durchmischung der verschiedenen Wohnformen sei gut.

„Kritisch positiv“ sei die Haltung der FDP, erläuterte Fraktionsvorsitzender Helmut Walter. Er war gegen die von den Grünen gewünschte weitere Verdichtung mit Mehrfamilienhäusern.

Nach Auskunft von Fachbereichsleiter Karsten Fuchte von der Gemeindeverwaltung besteht in Nottuln ein hoher Nachfragedruck nach allen Wohnformen. Da die Grundstückspreise die 200-Euro-Marke erreicht haben, geht er davon aus, dass der Großteil potenzieller Bauherren Grundstücke von 400 bis 450 m² favorisiert.

Wie geht es weiter?

Das Planungsbüro wird nun einen konkreten Bebauungsplanentwurf erarbeiten. Mit diesem will die Gemeinde im Sommer in die Offenlegung und Bürgerbeteiligung gehen. Fuchte: „Unser Ziel ist es, das Planverfahren relativ zügig abzuschließen. Vielleicht können wir sogar schon in einem Jahr den Satzungsbeschluss fassen.“

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