SliQ – Selbstständig leben im Quartier
Alle Bürger sollen Bescheid wissen

Nottuln -

Wenn Menschen in Nottuln aufgrund ihres Alters oder eines Handicaps Hilfe benötigen, gibt es eine klare Reihenfolge: Hilfe wird an erster Stelle immer bei Verwandten und Freunden gesucht, an zweiter Stelle kommen die Sozialstationen und ambulanten Dienste.

Freitag, 12.05.2017, 18:05 Uhr

Ergebnisbesprechung (v.l.): Bei Bürgermeisterin Manuela Mahnke und Fachbereichsleiter Benedikt Gellenbeck waren Marcus Hopp (Stift Tilbeck), Marie-Claire Kühn (SliQ Rheine), Projektkoordinatorin Katja Schimanski und Nicole Ruppert (praxisHochschule Rheine).
Ergebnisbesprechung (v.l.): Bei Bürgermeisterin Manuela Mahnke und Fachbereichsleiter Benedikt Gellenbeck waren Marcus Hopp (Stift Tilbeck), Marie-Claire Kühn (SliQ Rheine), Projektkoordinatorin Katja Schimanski und Nicole Ruppert (praxisHochschule Rheine). Foto: Iris Bergmann

„Was kann die Gemeinde tun, um den Bürgern zu geben, was sie brauchen?“ Bei der Beantwortung dieser Frage wird die Auswertung der in der Gemeinde Nottuln verteilten rund 9200 Fragebögen helfen, die im Rahmen des Projektes „Selbstständig leben im Quartier – SliQ“ im vergangenen Jahr verteilt wurden. Am Donnerstag trafen sich zum Gespräch Bürgermeisterin Manuela Mahnke, Fachbereichsleiter Familie und Soziales Benedikt Gellenbeck, Marcus Hopp vom Stift Tilbeck, Projektkoordinatorin Katja Schimanski, Marie-Claire Kühn vom SliQ Rheine-Dorenkamp und Nicole Ruppert von der praxisHochschule Rheine, die wissenschaftlich an der Auswertung beteiligt ist.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt des Stiftes Tilbeck geht nach nunmehr eineinhalb Jahren in die zweite Hälfte. Nachdem in den ersten 18 Monaten Informationen zusammengetragen worden sind, geht es jetzt darum, die Ergebnisse richtig zu bewerten und entsprechende Lösungen zu finden. Ausgewertet wurden und werden nicht nur die Fragebögen, sondern auch die Aktionen Bürgersofa, die Einzel- und Gruppeninterviews.

Durchaus zufrieden mit dem Rücklauf der Fragebögen zeigte sich Wissenschaftlerin Nicole Ruppert. Mit 7 Prozent habe es in Nottuln eine gute Beteiligung gegeben. Gleichzeitig sei aber festzustellen, dass über 60 Prozent derjenigen, die den Fragebogen zurückschickten, noch keinerlei Bedarf an Hilfe oder Unterstützung benötigten. 27 Prozent der Teilnehmer hingegen gaben an, Hilfsangebote zu nutzen, 6 Prozent nutzten kein Angebot, obwohl Bedarf da war.

Die Zugangswege für Hilfe und Unterstützung waren klar gegliedert: Hilfe wird an erster Stelle immer bei Verwandten und Freunden gesucht, an zweiter Stelle kommen die Sozialstationen und ambulanten Dienste. An dritter Stelle wurde das Internet als Informationsquelle genannt, wobei hier die Altersstruktur zeigte, dass je älter die Befragten waren, desto weniger das Internet eine Rolle spielt.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass ein hoher Prozentsatz der Befragten, die bis jetzt noch keine Hilfe in Anspruch nehmen mussten, „weniger gut informiert über Angebote waren, als diejenigen, die schon etwas brauchten“, so Ruppert. Da sei natürlich die persönliche Wahrnehmung im Spiel.

Dabei wollen es die Verantwortlichen aber nicht lassen. „Unser Ziel ist es, alle Bürgerinnen und Bürger aufmerksam zu machen und zu erreichen“, so der Tenor der Runde. Hier wird im zweiten Teil des Projektes angesetzt. Dann gilt es, Fragen zu beantworten, wie die Informationswege aussehen können oder wie die Informationen aufgearbeitet sein müssen, um die Menschen zu erreichen.

Dazu sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um dem Bürger die Möglichkeit zu geben, mitwirken und Ideen entwickeln zu können. Gleichfalls sollen die Anbieter von Hilfsangeboten an einen Tisch geholt werden, und eine Kooperation von Ehrenamtlichen und Professionellen ist angedacht.

„Im September planen wir ein Bürgerforum zu SliQ“, so Marcus Hopp. „Da sind alle eingeladen, mitzuwirken.“

Und mit „alle“ meinte Hopp die Bürgerinnen und Bürger aller Ortsteile. An dieser Stelle hakte Bürgermeisterin Manuela Mahnke ein: „Es wird noch zu sehr in Ortsteilen gedacht, nicht in gemeinsamer Gemeinde“, bedauert sie.

Die detaillierte Auswertung der Fragebögen befindet sich auf der Homepage des SliQ-Projektes ( www.projekt-sliq.de ).

Benedikt Gellenbeck machte bei dieser Gelegenheit auf die Homepage der Gemeinde Nottuln aufmerksam, auf der Hinweise zu Hilfsangeboten zu finden seien. Auch werde das Projekt Gegenstand der Sitzung des Sozialausschusses am 31. Mai (Mittwoch) sein.

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