Rupert-Neudeck-Gymnasium
Europas Jugend lebt es vor

Nottuln -

Der 15-jähriger Franzose Mathis Hybord und Deutsche Lukas Sydow sind Freunde geworden. Mathis fährt bald nach Haue. Lukas bleibt. Für beide aber ist Europa selbstverständlich.

Donnerstag, 06.07.2017, 19:07 Uhr

Berlin haben der Franzose Mathis Hybord (l.) und der Deutsche Lukas Sydow – hier in der Reichstagskuppel – auch zusammen erobert.
Berlin haben der Franzose Mathis Hybord (l.) und der Deutsche Lukas Sydow – hier in der Reichstagskuppel – auch zusammen erobert. Foto: Gymnasium Nottuln

Kurz nach den Osterferien ist er gekommen und genießt seitdem das (Schul-)Leben in Deutschland sehr: Mathis Hybord aus Chassieu bei Lyon. Der 15-Jährige nutzt das Programm Brigitte Sauzay , das es jungen Deutschen und Franzosen ermöglicht, an einen individuellen Schüleraustausch teilzunehmen. Im Rahmen dieses Programms des Deutsch-Französischen-Jugendwerks macht Mathis zurzeit seinen Gegenbesuch bei seinem Austauschpartner Lukas Sydow , der Schüler des Nottulner Gymnasiums ist.

Lukas hatte seinen Aufenthalt in Frankreich während des ersten Trimesters von September bis Dezember 2016 am Lycée Jean-Paul-Sartre in Bron verbracht. Nun also ist der junge Franzose zu Gast in Deutschland. Zusammen mit Lukas nahm Mathis am Unterricht der Einführungsphase des Gymnasiums teil und genoss es, einen weniger anstrengenden Stundenplan zu haben. „In Frankreich gibt es viel weniger Möglichkeiten für Freizeit, da unsere Schultage immer lang sind. Das Schulsystem ist hier besser. Nottuln ist ein bisschen wie mein Heimatort, klein, aber freundlich. Aber wir haben mehr Sonne!“, wird der junge Franzose im Pressetext des Gymnasiums zitiert.

Besonders das Freibad und die Eisdiele waren für die beiden Jungen immer wieder beliebte Treffpunkte auch mit anderen Jugendlichen. Beim Preisvergleich schneidet Deutschland besser ab: „Eine Kugel Joghurt-Eis für 1 Euro – das ist fantastisch!“, ließ Mathis seine Mitschüler wissen.

Bei verschiedenen Ausflügen nach Essen, Berlin und Potsdam sowie Oberhausen und Bremerhaven hat Mathis viel Kulturelles gesehen, selbst Hamburg und die Aussicht von der Plattform der Elbphilharmonie konnte er zusammen mit Lukas und dessen Familie genießen. Auf die Frage nach besonderen Ereignissen kommen ihm der Juxtag der diesjährigen Abiturienten und die Bollerwagentour am 1. Mai in den Sinn: „So etwas gibt es bei uns nicht. Das war cool. Wie alles mit Lukas.“

So sind die beiden Jungen wirklich gute Freunde geworden und haben auch in sprachlicher Hinsicht sehr von diesem Austausch profitiert. „Verständigungsschwierigkeiten gab es überhaupt keine“, versichert auch Lukas, der sich hervorragend um seinen Gastbruder gekümmert hat. „Besonders unseren Französischunterricht hat Mathis als Muttersprachler selbstverständlich bereichert. Somit ist dieser Austausch ein tolles Beispiel für gelebte deutsch-französische Freundschaft“, freut sich Elke Weßendorf als Französischlehrerin. „Da die Welt in Aufruhr und Europa im Wandel ist, sind in diesen unruhigen Zeiten solche Kontakte junger Menschen gerade mit unseren europäischen Nachbarn von unschätzbarem Wert.“

Für die beiden war es sicher nicht der letzte Besuch: Daher wird ein aufrichtiges „Au revoir et à bientôt!“ Mathis beim Abschied am Sonntag sicherlich begleiten.

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