Kommunalpolitik
Barrierefreier Ortskern: Es wird deutlich teurer

Nottuln -

Die Preissteigerungen in der Baubranche bekommt auch die Gemeinde Nottuln zu spüren. Die Kosten für den Umbau des Ortskerns steigen deutlich.

Donnerstag, 06.07.2017, 19:07 Uhr

Das Pflaster im Nottulner Ortskern muss erneuert werden. 
Das Pflaster im Nottulner Ortskern muss erneuert werden.  Foto: Iris Bergmann

Die Baukosten für den ersten Abschnitt des Projektes „Barrierefreier Ortskern“ liegen deutlich höher als bislang veranschlagt. Das hat die Ausschreibung ergeben. Wie bereits berichtet, hatten fünf Firmen Angebote abgegebene. Das günstigste liegt rund 80 000 Euro über den bislang veranschlagten Kosten von etwa 400 000 Euro. Nebenbei bemerkt: Das teuerste Angebot wich gar um knapp 90 Prozent von den veranschlagten Kosten ab.

„Das Budget reicht nicht aus“, informierte Fachbereichsleiter Karsten Fuchte am Mittwochabend die Fraktionen im Ausschuss für Gemeindeentwicklung. Er kündigte für die Ratssitzung am nächsten Dienstag eine umfangreiche Verwaltungsvorlage an, in der sowohl die Kosten als auch die Bauweise thematisiert würden. Es müsse politisch entschieden werden, wie mit den Kostensteigerungen umgegangen werden solle.

Fuchte wies darauf hin, dass gegenwärtig in nahezu allen Bereichen die Baukosten steigen und steigen. „Diese gestiegenen Baukosten verfolgen uns überall“, formulierte der Fachbereichsleiter und berichtete, dass sich für die Erschließung des Bebauungsplangebietes Nottuln-Nord eine Kostensteigerung von etwa 17 Prozent abzeichne. Die betroffenen Bürger seien bereits informiert, nach den Sommerferien soll dieses Thema in die politischen Beratungen.

Die Kostensteigerungen beim Projekt „Barrierefreier Ortskern“ rufen einmal mehr die betroffenen Anlieger auf den Plan. „Mit dem Ergebnis der durchgeführten Ausschreibung bestätigen sich unsere Sorgen hinsichtlich der Kostenentwicklung“, heißt es in einem neuen Anliegerschreiben an Verwaltung und Politik. Obwohl die Verwaltung die Bauweise (gebundener Einbau) entgegen aller bisher genannten Argumente plötzlich auf eine günstigere (ungebundene) Bauweise geändert habe, lägen die Kosten deutlich höher als veranschlagt.

Die betroffenen Anlieger fragen sich, ob das gemeindliche Angebot eines Ablösevertrages auf der Basis der bisherigen Kostenkalkulation noch gilt oder ob nun das Kostenrisiko mit einer KAG-Abrechnung nach Fertigstellung auf die Anlieger abgewälzt werde.

Aus Sicht der Anlieger ist bislang nicht deutlich geworden, in welchem Maße Arbeiten an der Wasserversorgung und an den Abwasserkanälen kostenmäßig berücksichtigt wurden.

Betroffene Anlieger wenden sich daher an die Ratsmitglieder. Im Schreiben heißt es: „Wir bitten Sie, hier die nötige Transparenz zu schaffen, die Kostenentwicklung kritisch zu hinterfragen und vor allem die Anlieger (wenn gewünscht zum Beispiel über die bisher besprochenen Ablöseverträge) aus dieser drohenden Kostenfalle herauszuhalten.“

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