Rhodeplatz
„Wir alle haben Bauchschmerzen“

Nottuln -

Die Handelserweiterung am Rhodeplatz wird weiterhin kontrovers diskutiert. Anlieger der Mühlenstraße sind strikt gegen den aktuellen Planentwurf.

Donnerstag, 06.07.2017, 21:07 Uhr

Der aktuelle Entwurf für die Erweiterung des Edeka-Marktes. Deutlich zu erkennen sind die P+R-Anlage entlang der Daruper Straße, der Kreisverkehr und der Busbahnhof direkt am Rand des Parks.
Der aktuelle Entwurf für die Erweiterung des Edeka-Marktes. Deutlich zu erkennen sind die P+R-Anlage entlang der Daruper Straße, der Kreisverkehr und der Busbahnhof direkt am Rand des Parks. Foto: Pfeiffer Ellermann Preckel Architekten und Stadtplaner BDA

CDU , SPD und FDP haben am Mittwochabend im Ausschuss für Gemeindeentwicklung entschieden, den neuen Bebauungsplan „Einkaufsbereich Rhodeplatz und ZOB Nottuln“ aufzustellen. Es geht dabei um die Erweiterung des Edeka-Gebäudes, um neue und größere Verkaufsflächen für die Drogerie Rossmann zu realisieren. Um den notwendigen Platz für die Gebäudeerweiterung zu schaffen, soll der Busbahnhof auf die Fläche der heutigen P+R-Anlage und die P+R-Anlage an die Daruper Straße (auf die Fläche des heutigen Rhodepark-Walls) verlegt werden. Die verkehrliche Erschließung des Busbahnhofs/Edeka-Parkplatz soll über einen neuen Kreisverkehr erfolgen. Soweit die Vorschläge des Investors.

Der mit 13:6 Stimmen gefasste Beschluss, der noch vom Rat bestätigt werden muss, bedeutet den Einstieg in ein umfangreiches Prüf- und Planverfahren, an dessen Ende nicht unbedingt die gewünschte Einzelhandelserweiterung stehen muss. Weil das Projekt in der Politik und in der Bevölkerung umstritten ist, betonte sowohl die Gemeindeverwaltung als auch die CDU-Fraktion, dass das Verfahren ergebnisoffen sei. „Ja, wir alle haben Bauchschmerzen. Das Risiko, dass wir aussteigen, ist durchaus da“, erklärte Hartmut Rulle (CDU) mit Blick auf den Investor.

Anlieger der Mühlenstraße lehnen das Projekt in der vorliegenden Form ab. Sie sehen eine massive Lärmbelästigung auf sich zukommen, wenn der Wall des Parks entfernt wird und dort ein Parkplatz entsteht, schilderten sie in der Sitzung. Auch sind sie gegen die Inanspruchnahme weiterer Flächen des Rhodeparks. „Das historische Herzstück von Nottuln soll zerschreddert werden“, formulierte eine Anliegerin.

Diese Sorgen teilen auch UBG und Grüne. Beide Fraktionen lehnten die Aufstellung des Bebauungsplanes ab. Nicht weil sie gegen das Gewerbe seien, sondern weil der vorliegende Entwurf keine Lösung darstelle. Wichtige Punkte wie die Unantastbarkeit des Parks oder die Verbesserung der Fußwege blieben unberücksichtigt. Ein Vertagungsantrag der UBG, um zunächst zu prüfen, ob andere Standorte für Busbahnhof und P+R-Anlage geeigneter sind, fand keine Mehrheit.

Aus Sicht von CDU, SPD, FDP und auch der Linken ist der Zeitpunkt gekommen, das förmliche Verfahren zu starten, um all die Problemstellungen genau zu untersuchen. Positiv bewerten sie, dass sich durch das Projekt die Möglichkeit ergibt, die Ortseingangssituation neu zu gestalten.

Für die Gemeindeverwaltung wies Fachbereichsleiter Karsten Fuchte darauf hin, dass im Bebauungsplanverfahren noch eine Vielzahl von Details und Problemen zu klären seien. So dürfe es zum Beispiel nicht zu einer unzumutbaren Lärmbelastung der Anlieger kommen.

Die Verwaltung wies darauf hin, dass das Verfahren mehrere Phasen der Bürgerbeteiligung vorsehe. Ausschussvorsitzender Wolf Haase ermunterte die Anlieger, den weiteren Verlauf des Verfahrens zu verfolgen und sich aktiv einzubringen.

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