Liebfrauenschule steht kopf
Eine ganze Schule feiert das Leben

Nottuln -

Die Liebfrauenschüler verwandelten ihren Schulhof am vorletzten Schultag in eine Festival-Arena. Ganz unschuldig waren die Lehrer daran allerdings auch nicht.

Donnerstag, 13.07.2017, 19:07 Uhr

„We are the world“ sangen Schüler, Lehrer und Gäste unter anderem zum Abschluss des Schulfestes. Dann ließen sie Ballons in den Himmel steigen.
„We are the world“, sangen Schüler, Lehrer und Gäste unter anderem zum Abschluss des Schulfestes. Dann ließen sie Ballons in den Himmel steigen. Foto: Bettina Laerbusch

Die Lebenslust ist zunächst nur zu hören. Wer die Burgstraße entlanggeht, bemerkt schon von Weitem Kinder und Jugendliche. Sie lachen. Sie feuern an. Sie klatschen. Wer um die Ecke Richtung Liebfrauenschule schaut, der sieht sie dann auch: 500 fröhliche Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer, die zusammen gerade ein mitreißendes Schulfest feiern.

Die Schüler geben alles an diesem letzten Donnerstag vor den Sommerferien – nicht verspannt oder gar verbissen wetteifernd, sondern im Team, ausgelassen, mit Leidenschaft und Herz: Von 9.30 bis 11.15 Uhr steht erst einmal eine Spieleolympiade im Mittelpunkt.

Lukas zum Beispiel ist einer von vielen, der sportliches und mentales Können beweist: Er balanciert zwei Gymnastikbälle auf seinen Händen, seine Arme sind dabei weit ausgestreckt. Über 1:35 Minuten hält er durch, Lara sogar über 1:50 min.

Die Lehrer Michael Nieborg und Ralf Wenking haben die Olympiade mit den Schülern vorbereitet. Nicht Leistungs-, sondern Fairnesspunkte gibt es. Die Liebfrauenschüler treten auch nicht jeweils allein, sondern in Teams an. Dazu passt, dass am Schulgebäude weithin sichtbar in roten Buchstaben „Refugees welcome“ zu lesen ist: Flüchtlinge willkommen.

Bereits am frühen Morgen haben Schüler und Lehrer ihren scheidenden und so beliebten Schulleiter Ulrich Suttrup von zu Hause abgeholt. Der spendiert jetzt, es ist circa 11 Uhr, der gesamten Schule Eiscreme – und gibt seinem designierten Nachfolger Heinrich Willenborg lachend mit auf den Weg, ihm es künftig – nicht nur zum Abschied, sondern jährlich – gleichzutun.

Das Bühnenprogramm beginnt nach der Olympiade gegen 11.30 Uhr. Es ist emotional, fröhlich – und herrlich laut. Es tritt zum Beispiel die Lehrerband mit Shubangi Yogendra, in normalen Leben Englisch- und Geschichtslehrerin an der Liebfrauenschule, auf. Die Frau hat eine Wahnsinnsstimme und reißt alle mit. Aber auch Schüler von Haus Hall, mit dem die Liebfrauenschule seit einem Jahr kooperiert, überzeugen. Das tun auch zum Beispiel die Mitglieder des Kurses Tanz, Darstellen und Gestalten. Die Lehrer Rudolf Höggemeier, Regina Westhoff und Shubangi Yogendra haben das Bühnenprogramm mit den Schülern auf die Beine gestellt. Für die ganze Technik ist übrigens auch ein Schüler verantwortlich: Luca Soujon aus der 9d.

Vergessen werden dürfen nicht die Eltern: Sie hatten schon am Vortag bei der offiziellen Verabschiedung von Ulrich Suttrup für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. „Es ist so viel übriggeblieben, dass wir heute damit noch die Schüler glücklich machen können“, sagt Christiane Schabos, stellvertretende Schulleiterin. Ein weiteres Beispiel für Eltern-Engagement: Eine Mutter, Martina Hensmann, ist für die Aktion „Gestaltete Bücher“ verantwortlich. Zum Schluss singt die ganze Schule „We are the world“ – und 100 Luftballons steigen in den Himmel.

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