Gemeindewerke
Nahwärme für St. Martinus

Nottuln -

Der Nahwärmeverbund Hummelbach der Nottulner Gemeindewerke wächst. Künftig wird auch die St.-Martinus-Kirche mit der durch die Holzhackschnitzelanlage erzeugten Wärme beliefert.

Donnerstag, 10.08.2017, 20:08 Uhr

Baustelle Ortskern: Am Donnerstagnachmittag begannen die Arbeiten zur Verlegung einer Nahwärmeleitung von der Aschebergschen Kurie bis zur St.-Martinus-Kirche.
Baustelle Ortskern: Am Donnerstagnachmittag begannen die Arbeiten zur Verlegung einer Nahwärmeleitung von der Aschebergschen Kurie bis zur St.-Martinus-Kirche. Foto: Ludger Warnke

Die Baustelle „Barrierefreier Ortskern“ ist kurzzeitig um eine zweite Baustelle gewachsen. Mitten zur Marktzeit begannen am Donnerstagnachmittag Arbeiter damit, auf einem rund ein Meter breiten Streifen der Stiftsstraße von der Ecke Boer bis zum Kunstgewerbegeschäft Fechter das Pflaster aufzunehmen und diesen Bereich durch Baken abzusperren. Die Arbeiten werden zwar ebenfalls von der Firma ausgeführt, die auch das neue Pflaster im Ortskern verlegt, dennoch handelt es sich um ein anderes Projekt: Die St.-Martinus-Kirche wird an den Nahwärmeverbund Hummelbach angeschlossen. Dafür werde nun die notwendige Wärmeleitung verlegt, erläuterte Peter Scheunemann , Leiter der Nottulner Gemeindewerke, im WN-Gespräch.

An der Baustelle liegende Geschäfte bleiben weiter erreichbar. Auch die Kreuzung Stiftsplatz/Stiftsstraße bleibt befahrbar. Wenn nichts dazwischenkommt, sollen die Arbeiten bereits am Montagabend abgeschlossen sein.

Die Pfarrkirche St. Martinus Nottuln.

Die Pfarrkirche St. Martinus Nottuln. Foto: Maxi Krähling

Betroffene Anlieger wurden am Donnerstagnachmittag von der zusätzlichen Baumaßnahme völlig überrascht und mutmaßten schon, hier werde vom Konzept „Barrierefreier Ortskern“ abgewichen. Doch dem ist nicht so, denn es handelt sich um ein davon getrenntes Projekt.

„Ohne Ortskernentwicklungskonzept hätten wir die Anbindung wahrscheinlich durch ein Spülbohrverfahren vorgenommen“, erläuterte Scheunemann. Angesichts der Bauarbeiten durch das Ortskernentwicklungskonzept habe sich jetzt die offene Bauweise angeboten, da die Straße ohnehin genau in der Leitungstrasse aufgebrochen worden sei.

Der Anschluss der Nahwärmeleitung erfolgt im Bereich der Sakristei.

Der Anschluss der Nahwärmeleitung erfolgt im Bereich der Sakristei. Foto: Ludger Warnke

Um die Pfarrkirche an den Nahwärmeverbund anschließen zu können, wird eine neue Leitung von der Ascheberg­schen Kurie bis zur Kirchensakristei verlegt. Die Gemeindewerke haben für die Erweiterung des Wärmenetzes bis zur Kirche insgesamt 67 000 Euro eingeplant. Diese Summe umfasst die Gesamtkosten für Tiefbau, Material, Leitungsverlegung, Wärmeübergabestation und Einbindungsarbeiten in die vorhandene Anlagentechnik. Ganz wichtig: „Auftraggeber und Rechnungsempfänger aller Arbeiten sind die Gemeindewerke Nottuln“, betonte Peter Scheunemann. Soll heißen: Diese Maßnahme hat abrechnungstechnisch nichts mit dem Ortskern-Projekt zu tun.

Der Werkeleiter zeigte sich sehr erfreut, dass die Gespräche mit der Kirchengemeinde St. Martin zu einem positiven Abschluss geführt werden konnten. „Wir erzielen dadurch eine bessere Auslastung unserer Anlagen und erhöhen die Wirtschaftlichkeit des Nahwärmeverbundes.“ Nicht zu vernachlässigen sei der Beitrag für den Klimaschutz. Denn die Energie des Wärmeverbundes wird durch die Holzhackschnitzelanlage (nachwachsende Rohstoffe) und durch Kraft-Wärme-Kopplung (Blockheizkraftwerk) erzeugt.

Nebenbei bemerkt: Die Pfarrkirche ist nicht das einzige Gebäude, das neu an den Nahwärmeverbund angeschlossen wird. Auch die drei neuen Gebäude auf dem ehemaligen Jugendheimgrundstück am Niederstockumer Weg werden ihre Heizenergie von den Gemeindewerken beziehen.

Die Kirchengemeinde St. Martin ihrerseits musste dringend eine neue Lösung für die Beheizung der Kirche finden, denn die alte Ölheizung ist eindeutig abgängig. Der nun vereinbarte Anschluss an den Nahwärmeverbund sei technisch eine interessante Lösung, sagte Andreas Groll, stellvertretender Leiter der Zentralrendantur Coesfeld-Dülmen, im WN-Gespräch. Hinzu komme, dass der finanzielle Aufwand nicht höher sei im Vergleich zu anderen Lösungen. Außerdem spiele der ökologische Aspekt eine Rolle.

Gegenwärtig klärt die Zentralrendantur mit Kirchengemeinde und Bistum das genaue Finanzierungskonzept für die neue Heizungsanlage. Schon jetzt zeichnet sich aber ein zusätzlicher Vorteil ab. Wenn die alte Ölheizung komplett ausgebaut ist, wird die Gemeinde viel mehr Lagerfläche in der Kirche haben.

Ziel sei es, dass rechtzeitig zur neuen Heizperiode alle Arbeiten abgeschlossen sind, erläuterte Andreas Groll.

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