Ortskern Nottuln
Freier Blick bleibt erhalten

Nottuln -

Die Aschebergsche Kurie und das Nebengebäude mit Polizei, KÖB und Seniorenstube sollen barrierefrei werden.

Donnerstag, 14.09.2017, 21:09 Uhr

Die Aschebergsche Kurie (l.) und das Nebengebäude mit Bücherei, Seniorenstube und Polizei sollen durch einen Glasvorbau mit Aufzug vor dem Seniorenstuben-Eingang und einen Glasgang im Obergeschoss miteinander verbunden werden.
Die Aschebergsche Kurie (l.) und das Nebengebäude mit Bücherei, Seniorenstube und Polizei sollen durch einen Glasvorbau mit Aufzug vor dem Seniorenstuben-Eingang und einen Glasgang im Obergeschoss miteinander verbunden werden. Foto: Iris Bergmann

Die Aschebergsche Kurie und das Nebengebäude, in dem Polizei, KÖB und Seniorenstube untergebracht sind, sollen barrierefrei umgebaut werden. Das hat der Gemeindeentwicklungsausschuss bei drei Gegenstimmen (Grüne, UBG) sowie einer Enthaltung (UBG) am Mittwochabend mit breiter Mehrheit beschlossen. Die Planer können den entsprechenden Vorentwurf nun ausarbeiten.

Im Ausschuss ging es vor allem noch einmal um die Alternative, die die Grünen ins Spiel gebracht hatten. Sie hatten vorgeschlagen, auf der Fläche zum Stiftsplatz hin ein neues Gebäude zu errichten. Architekt Reinhard Martin gab zu, dass der Vorschlag „nicht ohne Charme“ sei. Er gehe zurück in die Schlaunsche Zeit, in der die Aschebergsche Kurie nicht so frei gestanden habe wie sie es seit den 1980er-Jahren bis heute tut. Städtebaulich interessant sei sie, weil der Stiftsplatz neu gefasst werde. Schöne Zukunftsmusik, so Martin, wäre, wenn es gelänge, einen privaten Investor zu finden, der auf der Ecke am ehemaligen Café Boer ebenfalls ein neues Gebäude errichten würde. Damit entstünde eine Torsituation von der Stiftsstraße auf den Stiftsplatz.

Richard Dammann (Grüne) ergänzte, dass „jede Menge“ zusätzliche Nutzfläche (ungefähr 420 qm) geschaffen würde. Außerdem soll das neue Gebäude mit der Aschebergschen Kurie im ersten Obergeschoss mit einem Glasgang verbunden werden. Im Obergeschoss des Neubaus könnten Toiletten untergebracht werden, die alten Toiletten aus der Aschebergschen Kurie, die nur Platz wegnähmen, könnten entfernt werden. Außerdem könnte Platz für Verwaltungsräume gewonnen werden, die Seniorenstube könnte ins neue Gebäude umziehen, heller und barrierefreier werden. Und die Kosten (60 Prozent werden gefördert) seien mit rund 1,9 Mio. Euro nur wenig höher als beim Umbau der Aschebergschen Kurie und des Nebengebäudes (1,75 Mio. Euro).

Dammann gab allerdings zu, dass diese Variante nicht ohne Risiko ist. „Wir operieren da am Herzen der Gemeinde.“ Wenn das nicht gelinge, dann habe man sich städtebaulich versündigt. Reinhard Martin gab zu bedenken, dass der Blick auf die Aschebergsche Kurie verloren ginge, außerdem das Nebengebäude nicht angepackt würde.

Er stellte noch einmal den Testentwurf vor, der bei seiner ersten Präsentation vor einem halben Jahr das meiste Gefallen bei der Politik gefunden hatte. Danach wird an der Stelle, wo heute der Eingang zur Seniorenstube ist, ein „zurückhaltender“ Glasvorbau (mit Aufzug) geschaffen, der im ersten Obergeschoss mit einem Glasgang das Nebengebäude mit der Aschebergschen Kurie verbindet. Der Vorteil: Beide Gebäude würden barrierefrei gemacht.

Letzteres war der Anlass für die Planung gewesen. Und SPD , FDP und CDU plädierten dafür, „konsequent an dem festzuhalten, was wir ursprünglich machen wollten“, wie Markus Lunau (CDU) es formulierte. „Das Ortsbild, an das wir uns gewöhnt haben, bleibt so erhalten“, erklärte Helmut Walter. Ein Investor für die mögliche Torsituation sei nicht in Sicht, gab Wolfgang Danziger (SPD) zu bedenken. Alle Ausschussmitglieder mahnten an, eine vernünftige Lösung für die Toiletten zu finden (auch Behindertenbeauftragter Heinz Rütering erinnerte daran, dass eine öffentlich zugängliche Toilette eingeplant werden soll). Fachbereichsleiter Karsten Fuchte erklärte, dass neue Büroräume nicht förderfähig seien, die Neubauvariante dementsprechend teurer würde. „Und ein neues Rathaus ersetzt das auch nicht“, ergänzte Andreas Winkler (SPD).

Die UBG hatte Bedenken. Sie wollte die Entscheidung vertagen. Zurzeit seien so viele Projekte im Gange, dass man zunächst einen Überblick über das Kostenvolumen haben wolle, um zu sehen, was machbar sei und was Priorität genießen sollte. Andreas Winkler hatte durchaus Sympathien für diesen Vorschlag, verwies aber auf ein beschlossenes „schlüssiges Ortsentwicklungskonzept“, in dessen Rahmen die Maßnahme stehe. „Ich würde das jetzt ungern unterbrechen wollen.“ Das sah die große Mehrheit des Ausschusses genauso.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5150639?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
Nachrichten-Ticker