Autorenlesung
Fesselnde Lebensgeschichte

Nottuln -

Sabrina Janesch verfügt über ein originäres und vitales Erzähltalent. Und das bewies sie auch bei der Lesung aus ihrem neuen Roman „Die goldene Stadt“.

Freitag, 01.12.2017, 20:12 Uhr

Sabrina Janesch las in der Stiftsbuchhandlung Maschmann aus ihrem neuen Roman „Die goldene Stadt“ – und fesselte ihre Zuhörer.
Sabrina Janesch las in der Stiftsbuchhandlung Maschmann aus ihrem neuen Roman „Die goldene Stadt“ – und fesselte ihre Zuhörer. Foto: Iris Bergmann

„Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich es gern gelesen hätte.“ Sabrina Janesch lacht. Und wer der Autorin beim Vorlesen ihres neuen Romans „Die goldene Stadt“ gelauscht hat, der spürte ihre Begeisterung. Die Schriftstellerin war am Donnerstagabend bei Kornelia und Gerd Maschmann in der Stiftsbuchhandlung zu Gast – und wusste, ihre Zuhörer einzufangen.

Mit Sabrina Janesch, die in Münster lebt, kam eine frisch gekürte Preisträgerin ins Dorf: Am Tag zuvor war sie mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe ausgezeichnet worden. „Ich war völlig überrascht, und es war eine große Ehre“, verrät sie. In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: „Sabrina Janesch verfügt über ein originäres und vitales Erzähltalent.“ Und das zeigte sie auch in Nottuln. Sie las nicht nur lebhaft und begeisternd, sondern auch mit Leidenschaft.

Und ebenso ist auch die Geschichte in ihrem Roman, dem vierten insgesamt. Es ist die leidenschaftliche Lebensgeschichte des deutschen Ingenieurs und Pioniers Augusto Berns , der schon als ganz junger Mann auszog, das Eldorado zu finden.

Janesch stieß auf ihrer Reise nach Peru auf die Person Berns, der die Inka-Stadt Machu Picchu im 19. Jahrhundert wiederentdeckte. Bei ihren Recherchen war sie von der Figur zunehmend fasziniert: „Ich wollte den Menschen verfolgen, der solche Visionen hat, und wollte wissen, wie jemand beschaffen sein muss, dass er diesen Weg geht.“ Dazu recherchierte sie akribisch, sowohl in Peru als auch im Internet und fing dann erst an zu schreiben.

Heraus kam ein historischer Roman über einen deutschen Entdecker, dessen Lebensgeschichte über viele Umwege führte, der unter anderem am Bau der Brooklyn Bridge beteiligt war, zum Helden im spanisch-südamerikanischen Krieg wurde und als Vermesser für die peruanische Bahn arbeitete, bevor er sich endlich seinen Kindertraum erfüllte und sich auf den Weg machte, etwas Großartiges zu entdecken. „Seine Historie war so reich und faszinierend“, beschreibt Sabrina Janesch, „selbst wenn ich mir das alles hätte ausdenken können, wäre es nicht so schillernd geworden.“

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