Muslime und Christen feiern Advent
Keine Berührungsängste

Nottuln -

Das Kleiderstuben-Team hat die muslimischen Familien zu einem adventlichen Beisammensein eingeladen. Rund 40 Familien mit mehr als 100 Kindern nahmen teil.

Montag, 04.12.2017, 07:12 Uhr

Weit über 100 Gäste waren der Einladung des Kleiderstubenteams gefolgt und füllten das Johanneshaus beim Adventsfest.
Weit über 100 Gäste waren der Einladung des Kleiderstubenteams gefolgt und füllten das Johanneshaus beim Adventsfest. Foto: Marita Strothe

„Ich freue mich, dass so viele gekommen sind“, begrüßte am Samstag Edda Schäfer die großen und kleinen Besucher im proppenvollen Johanneshaus und zwei Sprachkundige übersetzten ihre Worte direkt in Arabisch und Persisch. Das Team der Kleiderstube der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde hatte die überwiegend muslimischen Familien, die von ihm als Kunden betreut werden, zu einer adventlichen Feier eingeladen.

„Im Gegensatz zu anderen Gemeinden gibt es hier bei den Flüchtlingen eigentlich keine Berührungsängste mit christlichen Festen“, hat Edda Schäfer festgestellt. Und die gut 40 anwesenden Familien mit insgesamt mehr als 100 Kindern gaben ihr Recht. Begleitet von Klaus Bratengeyer an der Gitarre, übten sie alle gemeinsam zu Kaffee, Tee, Plätzchen und Kuchen deutsche Adventslieder. „Lasst uns froh und munter sein“, klang schon recht kräftig, „Dicke, rote Kerzen“ ging trotz Text und Noten ein wenig zögerlich über die Lippen.

Begleitet von Klaus Bratengeyer an der Gitarre, übten alle gemeinsam deutsche Adventslieder.

Begleitet von Klaus Bratengeyer an der Gitarre, übten alle gemeinsam deutsche Adventslieder. Foto: Marita Strothe

Marianne Barkam hatte außerdem auf zwei Tischen Bastelmaterial für Windlichter bereitgestellt, das begeistert von den jüngeren Besuchern genutzt wurde, um aus einfachem Glas farbenfrohe, glitzernde Kerzenhalter zu gestalten.

Und dann waren die Kleinen kaum noch zu halten, als der Nikolaus kam. Josef Lütkecosmann im Bischofsgewand, begleitet von den Engeln Sabine und Gabi, erzählte ihnen, dass vor vielen Jahren in der Türke ein reicher Nikolaus gelebt habe. „Sein vieles Geld hat er nicht für sich gebraucht, sondern er hat davon viele Geschenke vor allen den Kindern gemacht. Später ist er dann auch Bischof geworden.“ Der Nottulner Nikolaus erklärte den Gästen, dass in Erinnerung an diesen mildtätigen Mann jedes Jahr Anfang Dezember in Deutschland den Kindern Geschenke gemacht werden.

Edda Schäfer rief nun eine Familie nach der anderen namentlich nach vorne, wo die Kinder vom Nikolaus und seinen Engeln Tüten bekamen. Viele Eltern nutzten die Gelegenheit, ihre Sprösslinge zusammen mit dem heiligen Mann zu fotografieren.

Für die Nikolaustüten hatte das Unternehmen RWT Jagdt GmbH & Co. KG Buntstifte im Wert von mehreren Hundert Euro gespendet, verriet Edda Schäfer.

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