Sturm im Münsterland
Alle Einsatzkräfte unverletzt

Nottuln -

„Friederike“ hat der Feuerwehr einen harten Tag beschert. Wehrführer Johannes Greve sprach am späten Nachmittag von rund 130 bis 150 Einsätzen.

Donnerstag, 18.01.2018, 20:01 Uhr

Die Motorsäge war das wichtigste Arbeitsgerät der Feuerwehr. Die Kirchengemeinde St. Martin sagte wegen Friederike das Rosenkranzgebet ab (kleines Bild).
Die Motorsäge war das wichtigste Arbeitsgerät der Feuerwehr. Die Kirchengemeinde St. Martin sagte wegen Friederike das Rosenkranzgebet ab (kleines Bild). Foto: Ludger Warnke

Sturmtief Friederike hat die Gemeinde Nottuln mächtig durchgeschüttelt, aber nicht in die Knie gezwungen. „Wir sind noch einmal gerade so mit einem blauen Auge davongekommen“, meinte Caglayan Korkmaz , Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung bei der Gemeindeverwaltung, am späten Donnerstagnachmittag. Gleichwohl gab es an verschiedenen Stellen im Gemeindegebiet doch größere Schäden. So riss der Sturm zum Beispiel in das Daruper Kirchendach ein großes Loch. Erfreulich: „Nach unseren Informationen sind Personen in der Gemeinde nicht zu Schaden gekommen“, hieß es sowohl von der Gemeindeverwaltung als auch vonseiten der Polizei Coesfeld.

Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr , die am Donnerstag ab 11.30 Uhr im Dauereinsatz war, blieben alle Einsatzkräfte unverletzt, freute sich Wehrführer Johannes Greve am frühen Abend.

Sturmtief Friederike über der Gemeinde Nottuln

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  • Im Pastorskamp in Appelhülsen ist ein Straßenbaum auf die Fahrbahn gefallen. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Doch sind durch den Sturm auch alle anderen Bäume gelockert worden. Jetzt werden alle gefällt.

    Foto: Karl Weckendorf
  • Umstürzende Bäume hatten eine Starkstromleitung zum Baumberg herabgerissen. Fachleute sperrten den Strom. Die Feuerwehr sicherte Wege und Straßen.

    Foto: Dieter Klein
  • Umstürzende Bäume hatten eine Starkstromleitung zum Baumberg herabgerissen. Fachleute sperrten den Strom. Die Feuerwehr sicherte Wege und Straßen.

    Foto: Dieter Klein
  • Umstürzende Bäume hatten eine Starkstromleitung zum Baumberg herabgerissen. Fachleute sperrten den Strom. Die Feuerwehr sicherte Wege und Straßen.

    Foto: Dieter Klein
  • An der Dorfstraße in Stevern hatte ein umstürzender Baum ausgerechnet das Fußgängerschild zum Altenheim umgerissen.

    Foto: Dieter Klein
  • Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

    Foto: Ludger Warnke
  • Die Feuerwehr war im Dauereinsatz und musste überall im Gemeindegebiet (hier in der Bauerschaft Buxtrup) umgestürzte Bäume und Sträucher, die die Straßen blockieren, entfernen.

    Foto: Ludger Warnke
  • Die Kirchengemeinde St. Martin hat reagiert: Das Rosenkrankgebiet in St. Martinus fiel aus.

    Foto: Ludger Warnke
  • Am Einkaufszentrum Oststraße (K+K) sind Teile der Deckenverkleidung herabgestürzt. Der Bereich wurde gesperrt. Der K+K war vom rückwärtigen Parkplatz erreichbar. Die anderen Geschäfte blieben zunächst geschlossen.

    Foto: Ludger Warnke
  • Sturzgefahr: Das Ordnungsamt sperrte den Bereich um den Weihnachtsbaum auf dem Stiftsplatz.

    Foto: Ludger Warnke
  • Die Alte Amtmannei wurde gesperrt, weil Dachpfannen herabgefallen sind.

    Foto: Ludger Warnke
  • Die Alte Amtmannei wurde gesperrt, weil Dachpfannen herabgefallen sind.

    Foto: Ludger Warnke
  • Die Alte Amtmannei wurde gesperrt, weil Dachpfannen herabgefallen sind.

    Foto: Ludger Warnke
  • Der Sturm wirbelte an vielen Gebäuden Dachpfannen vom Dach.

    Foto: Ludger Warnke
  • Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

    Foto: Ludger Warnke
  • Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

    Foto: Ludger Warnke
  • Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

    Foto: Ludger Warnke
  • An der Ampelkreuzung in Appelhülsen brach ein großer Ast ab und hat einen Wagen beschädigt.

    Foto: Ludger Warnke
  • Gestrandet: Der Intercity von Köln nach Emden musste in Appelhülsen warten. Rund 80 Fahrgäste saßen fest.

    Foto: Ludger Warnke
  • Auch am Ludgeruspättken brachte Friederike Bäume zu Fall.

    Foto: Jürgen Gerhard
  • Auch am Ludgeruspättken brachte Friederike Bäume zu Fall.

    Foto: Jürgen Gerhard
  • Auch am Ludgeruspättken brachte Friederike Bäume zu Fall.

    Foto: Jürgen Gerhard

Die Schulen in der Gemeinde machten am Donnerstag von der Möglichkeit des vorzeitigen Schulschlusses Gebrauch. „Viele Schüler sind aber auch gar nicht erst gekommen und zu Hause geblieben“, schilderte stellvertretende Schulleiterin Jutta Glanemann vom Rupert-Neudeck-Gymnasium. Alle Schulen sorgten für eine Betreuung der Kinder, die in der Übermittags- und Nachmittagsbetreuung sind oder aus sonstigen Gründen nicht vorzeitig nach Hause konnten.

Für die Freiwillige Feuerwehr in der Gemeinde löste die Kreisleitstelle um 11.30 Uhr den Notstand aus: Alle Gerätehäuser und Wachen mussten besetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt traf Nottuln die erste volle Wucht des Sturms.

„Eigentlich habe ich nachher Spätschicht“, sagte ein Feuerwehrmann. „Aber das kann ich mir wohl abschminken. Das wird ein langer Tag für uns.“

Er sollte recht behalten. Weil die Kreisleitstelle Coesfeld überlastet war und ausfiel, sprangen die örtlichen Feuerwachen als Einsatzzentralen ein. In der Feuerwache Nottuln zum Beispiel koordinierten zwei Feuerwehrleute mit Unterstützung des Ordnungsamtes die Einsätze. Neben Feuerwehr und Ordnungsamt war natürlich auch der Bauhof der Gemeinde im Dauereinsatz.

Wie Stephan Gorke, Pressesprecher vom Löschzug Nottuln berichtete, drehten sich die Notfallmeldungen zu 80 Prozent um umgestürzte Bäume. Die Motorkettensäge war das wichtigste Gerät der Feuerwehr. Bis zum Nachmittag verzeichnete allein der Löschzug Nottuln rund 50 Einsätze. „Tendenz weiter steigend“, betonte Stephan Gorke.

Im Einsatz waren am Donnerstag aber alle Feuerwehrleute aus Nottuln, Appelhülsen, Darup und Schapdetten. Das Team der in Appelhülsen stationierten Drehleiter half im Rahmen der Nachbarschaftshilfe auch in Havixbeck. Wehrführer Johannes Greve sprach am späten Nachmittag von rund 130 bis 150 Einsätzen im Gemeindegebiet. Ein Ende war noch nicht abzusehen. „Viele Bürger kommen jetzt erst von der Arbeit nach Hause, entdecken einen Schaden und rufen uns an“, schilderte er.

Ein großes Lob sprach der Wehrführer allen Feuerwehrleuten in der Gemeinde aus: „Ich bin wirklich hoch zufrieden, wie die Kameraden die Einsätze gemeistert haben“, betonte Greve. Auch die Koordination der Einsätze in allen vier Ortsteilen sei nach dem Ausfall der Kreisleitstelle sehr gut gelaufen. „Das hat alles super geklappt, ich bin sehr zufrieden.“

Ein Lob, dem sich Bürgermeisterin Manuela Mahnke anschloss. Sie verschaffte sich am Donnerstag ebenfalls einen Überblick über die Lage in der Gemeinde und fuhr alle Ortsteile ab.

Auch wenn das Sturmtief Friederike nun weitergezogen ist, sollten die Bürger nach wie vorsichtig auf den Straßen und Wegen unterwegs sein. Es können immer noch Dachpfannen locker sein und herabstürzen. „Abgesperrte Bereiche sollte man auf gar keinen Fall betreten“, bat Wehrführer Greve um besondere Vorsicht.

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