Kläranlage Nottuln
Als die Abwasserreinigung kam

Nottuln -

Es gibt sie nicht mehr, aber sie ist ein Teil der Ortsgeschichte: die erste Kläranlage in Nottuln.

Donnerstag, 25.01.2018, 06:01 Uhr

Beim Bau der ersten Kläranlage Nottuln wurde die Nachklärung, der sogenannte „Dortmund-Brunnen“, aus Beton gegossen und dann im Ganzen abgesenkt.
Beim Bau der ersten Kläranlage Nottuln wurde die Nachklärung, der sogenannte „Dortmund-Brunnen“, aus Beton gegossen und dann im Ganzen abgesenkt. Foto: Archiv Emschergenossenschaft/Lippeverband

Vor 60 Jahren entstanden in den meisten Münsterlandgemeinden die ersten, noch sehr einfachen Kläranlagen. Heute sind die Abwassermengen, die in den Anlagen gereinigt werden, wegen der gestiegenen Einwohnerzahlen nicht nur wesentlich größer. Der Klärprozess ist auch viel gründlicher und dadurch aufwendiger. Doch wie fing es in Nottuln in den 1950er-Jahren an?

Wie der Lippeverband in einer Pressemitteilung schreibt, wurde die erste Kläranlage in Nottuln 1957/58 gebaut. Später kamen weitere Anlagen für die Ortsteile Darup, Schapdetten und Appelhülsen hinzu. Dies ist weitgehend Vergangenheit. Heute konzentriert der Lippeverband die gesamte Abwasserreinigung auf der Kläranlage Appelhülsen.

Zur Vorklärung der Abwässer diente der „Emscher-Brunnen“, der – wie der Name schon andeutet – bei der Emschergenossenschaft entwickelt worden war. Die biologische Stufe der Abwasserreinigung setzte sich schon in den 1950ern durch und fand in einem „Tropfkörper“ statt. Dieser „Tropfkörper“ ist ein mit Lavasteinen gefülltes und oben geschlossenes Betonsilo. Auf den Lavasteinen, die der Lippeverband aus der Eifel bekam, siedelten sich in den feinen Poren Millionen von Abwasserbakterien an, die die Schmutzstoffe im Abwasser auf natürliche Weise abbauten. Das Grundprinzip der biologischen Reinigung durch Bakterien wird auch heute noch angewandt, jedoch in belüfteten Klärbecken, die wesentlich leistungsfähiger sind.

Für das Nachklärbecken der ersten Kläranlage Nottuln wird der sogenannte Ringfluss betoniert

Für das Nachklärbecken der ersten Kläranlage Nottuln wird der sogenannte Ringfluss betoniert Foto: Archiv Emschergenossenschaft/Lippeverband

In der Nottulner Kläranlage wurde das Abwasser damals am Ende des Klärprozesses noch durch ein Nachklärbecken geleitet, das man „Dortmund-Brunnen“ nannte, und floss anschließend in die Stever – insgesamt für die damalige Zeit schon recht modern. Die Klärschlämme wurden landwirtschaftlich genutzt, zur Entwässerung, und als Zwischenlager betrieb man „Schlammbeete“ am Rand des Kläranlagen-Geländes.

Anfang der 1970er-Jahre baute der Lippeverband die Nottulner Anlage noch einmal aus. „Unser Bauleiter Karl Neumann ist damals mit dem Zug immer bis Appelhülsen gefahren und hat für den Rest der Strecke bis Nottuln das Fahrrad genommen“, erinnert sich Peter Nachbarschulte, der bis 2015 insgesamt 35 Jahre lang beim Lippeverband war und als Betriebsingenieur die Anlagen bestens kannte. Am Ende waren in Nottuln insgesamt drei „Tropfkörper“ in Betrieb.

1982 kam die Kläranlage an der Industriestraße in Appelhülsen dazu. Von 1991 bis 1996 wurde dieser Standort als zentrale Kläranlage für Nottuln ausgebaut. Die anderen drei Kläranlagen wurden daraufhin nach und nach stillgelegt. An den früheren Standorten steht jetzt je ein Abwasserpumpwerk, welches das Wasser über eine Druckrohrleitung nach Appelhülsen transportiert.

Heute hat diese Anlage eine Reinigungskapazität von 27 000 Einwohnerwerten. Klärmeister Lothar Rudolf betreibt von dort aus zusammen mit seinen sieben Mitarbeitern nicht nur die Anlage selbst, sondern auch „Satellitenanlagen“ in Havixbeck, Tilbeck und Buldern.

 

 

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