Astrid-Lindgren-Schule
Hospiz macht Schule

Nottuln -

Es ist intensiv, aber es fördert die Persönlichkeitsentwicklung ungemein. So lautet das Fazit der Projektwoche „Hospiz macht Schule“ in der Astrid-Lindgren-Schule.

Sonntag, 28.01.2018, 23:01 Uhr

Zum Thema „Werden und Vergehen“ pflanzten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Mitgliedern der Hospizgruppe Blumenzwiebeln.
Zum Thema „Werden und Vergehen“ pflanzten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Mitgliedern der Hospizgruppe Blumenzwiebeln. Foto: Astrid-Lindgren-Schule

Mittlerweile ist es ein fest etabliertes Projekt in den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule: Statt Mathe und Deutsch stand nun „Hospiz macht Schule“ für die Klasse 4b auf dem Stundenplan. Statt in Schulbüchern Aufgaben zu lösen, konnten die 21 Schülerinnen und Schüler bei unterschiedlichen Aktionen alles, was sie zum Thema „Abschiednehmen und Lebensende“ bewegt, äußern und ihre Fragen dazu so gut wie möglich klären.

„Viele Kinder haben Berührungspunkte mit diesem Thema, zum Beispiel, weil geliebte Haustiere verstorben sind oder weil sie Erfahrungen mit Todesfällen in der Verwandtschaft gemacht haben“, berichtet Helga Riemann-Schulze , die das Projekt an der Schule koordiniert. „Die Kinder beschäftigen diese Themen, aber es fehlt in der Schule normalerweise der Raum, um offen und mit ausreichend Zeit über solche existenziellen Fragen und Ängste zu sprechen.“

Durchgeführt wurde die Projektwoche wieder von acht Ehrenamtlichen der Hospizbewegung Nottuln unter der Leitung von Rüdiger Runge. „Wir freuen uns, dass Sie sich die Zeit nehmen und manche von Ihnen sogar Urlaub organisieren, um für unsere Schüler in der Projektwoche den Schulvormittag zu gestalten“, dankte Schulleiterin Karin Greßkämper .

Jeder Projekttag begann mit einem Anfangsritual: Nach einem gemeinsamen Lied wurde ein Koffer ausgepackt, dessen Inhalt Hinweise auf das Tagesthema gab. Werden und Vergehen, Krankheit und Leid, Traurigsein sowie Trost und Trösten standen jeweils für einen Tag auf dem Stundenplan. Über Bilderbücher, Filme oder Plakate wurden Informationen sensibel vermittelt, Gedankenanstöße gegeben und Ängste genommen.

„Es war eine große Bereicherung, dass so viele Ansprechpartner der Hospizbewegung für Fragen zur Verfügung standen und immer wieder Kleingruppen gebildet werden konnten“, betont Melanie Borchers, Klassenlehrerin der 4b. „Gerade in den Kleingruppen konnten sich die Schüler leicht öffnen, machten sehr persönliche Äußerungen, und ein intensiver Austausch mit den Ehrenamtlichen der Hospizbewegung war gegeben.“

Auch den Eltern bot sich die Möglichkeit, Einblick in „Hospiz macht Schule“ zu nehmen. Bereits vorab hatten sie sich auf einem Elternabend über Inhalte und Vorgehensweise informiert. Zum Abschluss der Projektwoche wurden Eltern und Großeltern in die Aula der Schule eingeladen, in der die Ergebnisse auf Plakaten präsentiert wurden.

Schulleiterin Karin Greßkämper resümierte: „Für die Klasse 4b was es eine sehr intensive Woche – auch wenn kein Deutsch oder Mathe gepaukt wurde. Die Kinder konnten sich in einer sicheren Lernumgebung mit diesem emotionalen Thema auseinandersetzen und wurden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt.“

Im März und im April wird die Projektwoche noch zweimal an der Astrid-Lindgren-Schule durchgeführt. Dann dürfen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 4a und 4c daran teilnehmen, die durch die Berichte ihrer Mitschüler jetzt schon gespannt sind.

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