Ev. Friedens-Kirchengemeinde
Kleiderstube wächst seit 20 Jahren

Nottuln -

Vor 20 Jahren nahm die Kleiderstube ihre Arbeit auf. Edda Schäfer erinnert sich.

Mittwoch, 14.02.2018, 22:02 Uhr

Zweimal die Woche  hat die Kleiderstube in der Evangelischen Friedens-Kirchengemeinde mittlerweile geöffnet und die Nachfrage ist groß. Vor 20 Jahren öffnete sie ihre Türen nur zweimal im Monat.
Zweimal die Woche  hat die Kleiderstube in der Evangelischen Friedens-Kirchengemeinde mittlerweile geöffnet und die Nachfrage ist groß. Vor 20 Jahren öffnete sie ihre Türen nur zweimal im Monat. Foto: Marita Strothe

„Es ist schön, zurückzugucken und zu sehen, wie das gewachsen ist“, freut sich Edda Schäfer riesig, „dass wir so lange durchgehalten haben“. Von Anfang an sind sie und Ingrid Winkler aus Appelhülsen bei der Kleiderstube in der Evangelischen Friedens-Kirchengemeinde aktiv. Am 4. März (Sonntag) soll das 20-jährige Bestehen der erfolgreichen Einrichtung mit einem Tag der offenen Tür festlich begangen werden. Dann lädt die Kirchengemeinde um 10 Uhr zum Gottesdienst in die Kirche „Unter dem Kreuz“ ein unter dem Motto: „ . . . und ihr habt mich gekleidet“ (Matthäus 25, 36). Danach wird von 11 bis 15 Uhr im Johanneshaus gefeiert. „Für einen Imbiss, Kuchen und Getränke ist gesorgt“, so das Kleiderstubenteam, das sich damit bei allen spendenfreudigen Nottulnern bedanken möchte.

Im Jahr 1998 startete die Kleiderstube in Zusammenarbeit mit der A&QUA, Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit und Qualifizierung. Zu dritt boten damals die Ehrenamtlichen Kleidung in einem Raum der A&QUA an. Um die im Ort lebenden Bedürftigen mit Kleidung versorgen zu können, seien erstmals, nachdem das Kirchenasyl der kurdischen Familie im evangelischen Johanneshaus am 29. Januar 1997 beendet worden sei, Frühjahrs- und Herbstaktionen angeboten worden, erzählt Edda Schäfer. „Damals haben wir nach Kilopreis abgerechnet“, erinnert sie sich schmunzelnd daran, dass zu diesem Zweck Kinder mit und ohne die ausgesuchten Kleidungsstücke auf eine Personenwaage gestellt worden seien.

Nach ein paar Jahren habe die A&QUA allerdings ihren Raum selbst benötigt und die Kleiderstube zog ins Holzhäuschen hinter dem Johanneshaus.

Im Oktober 2009 konnten Ingrid Winkler und Edda Schäfer dann die neue Kleiderstube im ehemaligen Jugendtreff im Keller des Johanneshaus mit deutlich mehr Platz und besseren Heizmöglichkeiten eröffnen. Jeden zweiten Dienstag im Monat stand damals die Kleiderstube Bedürftigen offen. In dieser Zeit bestand das Team aus etwa fünf Helfern. Von August 2014 bis Februar 2015 mussten diese sich allerdings zwangsweise mit der Garderobe des Johanneshauses behelfen. Ein Wasserschaden in den Souterrainräumen hatte die Kleiderstube verwüstet. Mit Hilfe großzügiger Spender konnte der Schaden schnell behoben und die renovierten Räume wieder bezogen werden.

Durch die seit Ende 2016 in großer Zahl in Nottuln neu ankommenden Flüchtlinge sah sich das Team einem nie vorher erlebten Ansturm und neuen Herausforderungen gegenüber, sodass alte Konzepte geändert werden mussten. „Die ersten kamen von der Grenze mit nichts“, blickt Edda Schäfer zurück und erzählt, dass jeder, der kam, zwei Garnituren frische Wäsche und zwei Garnituren Oberbekleidung bekommen sollte. Auch damals hätten sich die Nottulner sehr spendenfreudig gezeigt und Unterwäsche sei zugekauft worden, berichtet sie. Die Zahl der Kleiderstubenhelfer stieg seitdem auf 20 bis 30 Personen. „Ein tolles Team!“, in dem mittlerweile auch ehemalige Kunden aktiv sind. Die Öffnungszeiten wurden auf zweimal wöchentlich (montags 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr und mittwochs 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr) ausgeweitet.

„Wir freuen uns immer wieder über die große Hilfsbereitschaft“, betont Schäfer mit Dank an die Spender. „Das klappt toll mit der Bedarfsliste.“

Und: „Es macht immer noch Spaß“, unterstreicht die langjährige Helferin. Für die Zukunft wünscht sich Schäfer auch ein paar mehr deutsche Besucher. „Wir sind nicht nur für Flüchtlinge da, sondern stehen allen Bedürftigen zur Verfügung. Wir kontrollieren keinen Hartz-IV- oder Rentenbescheid“, betont sie.

Weil dank der zuverlässigen Nottulner Spender von dem geringen zu leistenden Obolus der Empfänger etwas übrig bleibt, kann das ehrenamtliche Kleiderstubenteam auch selbst wieder für soziale Zwecke spenden. So werden sich zum bevorstehenden Jubiläum gleich vier Organisationen über jeweils 500 Euro freuen können, verrät Edda Schäfer.

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