Handwerksgesellen auf der Walz
Schapdetten ist für Arne jetzt tabu

Nottuln -

Elf Männer und Frauen in seltsamen Anzügen haben das Rathaus „gestürmt“. Sehr zur Freude der Bewohner.

Mittwoch, 28.02.2018, 09:02 Uhr

Nach den Segenswünschen für die Gemeinde sowie einem Foto mit der Bürgermeisterin Manuela Mahnke (4.v.l., oben), der Beigeordneten Doris Block (rechts daneben), dem Verwaltungsmitarbeiter Lukas Neitsch (letzte Reihe, 2.v.r.), der das Leben auf der Walz aus eigener Anschauung kennt, sowie Rechtsrat Caglayan Korkmaz (r.), machten sich die jungen Leute wieder auf den Weg. Für den Goldschmiedegesellen Arne aus Schapdetten (liegend) hat die Wanderschaft gerade erst begonnen.
Nach den Segenswünschen für die Gemeinde sowie einem Foto mit der Bürgermeisterin Manuela Mahnke (4.v.l., oben), der Beigeordneten Doris Block (rechts daneben), dem Verwaltungsmitarbeiter Lukas Neitsch (letzte Reihe, 2.v.r.), der das Leben auf der Walz aus eigener Anschauung kennt, sowie Rechtsrat Caglayan Korkmaz (r.), machten sich die jungen Leute wieder auf den Weg. Für den Goldschmiedegesellen Arne aus Schapdetten (liegend) hat die Wanderschaft gerade erst begonnen. Foto: Gemeinde Nottuln

Es ist ein Jahrhunderte alter Brauch, dass sich junge Handwerksgesellen nach erfolgreichem Abschluss ihrer Gesellenprüfung für drei Jahre und einen Tag auf Wanderschaft begeben. Dass die „Walz“ immer noch aktuell ist, zeigte der Besuch von acht jungen Wandergesellinnen und -gesellen aus verschiedenen Berufen bei Manuela Mahnke im Rathaus. Sie wollten sich von der Rathaus-Chefin einen Stempel für ihr Wanderbuch abholen.

Die acht Wandergesellen wurden von Bürgermeisterin Manuela Mahnke, der Beigeordneten Doris Block und von Rechtsrat Caglayan Korkmaz in Empfang genommen, die den ungewöhnlichen Besuch freudig begrüßten. Nach einem zünftigen Wanderspruch und Segenswünschen für die Gemeinde Nottuln machten sich die jungen Leute dann – ausgestattet mit einer Wegzehrung sowie dem Siegel der Gemeinde Nottuln in ihrem Wanderbuch – wieder auf den Weg.

Für einen von ihnen, für den Goldschmiedegesellen Arne aus Schapdetten, war es eine Premiere. Der junge Mann hat seine Wanderschaft gerade begonnen und wurde aus diesem Anlass von anderen Wandergesellen am Ortsschild seines Heimatortes abgeholt, informiert die Gemeindeverwaltung in ihrem Pressebericht weiter. Bei der sogenannten „Losgeherei“ waren unter anderem die Goldschmiedinnen Tabea und Jasmin, die Konditorin Ruth, der Bäckergeselle André und der Tischler Malte dabei. Nun darf sich Arne für die nächsten drei Jahre Schapdetten nicht mehr als auf 50 Kilometer nähern – auch nicht an Feiertagen.

Das besagt eine der vielen Regeln, die die Wandergesellen während dieser Zeit tunlichst einhalten müssen. Genauso ist das Tragen der entsprechenden Kluft, die zumindest grobe Auskunft über den jeweiligen Beruf des Trägers gibt, Pflicht.

Gut zu erkennen sind Vertreter der Lebensmittelgewerke wie Ruth und André: Sie tragen Kleidungsstücke mit Pepitamuster. Malte als Angehöriger des holzverarbeitenden Handwerks trägt eine schwarze Kluft.

Wandergesellen, eine weitere Regel, dürfen kein eigenes Fahrzeug besitzen: Sie machen sich zu Fuß oder per Anhalter auf ihren langen Weg, von dem sie nie so genau wissen, wohin er sie führen wird. Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmittel ist nicht verboten, wird aber nicht gern gesehen. Und da sie oftmals auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen sind, wenn sie eine Arbeit suchen oder nach einem Schlafplatz fragen, haben sich die Wandergesellen stets „ehrbar“ und „zünftig“ zu verhalten, sodass ihre Nachfolger ebenfalls gerne aufgenommenen werden.

Es sind also viele Dinge zu beachten, wenn man auf der Walz ist. Und damit aus dem Neuling Arne ein guter Wandergeselle wird, steht ihm der Tischlergeselle Malte zur Seite. Er wird Arne nicht nur begleiten, sondern ihm bestimmt auch ein guter Lehrmeister sein.

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