„piano & classics“
Authentisch südländisch

Nottuln -

Klavier und Gesang in der Alten Amtmannei. Pianist Thorsten Schmid-Kapfenburg und Tenor Enrique Bernardo verzauberten das Publikum.

Montag, 12.03.2018, 19:03 Uhr

Durften sich über ein kleines, aber ausgesprochen begeistertes Publikum freuen: Pianist Thorsten Schmid-Kapfenburg und Tenor Enrique Bernardo.
Durften sich über ein kleines, aber ausgesprochen begeistertes Publikum freuen: Pianist Thorsten Schmid-Kapfenburg und Tenor Enrique Bernardo. Foto: Benedikt Voss

Eine Guitarre mit 88 Saiten. Wer kann so ein Instrument spielen? Thorsten Schmid-Kapfenburg. Er ließ das Piano der Alten Amtmannei seine verborgenen Talente ausspielen und begleitete Tenor Enrique Bernardo musikalisch ins sonnige Spanien. Ein Hauch von Flamenco wehte durch den Raum, als die beiden Musiker „Chiquitita la novia“ von Fernando Obradors darbrachten. Und fast meinte man, im Piano auch die Kastagnetten herauszuhören, die der Einladung von „piano & classics“, der Initiative von Andrea Schröder-Klimaschka und Robin Klimaschka, an den Kastanienplatz gefolgt waren.

Es war ein exotischer, aber auch traditioneller Konzertabend, den das Duo auf die Beine gestellt hatte. Zunächst holten die Interpreten das Nottulner Publikum mit deutschen Liedtexten ab. „In mir klingt ein Lied“ von Chopin und A. Melichar machte den Anfang, gefolgt von Robert Schumann, der in seinem Werk den Frühling erblühen ließ.

Doch kaum war das Publikum auf Frühlingsgefühle eingestellt, besang Tenor Bernardo mit seiner weichen Klangfarbe verzweifeltes Liebesleiden in C.M. Webers Stück „Länger trag ich nicht die Qualen“. Dramatik bestimmte dieses Lied, teils dunkel-beängstigend die Schläge auf die Klaviatur des Pianos von Thorsten Schmid-Kapfenburg. Doch gleich darauf durften die Zuhörer wieder aufatmen: „Gern hab ich die Frau´n geküsst“ von Franz Lehár beschloss in heiterem Stil den ersten Teil des Abends.

Nach der Pause entführten die Künstler ihr Auditorium in die warmen, vor Herzschmerz, Liebesleid und Liebesglück durchtränkten Gefilde spanischer „Canciones Clásicas“, einer Ansammlung klassischer spanischer Werke. „Al Amor“, „Con amores, la mi madre“ oder „Del cabello más sútil“ von Fernando Obradors, gesungen vom peruanischen Tenor Bernardo brachten authentische südländische Atmosphäre in die tief-münsterländische Amtmannei.

Und wenngleich nicht jeder den Text von „La mi sola, Laureola“ verstanden haben mag – als das Piano inmitten des Lieds verstummte und nur der Tenor – allein und verlassen seine Solopassage klagend vortrug, wurde die im Werk besungene Einsamkeit zum Greifen spürbar. Immer wieder gab es für Thorsten Schmid-Kapfenburg und Enrique Bernardo Zwischenapplaus von einem zwar klein an der Zahl, doch groß in seiner Begeisterung lauschenden Publikum.

Und so wunderte es nicht, dass nach dem Schlusslied „Bésame Mucho“ von Consuelo Velazquez noch eine Zugabe erklatscht wurde. Pianist und Tenor hatten es verstanden, den Zauber des „Latin Lover“, so der Titel des Konzerts, in die Herzen der Zuhörer zu pflanzen.

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