Andreas Zumach bei der FI
„Kann die Welt nicht schöner malen“

Nottuln -

Zum 25. Mal referierte Andreas Zumach auf Einladung der Friedensinitiative. Er hatte brandaktuelle Informationen.

Mittwoch, 14.03.2018, 17:03 Uhr

Zum 25. Mal referierte Andreas Zumach aus Genf auf Einladung der FI Nottuln in Nottuln. Und er zeichnete angesichts der Kriege in der Welt ein düsteres Bild.
Zum 25. Mal referierte Andreas Zumach aus Genf auf Einladung der FI Nottuln in Nottuln. Und er zeichnete angesichts der Kriege in der Welt ein düsteres Bild. Foto: Friedensinitiative

Am Dienstag entließ US-Präsident Trump seinen Außenminister Rex Tillerson. Schon am Montag erfuhren davon – zumindest als dringende Vermutung – die rund 60 Zuhörer des Vortrags von An­dreas Zumach, Journalist bei der UNO und exzellenter Kenner internationaler Politik. Die Friedensinitiative Nottuln (FI) hatte zu diesem Vortrag über den Nahen und Mittleren Osten eingeladen. Und Zumach kommentierte seine Vermutung: „Ich halte das für eine sehr gefährliche Entwicklung. Trump entledigt sich aller Mitarbeiter, die noch ein wenig auf Entspannung und auf traditionelle Diplomatie setzen.“

Hintergrund für die Demission des Außenministers ist das Iran-Abkommen, der Vertrag mit dem Iran, mit dem dieses Land sich verpflichtet, keine Atomwaffen zu entwickeln. Im Gegenzug werden Sanktionen aufgehoben. Von Beginn an habe Trump gegen dieses Abkommen agiert. Seit Wochen wirbt er darum, dass auch die Europäer es fallen lassen. Zumach wusste: Der Iran werde zunehmend von Saudi-Arabien, von Israel und von den USA als Hauptfeind betrachtet: „Hier formiert sich eine Vorkriegsallianz. Die rhetorische Kriegsvorbereitung gegen den Iran läuft auf Hochtouren.“

Und mit dieser Politik provoziere der amerikanische Präsident die Hardliner in Teheran. Die Konfrontationen würden zunehmen. Ein neuer Krieg drohe, der die Region Mittlerer und Naher Osten weiter destabilisiere. Was wir derzeit in dieser Krisen- und Kriegsregion erlebten, sei die komplizierteste Gemengelage seit dem Zweiten Weltkrieg. Und kein Ende sei in Sicht, keine Friedensperspektive greifbar. Zumach, der bei den vielen Friedenskonferenzen zu Syrien in Genf immer als Journalist dabei ist, zeigte sich sehr ernüchtert: „Der offizielle UN-Friedensplan kommt keinen Schritt voran!“ Die Beteiligten hätten sich bisher nicht einmal in einem Raum getroffen. „Das ist angesichts der dramatischen Kriegsschauplätze wie derzeit in Ost-Ghuta verheerend – eine düstere Perspektive, die ich heute Abend hier biete. Leider kann ich die Welt nicht schöner malen, als sie ist.“

Was können wir tun? Eine einfache Antwort wusste der Referent nicht, heißt es in der Pressemitteilung der FI. „Wir müssen weiter die Politiker für das menschliche Leid, das sie anrichten, sensibilisieren, sie dafür verantwortlich machen.“

Und immer wieder – so mehrere Wortbeiträge aus dem Publikum – müsse gefordert werden: Nicht noch mehr Krieg, nicht noch höhere Rüstungsetats, nicht noch mehr Waffen. Angesichts der Fotos von sterbenden Kindern im Raketenhagel müsse ein Aufschrei erfolgen: „Stoppt die Kriege!“

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