Baulandpolitik
Entwicklung schnell vorantreiben

Nottuln -

Bauland wird in Nottuln nachgefragt. Um dem nachzukommen soll in Nottuln-Nord aufs Gaspedal gedrückt werden.

Mittwoch, 28.03.2018, 19:03 Uhr

Der hohe Nachfragedruck nach Bauland und Wohnraum lässt in Nottuln die Grundstückspreise steigen. Im neuen Baugebiet Nottuln-Nord werden nach Aussagen von Grünen-Ratsherr Richard Dammann rund 320 Euro je Quadratmeter gezahlt. UBG-Ratsherr Herbert van Stein sind sogar Fälle bekannt, in denen Grundstücke zu Quadratmeterpreisen von 330 Euro veräußert wurden. Das steigende Preisniveau sieht van Stein sehr kritisch. Gerade Familien mit mittleren und unteren Einkommen hätten so kaum noch eine Chance auf Wohneigentum.

Um den hohen Nachfragedruck nach Bauland zu entschärfen, will die Gemeinde Nottuln die weiteren Potenzialflächen der Rahmenplanung „Nottuln-Nord 2025“ schneller entwickeln. Auf Antrag der UBG entschied jüngst der Gemeindeentwicklungsausschuss einstimmig, dass die Entwicklung der weiteren Bauabschnitte in Nottuln-Nord „so schnell wie möglich vorangetrieben werden soll.“

Dabei hängt natürlich viel vom Verhalten der Grundstückseigentümer ab. Die Gemeindeverwaltung wird nun das Gespräch mit den Eigentümern suchen und anschließend die Politik über die Ergebnisse informiert. Parallel dazu wird auf Vorschlag der Verwaltung das aus dem Jahr 2012 stammende Siedlungskonzept 2025 der Gemeinde überarbeitet. Voraussichtlich im Herbst könne der Politik ein Änderungsentwurf vorgelegt werden.

Die Potenzialflächen in Nottuln-Nord haben aus Sicht der UBG den Vorteil, dass sie gut zu einer Arrondierung des Ortsbildes beitragen. „Damit rückt dann der Kirchturm sozusagen wieder in die Ortsmitte“, heißt es im UBG-Antrag. Außerdem hält die UBG diese Flächen für unproblematischer als Lerchenhain II oder Lerchenhain III, wie Herbert van Stein in der Sitzung bemerkte.

Trotz des späteren einstimmigen Beschlusses gab es auch kritische Stimmen zu den UBG-Äußerungen. CDU-Fraktionsvorsitzender Hartmut Rulle betonte, bei der Lerchenhain-Planung solle man nun endlich Nägel mit Köpfen machen. Und was Nottuln-Nord angehe, so habe der Rat die Rahmenplanung bereits beschlossen. „Ich gehe davon aus, dass die Verwaltung daran arbeitet und uns zu gegebener Zeit informiert.“ Auch FDP-Fraktionsvorsitzender Helmut Walter hielt die bislang gefassten Beschlüsse für ausreichend: „Ich sehe keine Notwendigkeit für diesen UBG-Antrag.“ Da war Grünen-Ratsherr Richard Dammann völlig anderer Meinung. „Wir müssen weiter und schneller planen. Als Bestärkung ist der UBG-Antrag genau richtig.“

Wolfgang Danziger (SPD) plädierte dafür, zunächst dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen. Die hatte sich für die genannte Überarbeitung des Siedlungskonzeptes und für erste Gespräche mit den Grundstückseigentümern stark gemacht. Dem konnte letztlich auch die UBG zustimmen unter der Bedingung, dass im Beschluss die Formulierung „so schnell wie möglich“ aufgenommen wird. Dem entsprach der Ausschuss.

Auf Anregung der CDU-Fraktion wird die Gemeindeverwaltung prüfen, ob bestimmte Förderangebote des Landes NRW für die Baugebietsplanung genutzt werden können.

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