Grünen-Besuch beim Integrationskreis Schapdetten
Miteinander reden baut Barrieren ab

Schapdetten -

23 Flüchtlinge sind derzeit in der früheren Schapdettener Schule untergebracht. Der Integrationskreis kümmert sich ehrenamtlich um sie.

Mittwoch, 04.04.2018, 18:04 Uhr

Sprachen über Flüchtlingsarbeit (v.l.): Annette Sauerwald, Richard Dammann, Reni Kushtilova, Agnes Schürkötter, Karsten Danker, Klaus Kienle und Raphaele Kürten.
Sprachen über Flüchtlingsarbeit (v.l.): Annette Sauerwald, Richard Dammann, Reni Kushtilova, Agnes Schürkötter, Karsten Danker, Klaus Kienle und Raphaele Kürten. Foto: Bündnis 90/Die Grünen

„Wir Grüne stehen für eine Flüchtlings- und Integrationspolitik, in der der einzelne Mensch zählt. Wir verteidigen das Grundrecht auf Asyl und setzen uns für eine nachhaltige Integrationspolitik ein.“ Das schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung. Und vor diesem Hintergrund wollten sich Fraktionssprecher Richard Dammann , Ortsverbandssprecher Klaus Kienle und weitere Grüne über die ehrenamtliche Arbeit des Integrationskreises Schapdetten informieren.

Für die Initiative berichteten Raphaele Kürten, Annette Sauerwald und Karsten Danker, dass in der früheren Grundschule 23 Geflüchtete untergebracht sind. Dort lädt an jedem zweiten Sonntag eines Monats auch das Café International die Schapdettener ein, damit sich Bürger und Geflüchtete kennenlernen können. Denn miteinander reden baue Barrieren ab, wie sich im alltäglichen Umgang zeige.

Überhaupt kein Problem seien die in den Medien häufig erwähnten allein reisenden jungen Männer, erklärten die Vertreter des Integrationskreises. „Auch die Grünen konnten diese als überaus liebenswerte, freundliche und hilfsbereite Menschen erleben“, heißt es in der Pressemitteilung.

Im Augenblick betreuen 15 Ehrenamtliche die Geflüchteten. Betreuung bedeutet, Hilfestellung bei alltäglichen Dingen wie Einkaufen, Arztbesuchen und Behördengängen zu geben. Sprachkurse werden angeboten, die es leichter machen, sich zurechtzufinden. Zugleich bereiten diese Kurse auf die Sprachschulung im Rahmen der Integrationskurse vor.

Die Ehrenamtlichen hatten sich schon ein Jahr vor dem Eintreffen der ersten Geflüchteten mit ihren Aufgaben vertraut gemacht. Dabei war es auch wichtig, sich mit den fremden Kulturen und ethnischen Besonderheiten zu beschäftigen, damit Missverständnisse im Umgang miteinander vermieden werden.

Bestätigt wurden Berichte, dass es enorme bürokratische Hürden zu nehmen gilt, wenn Geflüchtete in eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle vermittelt werden sollen. Die Bereitschaft von Arbeitgebern ist vorhanden, die Bürokratie bei den Ausländerbehörden, der Agentur für Arbeit und beim Jobcenter schrecke jedoch ab. Der Wunsch, sich in die deutsche Gesellschaft einzufügen, sei sehr ausgeprägt. „Aber es ist schwer, Menschen die Motivation zur Integration abzuverlangen, wenn die Bleibeperspektive ungeklärt oder gar negativ ist.“

Als sehr positiv wird von den Ehrenamtlichen die Unterstützung durch Reni Kushtilova gewertet, die als Sozialarbeiterin der Gemeinde Nottuln die ehrenamtliche Arbeit unterstützt. Die Grünen plädieren dafür, dass diese Stelle in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis umgewandelt wird.

Die Grünen verabschiedeten sich mit der Frage, ob der Integrationskreis noch einen besonderen Wunsch habe. Hat er: „Getrennte Briefkästen für die Geflüchteten, damit die rechtzeitige Zustellung von Post und die Vertraulichkeit gesichert sind.“ Hier müsste doch Abhilfe möglich sein, so die Grünen.

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