„Piano & Classics“ Nottuln
Kultiviert, feinsinnig und kirschblütenfein

Nottuln -

Der in Nottuln bestens bekannte Pianist Ryuji Hino begeisterte beim Saisonabschlusskonzert in der Alten Amtmannei mit einer ganz kultivierten und feinsinnigen Spielweise.

Montag, 09.04.2018, 18:04 Uhr

Das Saisonabschlusskonzert der Initiative „Piano & Classics“ gestaltete der Pianist Ryuji Hino, der den Gästen einen wunderbaren musikalischen Genuss bescherte.
Das Saisonabschlusskonzert der Initiative „Piano & Classics“ gestaltete der Pianist Ryuji Hino, der den Gästen einen wunderbaren musikalischen Genuss bescherte. Foto: Axel Engels

Einen schöneren Abschluss der Konzertsaison 2017/2018 kann man sich wohl nicht wünschen. Am Sonntag mussten bei „Piano & Classics“ sogar zusätzliche Stühle in den Saal der Alten Amtmannei geholt werden, so groß war die Resonanz. Kirschblütenfeine Klänge hatten die Veranstalter Andrea Schröder-Klimaschka und Robin Klimaschka versprochen, und der in Nottuln bestens bekannte Pianist Ryuji Hino löste dieses Versprechen mit einer ganz kultivierten und feinsinnigen Spielweise ein.

Der sympathische Pianist, der in Tokio, Weimar und Münster studiert hat, zeigte schon bei der Auswahl der Werke, dass es ihm nicht auf äußere Effekte ankam. Er suchte bei seiner Interpretation der allseits bekannten Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven , Robert Schumann und Frederic Chopin nach den Geheimnissen jenseits des reinen Notentextes. Sein introvertierter Zugang zu den Werken machte dieses Konzert zu einem Genuss, bei dem man einen reifen Künstler in all seinen gestalterischen Facetten erleben konnte.

So begann er mit der „Fantasie d-Moll KV 397“ von Mozart. Dieses Werk stellt keine großen spieltechnischen Anforderungen an den Pianisten, aber seine musikalische Gestaltung ist äußerst diffizil. Oftmals wird sie zu dramatisch gespielt, zu frei in der dynamischen und metrischen Ausführung. Ryuji Hino zeigte ein sehr lyrisches Melodiespiel, wusste die zarten Melodien in ein inniges Gewand zu kleiden. Die filigranen Läufe spielte er mit großer Präzision, integrierte sie in den Ablauf und schuf dadurch eine in sich stimmige Interpretation.

Wie zart und elegant auch die „Sonate Nr. 18 Es-Dur op. 31 Nr.3“ aus der Feder Ludwig van Beethovens erklingen kann, zeigte der Pianist mit einer schnellen Wiedergabe des ersten Allegro-Satzes. Er betonte die Leichtigkeit und Spielfreude dieser Sonate. Wenn er beim grazilen Menuetto den neobarocken Zauber des Satzes erklingen ließ, war dies schon große Kunst. Mit Lebendigkeit und Leidenschaft gestaltete er den sehr schnellen Finalsatz.

Nach der Pause setzte sich der exquisite Eindruck des Konzertes fort. Mit den „Papillons op. 2“ von Robert Schumann entführte er das Publikum in romantische Gefühlswelten. Den einzelnen Teilen dieses spieltechnisch sehr anspruchsvollen Zyklus aus zwölf sehr unterschiedlichen Miniaturen ordnete er jeweils charakteristische Klänge zu, sodass ein facettenreiches Bild dieser zwischen Träumerei und Magie angesiedelten Komposition entstand.

Dass er in der Romantik zu Hause ist, zeigte sich beim „Walzer cis-Moll op. 64 Nr. 2“ von Frédéric Chopin. Mit Akribie und Feinsinn spielte Ryuji Hino und zeigte sich auch bei den folgenden „Fantasie-Impromptus cis-Moll op. 66“ von seiner besten Seite. Zarte Melodiegestaltung und brillante Ausgestaltung der harmonisch interessanten Klangpassagen verband er mit wohl dosierter Virtuosität.

Für das Finale hatte er ein weiteres Werk Chopins gewählt. Das „Nocturne c-Moll op. 48 Nr. 1“ gehört wohl zu Chopins schönsten Werken dieser Gattung. Die innige Atmosphäre dieses Nocturnes wusste Ryuji Hino mit warmer Melodieführung zu interpretieren.

Als Zugabe wählte er ein japanisches Volkslied, das in seiner Feinsinnigkeit so ganz zum Titel des Konzertes passte. Die Konzertsaison von „Piano & Classics“ war für Nottuln sicherlich eine Bereicherung. Da kann man sich auf das nächste Konzert nach der Sommerpause schon jetzt freuen.

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